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Archiv der Einträge: Juni, 2012
  • KalbshirnjellyAufEntenkonzentrat

    Kochen ist Chefsache von Daniel Cohen

    Kochen_ist_Chefsache_Inhalt:
    Drei-Sterne-Koch Alexandre Lagard ist in Nöten. Irgendwie ist seine Inspiration futsch und der Druck seines Geschäftsführers und Sozusageninhabers mit schwerem Hang zur Molekularküche, macht ihm die Sache nicht einfacher. Er muss unbedingt einen Frühlingsspeiseplan erstellen, der seine drei Sterne bestätigt, sonst ist Schluss mit Restaurant.
    Wie der Zufall es will, trifft er bei einem Besuch im Altersheim auf den Chaoten Jacks Bonnot. Jacks kennt alle jemals von Lagard veröffentlichten Rezepte auswendig und kann sie begnadet nachkochen, ist aber auch voller Ideen für neue Geschmackskompositionen. Leider brachte das Jacks bislang nicht weit und er hüpft von Job zu Job und zwingt somit seine hoch schwangere Freundin zu arbeiten, doch er verspricht Besserung und nimmt den Job als Hausmeister im Altenheim an, kann der Versuchung dort in der Küche etwas nachzuhelfen aber nicht widerstehen.
    Als ihn Lagard anbietet zu ihm ins Restaurant zu kommen, ist Jacks in der Zwickmühle, denn Freundin darf auf keinen Fall etwas davon erfahren.

    Fazit:
    "Kochen ist Chefsache" ist unbestritten ein unterhaltsamer Film.  Anspruchslos und sehr französisch kochen sich Jean Reno und Michael Youn in die Herzen der Zuschauer, nichtsdestotrotz hat man den Eindruck Stücke des Film bereits schon in hundert anderen französischen Komödien gesehen zu haben.
    Das Rezept ist einfach: man nehme ein paar große französische Darsteller, beide in der Lebenskrise - einer am Ende mit seinen Ideen und auf dem besten Weg sein Lebenswerk zu verlieren, der andere durch die Baldvaterwerdung plus Beziehungsrettungsversuch gezwungen sein Können auf Eis zu legen um die Familie zu ernähren. Natürlich treffen beide aufeinander, beschließen zusammenzuarbeiten, streiten sich, raufen sich zusammen mit ein paar guten Komikeinlagen, dann bricht das Lügengebilde des einen zusammen mit ihm rennt ihm die Frau weg, der andere findet seine Mitte…Am Ende wird natürlich alles gut.
    Ich wäre ungerecht, würde ich verschweigen, dass der Film ein paar echt tolle Spitzen in Richtung moderne Küche, sprich Molekularküche und gegenüber "Gourmet"-Kritikern austeilt. Das ist schon ziemlich witzig und macht auch Spaß, wenn man nicht vom Fach ist.
    Insgesamt ist "Kochen ist Chefsache" ein durchweg postitiver Streifen mit einen bezaubernden Jean Reno und einem etwas durchgeknallten Michael Youn. Kein großer Wurf, jedoch endlich mal wieder was aus Frankreich ohne Schläge unter die Gürtellinie - sauber, witzig und und mit einem Hauch Rosmarin.7:10

    Frankreich 2011 - Originaltitel: Comme un Chef - Regie: Daniel Cohen - Darsteller: Jean Reno, Michaël Youn, Raphaëlle Agogué, Joulien Boisselier, Salomé Stevenin, Serge Larivière, Issa Doumbia - FSK: ohne Altersbeschränkung - Länge: 84 min.

  • EntenstimmchenUndGlamMetal

    Rock of Ages von Alan Shankman

    RoAInhalt:
    Wie so viele junge Menschen sucht Sherrie aus Oklahoma ihr Glück in Hollywood.
    Es ist 1987 und die kleine Lady ist gerade frisch mit ihrer Rockplattensammlung in LA eingetroffen, doch wird sie gleich überfallen und ihr Koffer ist futsch. Das sieht Drew, ein junger Sänger, der im Bourbon kellnert und auf die große Karriere hofft. Er nimmt sich Sherries an, vermittelt ihr einen Job im Laden und beide verlieben sich.
    Zur gleichen Zeit soll der Glam Metal Held Stacee Jaxx für die finanzielle Rettung des Bourbon sorgen, doch der Rockstar ist in einer tiefen Dauerkrise aus Alkohol, Sex und gierigem Management und die Ehefrau des Bürgermeisters hat den Rockschuppen auf dem Kieker.

    Fazit:
    Es gibt für mich drei Arten von Musikals: die mit eigener Geschichte und Liedgut (West Side Story, Hair, Rocky Horror Show…), die mit Literaturvorlage und eigener Musik (Phantom der Oper…), und die, die eigentlich nur dazu gedacht sind ein bestimmtes, meist schon erfolgreiches Songmaterial ansprechend dem gemeinen Volke zu präsentieren (Mamma Mia, Saturday Night Fever…), gerne auch mit kleiner Rahmenhandlung.
    "Rock of Ages" gehört nun zur dritten Kategorie und das noch als verfilmte Variante.
    Was die Sache so interessant macht, sind ohne Zweifel die Namen der Darsteller: Tom Cruise, Malin Akerman, Paul Giamati,  Alec Baldwin, Mary J. Blige und Catherine Zeta-Jones. Spannend - und alle singen selbst.
    Nun kann man nicht wirklich sagen, dass die Rahmenhandlung irgendwie Tiefgrund hat oder dass die nachgesungenen Glam Metal Hits, bei denen es sich eigentlich überwiegend um den Bon Jovi- und Foreigner-Schmuserock der Achtziger handelt besonders aufregend interpretiert wurden, doch man merkt und dass ist ein wichtiger Aspekt, dass hier alle mit irre viel Spaß und Einsatz am Werke waren, auch wenn sie neben echten Megasängerinnen wie Mary J. Blige leicht albern klangen, da tut es auch keinen Abbruch, dass die Protagonistin Julianne Hough (Sherrie) tatsächlich eine typisch entenstimmige Countrysängerin ist, dafür aber perfekt Achtziger Style tragen kann.
    Nein, ich weiß nicht wer hier über was mault und was für Ansprüche heute noch an Musikals gestellt werden, "Rock of Ages" rockt, unterhält großartig und meine Mutter pogte fast vom Sessel als "I wanna Rock" , der alte Twisted Sisters Hit, angestimmt wurde.
    Für so eine Hollywoodproduktion sind hier schon alle ganz schön mit Herzblut und viel, sehr viel Selbstironie dabei. Hier nimmt sich niemand ernst, die Figuren sind durchweg überzogen, die Songs passen wirklich gut in die Handlung und wurden nicht eingedeutscht. Der Sound war zudem brachial gut sowie der ganz Streifen super abgemischt war - man hörte jede Hand an der Tanzstange quietschen, die Nebensounds waren klasse.7:10
    Kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber ein ansehbares, gut unterhaltendes Musikal und Eli Roth und Sebastian Bach durften auch cameozieren.

    USA 2012 - Regie: Adam Shankman - Darsteller: Julianne Hough, Diego Boneta, Paul Giamatti, Russell Brand, Mary J. Blige, Malin Akerman, Bryan Cranston, Catherine Zeta-Jones, Alec Baldwin, Tom Cruise, Jessica Guadix - FSK: ab 6 - Länge: 123 min.

  • KurzVormGehirnschlag

    So da war es mal wieder so weit: gestern sollte es nachUnterFrauen Wochen der Enthaltsamkeit wieder ein schöner Sneak-Preview-Abend werden.
    Ziemlich knapp angekommen stand der Besuch schon etwas auf der Kippe, so musste Aufgabenteilung stattfinden: einer holt Karten, einer Bier.
    Das da keine Zeit war den Kartenmann zu trietzen was kommt war klar und erwies sich dann in der Folge als mittlere Katastrophe.
    Während es zu Beginn noch nett mit Quiz und Verlosung losging, sagte die UCI-Mitarbeiterin, dass es sich um eine Komödie handelt, auf ihre Frage ob sie sagen soll aus welchem Land, schrien die Meisten "Nein" *Buzzer* Oh Gott, hätte sie nur gesagt was kommt, dann wären wir gleich gegangen oder hätten noch die Chance gehabt das Kino zu wechseln, aber dann lief diese unsägliche ZDF und weiß ich was Produktion an: "Unter Frauen"!! Bereits nach fünf Minuten war klar, es wird scheiße und en Sammelsurium an Untalent; nach 15 Minuten haben wir aufgegeben und sind nach Hause - es ging einfach nicht, sonst hätte ich Migräne bekommen und mich womöglich übergeben.
    Was ein Ultramist. Sowas gehört ins RTL oder ja von mir aus ins ZDF Nachmittagsprogramm - stimmt Tom Gerhard darf ja auch auf die große Leinwand…Also dat war nischt und ich bin mir sicher mit der Kinoflucht genau richtig reagiert zu haben.
    Bei mir haben wir dann die ersten drei Folgen "Misfits" gesehen, als ansehbar bewertet und schweren Herzens nicht die Nacht durchgemacht..

    misfits

  • DieUnheimlicheFracht

    Hush von Mark Tonderai

    HushInhalt:
    Zakes und Beth sind auf dem Heimweg, doch die lange fahrt auf der Autobahn zollt ihren Tribut. Die beiden streiten und dann, während Beth wieder schläft, schwächelt Zakes hinter dem Steuer, als er auf einmal in einer Baustelle unaufmerksam ist und fast einen Unfall mit einem Lastwagen hat. Der überholt ihn und währenddessen geht kurz die Ladeklappe hoch. Zakes ist schockiert, sieht er dort ein nacktes schreiendes Mädchen gefesselt im Laderaum.
    Doch so groß sein entsetzen zunächst ist, will er es bei einem Anruf bei der Polizei belassen und gerät erneut in Streit mit Beth, die sich kurzentschlossen von ihm trennt. Auf dem nächsten Rastplatz steigt sie aus um eine andere Mitfahrgelgegenheit zu suchen, aber Zakes will das nicht, doch Beth ist plötzlich verschwunden.
    Als Zakes "den Laster" vom Rastplatz wegfahren sieht, schwelt in ihm ein böser Verdacht: ist Beth in die Fänge eines Mädchenentführeres geraten?
    Zakes beschließt dem Lastwagen zu folgen.

    Fazit:
    "Hush" reiht sich nahtlos in eine Serie von Verfolgungsfilmen ein, bei denen Frauen auf Raststätten verschwinden und/oder in ominösenn Lastern abtransportiert werden.
    Alles beginnt auch hier mit einem Pärchen, dass in diesem Fall in der Beziehungskrise steckt. Wie in schon in "Spurlos" wird der weiblichen Hälfte die Raststätte zum Verhängnis, doch die Spur wurde bereits ein paar Kilometer vorher gelegt als der Protagonist Zakes glaubte eine gefesselte nackte Frau in einem Laster gesehen zu haben.So beginnt eine Verfolgungsjagd, bei der Katz und Maus auch schon mal die Rollen tauschen, die aber durchaus sehr sympathisch und spannend inszeniert wurde.
    Als Frühstücksfilm durchaus zu empfehlen, nichts Weltbewegenedes, dennoch mit kleinem Budget ein Maximum an Unterhaltung.7:10

    Directed by Mark Tonderai, Produced by Mark Herbert, Written by Mark Tonderai, Starring William Ash, Christine Bottomley, Andreas Wisniewski, Music by Theo Green, Cinematography Philipp Blaubach, Editing by Victoria Boydell, Studio Warp X, Film4, Pathé, Screen Yorkshire, UK Film Council, Distributed by Optimum Releasing, Release date 13 March 2009, Running time 91 minutes, Country United Kingdom

     

  • FischigePilcherRomantik

    Lachsfischen im Jemen von Lasse Hallström

    lachsfischen-im-jemenInhalt:
    Dr. Fred Jones denkt, man treibt einen sehr albernen Scherz mit ihm, als eine gewisse Harriet Chetwode-Talbot im Auftrag eines jemenitischen Scheichs an ih herantritt, der unbedingt Lachse im Hochland Jemens fischen möchte.
    Doch das Angebot ist ernst gemeint und so sehr sich Dr. Jones auch wehrt, hohe Regierungskreise, allen voran die Pressespecherin des britischen Premiers, drängen ihn und drohen mit Kündigung seines bequemen Jobs, wenn er sich nicht in Richtung Nahen Ostens engagiert.
    So beißt der Fischereiexperte in den sauren Apfel und stellt dabei fest, dass nicht nur der Scheich so seine Visionen hat, sondern Fräulein Harriet, gar nicht so uninteressant ist.

    Fazit:
    So Kinder - was war das denn?
    Wo fängt die Plicherschmonzette an und ab wann ist genug Satire drin, um einen Streifen als anspruchsvollere Romanze zu titulieren? 
    "Lachsfischen im Jemen"  schwimmt bei mir eher noch im Bereich der landschaftliche schönen ZDF-Romantik.
    Neben den Bilderbuch Lokations, dem akkurat sauberen Milieu, wird hier eine abstruse Situation genommen (ein sehr reicher Scheich aus dem Jemen möchte Land bewässern, um dort Lachse zu angeln und nebenbei auch landwirtschaftlich durchzustarten), ein paar attraktive Gutverdiener zusammengebracht (Dr. Jones und Fräulein Chetwode-Talbot - ein Name, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss) und würze das Ganze mit etwas politischer Satire (die Pressestelle des britischen Premiers wittert ein positives Imgae, wenn man sich im Nahen Osten für ein Vorzeigeobjekt einsetzt) und fertig ist der wohlige Gutfühlfilm mit schönem Sonnenuntergang. Natürlich gibt es auch kleine Dramen (Harriets Freund muss an die Front und gilt als verschollen, böse Jemen wollen das Projekt sabotieren?), aber der Grundtenor des seichten Liebesfilmes bleibt durchweg erhalten.
    Nun schmerzt der Film nicht gerade beim Gucken, geschuldet ist das sicherlich einer klasse agierenden Kristin Scott Thomas, einer praktisch immer guten Emily Blunt und des überzeugend steifen Ewan McGregor, dennoch ist er wirklich nur was für Liebhaber dieses Genres und fürs ZDF.
    Für meinen Geschmack zu süß, zu glatt und zu abwegig, aber nicht schräg genug, um als echte Komödie oder Satire durchzugehen.6:10

    Großbritannien 2011 - Originaltitel: Salmon Fishing in the Yemen - Regie: Lasse Hallström - Darsteller: Ewan McGregor, Emily Blunt, Kristin Scott Thomas, Amr Waked - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 6 - Länge: 112 min.

  • TimBurtonInKürze

    Für einen Wettbewerb von "La cinematheque francaise" und dailymotion entstand dieses entzückende Werk Tim Burtons Werke von Martin Woutisseth.

    Tim Burton - a filmography from Martin Woutisseth on Vimeo.

  • EineKleineSlideshow

    Mal so zwischendurch eine kleine Diashow mit ein paar Schmankerln aus /Film Page2.
    Neben Fanart und neuen Filmpostern sehen wir eine *huch* gar nicht so dünne Nicole Kidman, eine flotte Rachel Adams und ein paar knackige Herren…

  • *hust*AusDerTierhorrorFanTrashUndSoEcke

    Piranhaconda - nein, ich kann auch nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe ^.^

    via DieFünfFilmfreunde (woher sonst)

  • BovistenstaubUndDerKampfUmDieEwigeJugend

    Snow White And The Huntsman von Rupert Sanders

    SnowWhiteAndTheHuntsmanInhalt:
    Schneewitchen verlor die Mutter und nun wurde der Vater von seiner eben erst Angetrauten getötet, das Königreich von feindlichenTruppen eingenommen und die Königstochter selbst in den Kerker geworfen.
    Die Jahre vergehen und die Schreckensherrschaft der hexenden Stiefmutter zwingt Land und Leute in die Knie, doch die Königin hat nur eines im Sinn: ewige Jugend und Schönheit.
    Leider versagt ihr plötzlich ihr Zauberspiegel den Titel der Schönsten im Land, denn Snow White ist nun eine junge Frau und schöner als sie. Gleichzeitig ist sie auch der Schlüssel zur Unsterblichkeit der bösen Königin, doch ehe sie Schneewitchen das Herz herausreißen kann, flüchtet diese aus dem Turm in den dunklen Wald.
    Zeit einen Profi für solche Fälle einzustellen: der Jäger soll die junge Frau zurückbringen, auf das sich die Prophezeiung erfüllen kann.

    Inhalt:
    Ehrlich gesagt hatte ich mich, trotz der tragenden Rolle Kristin Stewarts sehr auf den Film gefreut, doch muss ich sagen, dass meine Stimmung irgendwann von anfänglicher Enttäuschung in echten Ärger umschlug.
    Was uns Rupert Sanders hier serviert ist wohl eine der schlechtesten Schneewitchenverfilmungen überhaupt. Ein riesiges Staraufgebot, doch keine Gespür für Charakter. Effekte wo man hinschaut, die doch so sinnlos und der Geschichte überhaupt nicht förderlich sind; ein Handlung ohne Spannung, Höhen oder Tiefen oder überhaupt irgendeiner Struktur. Hier wird nur oberflächlich das Märchen von Schneewitchen erzählt, vielmehr sehen wir teilweise im höchsten Maße peinliche Szenen aneinandergereiht, die überhaupt keinen Sinn machen und nicht mal gute Dialoge haben.
    Dabei fängt es ja fast traditionell an: die Mutter im Schnee, die Geburt Schneewitchens, die Mutter stirbt und der Vater ist in Trauer. Dann wird das Land in einen Krieg gezwungen, gewinnt aber und gefunden wird eine schöne Frau in Gefangenschaft der bösen Armee, Ravenna, die am nächsten Tag sofort geheiratet wird. In der Hochzeitsnacht wird der König ohne zu seinem Vergnügen zu kommen gleich abgemurkst und das Land von Ravenna und ihrer echten Armee übernommen. Schneewitchen wird eingesperrt, denn da gibt es eine Prophezeiung des Spiegels und als sie gefährlich wird und sterben soll, kann sie auch noch fliehen. Die klassische Disneyflucht durch den dunklen Wald ist dann auch noch ganz gut, aber dann geht’s nur noch bergab. Der Jäger (angeblich der einzige, der in den dunklen Wald kann und sich dort auskennt) nimmt sich Schneewitchens an, na klar, verliebt ist er. Nach langweiligster Verfolgung durch die Häscher der Königin, die nun doch auf einmal auch alleine durch den dunklen Wald können trifft man auch irgendwann auch mal auf Zwerge, nachdem Schneewitchen einen Troll beschwichtigt hat (hä?). Die werden nicht durch kompetente kleinwüchsige Darsteller verkörpert, sondern achwas durch CGI geschrumpfte Stars, wie Bob Hoskin, Nick Frost oder Ray Winstone. Wozu dieses Namensaufgebot nötig war weiß nur der Wind, es waren auf jeden Fall die peinlichsten Zwerge, die ich jemals gesehen habe. Ohne Ironie oder Witz wie der gesamte Film, übrigens.
    Peinliche Szenen gab es aber noch mehr: ein auf die flüchtende Prinzessin am Strand wartendes weißes Pferd oder die Szene mit dem etwas seltsam gehörnten weißen Hirsch, die doch etwas zu sehr an "Legende" erinnerte wie die ganze Zeit im Feenland. Was sollte das? Und da war einfach noch kein Land in Sicht, denn selbst der unerfahrene Märchenleser wusste: die Geschichte ist hier noch lange nicht zu ende!
    Sanders kam einfach nicht zu Potte. Ewig langweilige Rennereien durch die Wälder, Kämpfe und Nahaufnahmen von Charlize Theron, die sich hier auch nicht mit Ruhm bekleckerte und Kristin Stewarts, der man gerne ein Möhrchen in den offenen Mund gesteckt hätte - also ich weiß nicht.
    Noch jetzt beim Schreiben bekomme ich Kopfschmerzen. Was ein Mistfilm.
    Eigentlich hätte man gut spontan eine Stunde wegschneiden können ohne dass es irgendwem aufgefallen wäre.
    Sicher gibt es sanftere Stimmen zum Film, wahrscheinlich eher von Liebhabern von Filmen wie "Herr der Ringe" - oh nein, den Hobbit tue ich mir nicht an - aber das sind natürlich eher visuelle parallelen.
    Nein, nein, Sanders nimmt sich und seine Schneewitchenverfilmung viel zu ernst, meint mit Unmengen an Effekthascherei und den immer gleichen Morphings punkten zu können und verliert dabei die Figuren aus dem Auge. Die Darsteller agieren neben- anstatt miteinander und es macht einfach keinen Spaß da zuzugucken. Und wer sich noch zusätzlich bestrafen will sieht sich natürlich die deutsche Synchronfassung an. Welcher Vollhonk hier entschieden hat Schneewitchen weiterhin "Snow White" zu nennen und den Jäger "den Huntsman" - ich will es nicht wissen. Schlecht, schlecht, schlecht.
    Und ich wiederhole mich: wer eine wirklich gute Verfilmung sehen möchte, dem empfehle ich "Schneewittchen (Snow White: A Tale of Terror)" von 1997 mit Sigourney Weaver.0:10

    USA 2012 - Regie: Rupert Sanders - Darsteller: Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth, Sam Claflin, Ian McShane, Bob Hoskins, Ray Winstone, Nick Frost, Toby Jones, Eddie Marsan, Lily Cole - Prädikat: wertvoll - FSK: ab 12 - Länge: 127 min.

  • BorisDieBestieUndDasLeidEinesZwangskünstlers

    Men In Black 3 3D von Barry Sonnenfeld

    mib3Inhalt:
    Der Ausbruch Boris der Bestie aus dem LunarMax Gefängnis auf dem Mond sorgt für Unbehagen, besonders bei Agent "K", denn der hatte damals, 1969, dafür gesorgt, das der intergalatische Schwerverbrecher einsitzt.  
    "K" hätte ihn töten sollen, denn im Knast hat Boris von einer Zeitmaschine auf der Erde erfahren und beschlossen sie dafür zu nutzen "K" 1969 zu töten und eine destruktive Invasion der Erde durch seine Rasse zu veranlassen.
    Wie immer lässt "K" "J" total im Unklaren und auch der neue Boss "O" schlägt in die Kerbe der Verschwiegenheit, doch als "J" auf einmal aufwacht, großen Heißhunger auf schokoladenhaltige Lebensmittel hat und "K" nicht mehr existiert, muss gehandelt werden…back to 1969!

    Fazit:
    Der dritte Teil über die Spezialeinheit für die Geheimhaltung außerirdischer Aktivitäten auf der Erde hinterlässt mich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten.
    Ohne Zweifel haben sich Etan Cohen, David Koepp und Jeff Nathanson mit der Idee "J" auf Zeitreise zu schicken aus der Misere gerettet sich allzu sehr zu wiederholen, aber letztendlich sieht man nicht wirklich viel Neues.
    Der Film ist ein echtes Hochglanzprodukt.
    Ein schillernd buntes 1969 mit ebenso schmuckem und etwas heruntergerechnetem Hightech, ein paar richtig gute Witze, Aliens und Agenten als Künstler wider Willen und die echten Liebesvibes der Sechziger, sorgen für prächtige Unterhaltung. Dazu kommt der professionelle Elfman Score, ein paar musikalische Sixties Kracher und ein sehr gut aufgelegter Josh Brolin, dessen Darstellung des jungen "K" unübertroffen ist.
    Alles in allem gute Hollywoodunterhaltung mit beeindruckenden Effekten, dennoch für mich ohne das Gefühl einen übermäßig guten Kinofilm gesehen zu haben.
    Ich weiß nicht, obwohl ich Hightech und krachige Effekte mag, zeigten auch schon die Trailer im Vorlauf (Batman, Total Recall und GI Joe), dass die großen Produktionen zu einem düsteren Einheitsbrei verkommen, den ich sicher gucken werde, aber großes Kino ist was anderes.7:10

    USA 2012 - Originaltitel: Men in Black III - Regie: Barry Sonnenfeld - Darsteller: Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Rip Torn, Emma Thompson, Alice Eve, Nicole Scherzinger, Jemaine Clement, Bill Hader, Keone Young - FSK: ab 12 - Länge: 105 min.

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