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Archiv der Einträge: Februar, 2012
  • DieGelegenheit

    Easy Money von Daniel Espinosa

    EasyMoneyInhalt:
    Der gutaussehende BWL Student Johan 'JW' Westlund führt ein Doppelleben. Während er seinen Schicki-Micki Freunden vorgaukelt dazuzugehören, wohnt er tatsächlich in einer schäbigen Studentenbude, fährt zwischen den Vorlesungen Taxi und fälscht schon mal Designerhemden. Doch dann kommt JW große Chance "einfach" viel Geld zu machen. Zu verdanken hat er das seinen wirklich guten Kenntnissen des Geldmarktes und dass sein Taxichef bei der albanischen Mafia arbeitet. So ergibt es sich, dass JW den gerade aus dem Knast geflohenen Jorge vor der serbischen Mafia retten soll und ehe er sich versieht in ein riesen Drogendeal hineinrutscht. Das Angebot für 2 Mio die Finanzen der Albaner zu regeln kann er nicht abschlagen. Leider gibt es immer zwei Seiten der Medaille und eigentlich kann man niemanden vertrauen, besonders nicht den eigenen Leuten. Aus gut wird böse und aus Gegener verbündete.

    Fazit:
    Interessant, hier nun der nicht minder actionlastige Vorgänger des für mich langweiligen "Safe House" und ich muss sagen: er hat mir richtig gut gefallen. Zwar ist die Story nicht unbedingt innovativ, aber spannend präsentiert und irgendwie auch nicht unabwegig.
    Was tun, wenn man schön in intelligent ist, sich gerne mit den reichen Jungs und Mädels rumtreibt, aber tatsächlich kaum das Geld zum überleben zusammenbekommt? Richtig, man ergreift die Gelegenheit beim Schopfe, wenn sie sich bietet. In diesem Fall kommt die in Form von JWs Boss vom Taxiladen daher. Der will, das er einen Typen vor ein paar Gangstern in Sicherheit bringt und bietet ihm dafür eine fünfstellige Summe. JW rettet Jorges Leben und versorgt ihn, der ist ihm sehr dankbar dafür. Doch Jorge ist kein unbeschriebenes Blatt, denn er macht groß in Drogen und ist vor wenigen Tagen aus dem Knast ausgebrochen. Doch Jorges Problem ist weniger die Poilzei, sondern mehr die Serben, die sehr gerne ein Stückchen, also eigentlich den ganzen Kuchen haben wollen. So steht JW auf einmal inmitten eines Bandenkrieges zwischen Albanern und Serben, die alle an viel Drogen und das große Geld wollen und während er sich einbildet bald das große Geld in Händen zu halten, wird er von allen mehr oder weniger aufs Glatteis geführt.

    "Easy Money" ist mehr als ein bloßer Actioner oder simpler Drogenthriller, geht es doch viel mehr um seine Protagonisten JW, den BWL Studenten, Jorge den Drogenhändler und entflohenen Sträfling und Mrado, die ausführende Hand des serbischen Paten. Espinosa zeigt, dass die drei trotz ihrer kriminellen und teilweisen mörderischen Zügen, wenn auch egoistische, aber dennoch Menschen sind, die selbst Familie haben, um die sie sich sorgen und die versuchen neben den gefährlichen Geschäften ein "normales" Leben zu führen.
    Die einzelnen Charaktere stehen im Vordergrund, trotzdem geht es flott und brutal zur Sache.
    "Easy Money" ist ein sehr gelungener Thriller und der erste Teil einer Trilogie, der für keinen der Hauptdarsteller so wirklich gut ausgeht.
    Neben Joel Kinnaman überzeugen Dragomir Mrsic und Matias Padin Varela. 
    Meine Sehempfehlung.
    8:10

    Schweden 2010 - Originaltitel: Snabba Cash - Regie: Daniel Espinosa - Darsteller: Joel Kinnaman, Matias Padin Varela, Dragomir Mrsic, Lisa Henni, Mahmut Suvakci, Jones Danko, Lea Stojanov, Dejan Cukic, Miodrag Stojanovic - FSK: ab 16 - Länge: 124 min.

     

  • AußerKontrolle

    Tyrannosaur von Paddy Considine

    Tyrannosaur_Inhalt:
    Der Witwer Joseph hat sich nicht unter Kontrolle. Der Alkohol und seine ständige Wut über jeden und alles im Bauch macht ihn unberechenbar. So bringt ihn der Ärger über die Typen im Wettbüro dazu seinen Hund totzutreten.
    Ein falsches Wort irgendwo und der scheinbar ruhige Joseph schlägt zu.
    Doch Joseph versucht sich in den Griff zu bekommen. Da flüchtet er sich eines Tages in einem Wutanfall in den Second Hand Laden von Hannah, doch sie zeigt keine Angst, versucht trotz Josephs Beschimpfungen mit ihm zu reden, für ihn zu beten und bald zeigt sich, dass nicht nur Joseph so seine Probleme mit gewaltätigen Übergriffen hat.

    Fazit:
    Für mich war der Film von der ersten Minute an ein Schlag in die Magengrube. Ein älterer ärmlicher Mann kommt aus dem Wettbüro, er ist verärgert und tritt in seiner Wut auf seinen schon vorher ängstlich wimmernden Hund. Das das nicht gut ausgeht steht fest und die ersten Tränen liefen, denn Joseph, der Protagonist, ist wütend, immer und über alles. Er schlägt auch stets zu, doch er möchte das nicht mehr. So trägt er seinen Hund, den er über alles liebte auf dem Arm nach Hause, zum sterben.
    Joseph ist kein wirklich böser Mensch, er ist aber auch nicht gut. Zwischen seinen Wutausbrüchen unterscheidet er sehr wohl und er hat tatsächlich ein Herz für die Schwachen. Ob es der kleinen Nachbarsjunge oder Hannah, die Verkäuferin in örtlichen Second Hand Ladens ist. 
    Hannah stößt Joseph nicht gleich weg. Die aufrichtig religiöse Frau spricht mit ihm, lässt sich auch beleidigen, zeigt jedoch ihre Verletzung. Und obwohl Joseph eigentlich nicht mit Hannah anbändeln will, zieht es ihn immer wieder zu ihr und so entdeckt er, dass sie sehr unter der häuslichen Gewalt ihres Mannes leidet. Die Situation wird eines Tages so schlimm, dass sie sich zu Joseph flüchtet. 
    "Tyrannosaur" ist anders, auch wenn er als Untertitel "eine Liebesgeschichte" trägt, denn hier muss jeder mit den Konsequenzen seiner Handlungen leben. Keine Ausweichparagrafen oder verklärten Zurechtbiegungen, nein, jeder büßt für das was er getan hat, wenn auch in gewisser Weise nicht alleingelassen.
    Ich kannte Paddy Considine bislang ja nur als Schauspieler, aber was der Mann hier als Spielfilmdebüt hingelegt hat: alle Achtung.
    Der Film hat mich tief bewegt, zum großen Teil weil er einfach sehr nahe am Leben ist und überhaupt nicht mit irgenwelchen Klischees spielt oder irgendwas schönt oder des Showzwecks wegen überdramatisiert. Er zeigt alles so wie es ist: weder gut noch böse, sondern irgendwo dazwischen. Und Considine zeigt auch, dass wirklich jeder seine Grenzen hat; der eine kann nur bis zu einem gewissen Grad ertragen, der andere reagiert überraschend vernünftigt, so gar nicht hollywood like eben.
    Gewalt steht hier im Mittelpunkt. Sie ist furchtbar und die Menschen hier machen einem teilweise Angst, zurecht. Doch wir sehen auch, dass man sich ändern kann ohne das Getane gutzuheißen. Man kann mit Einsicht und Selbstreflektion für sich einen Schnitt machen und ein neues Leben anfangen.
    So geht der Film lebensecht zu Ende, schmerzlich und dennoch mit einem Lichtblick.
    Natürlich darf man nicht vergessen, dass "Tyrannosaur"  sehr gut besetzt ist. Peter Mullan als Joseph ist großartig sowie auch Olivia Colman als Hannah.  Eddie Marsan kann diese komplexbeladenen Charakter ja gut rüberbringen und so auch hier.
    Filmisch denke ich, auch wenn ich ihn zu Hause gesehen habe, dass er wirklich was auf der großen Leinwand hermacht. Considine hat unglaublich "schöne" Szenerien, die auf großem Raum sicher zu beeindrucken wissen.9_rabbit_animal_pink_smile
    Insgesamt meine unbedingte Sehempfehlung. Sehr guter, wenn auch harter Film.

    Großbritannien 2011 - Originaltitel: Tyrannosaur - Regie: Paddy Considine - Darsteller: Peter Mullan, Olivia Colman, Eddie Marsan, Paul Popplewell, Ned Dennehy, Samuel Bottomley, Sally Carman - FSK: ab 16 - Fassung: O.m.U. - Länge: 89 min

  • WegeInsGlück

    Cherry von Stephen Elliot

    cherryInhalt:
    Angelina ist gerade mal 18 und steht eigentlich kurz vorm High-School-Abschluss, doch die Arbeit in der Wäscherei und ihre Familie gehen ihr auf die nerven. Während die Mutter immer betrunken ist, sieht sich Angelina den Übergriffen ihres Vaters ausgesetzt.
    Doch dann macht ihr ihr Freund einen gut bezahlten Job für Nacktfotos schmackhaft und nach einigem zaudern macht sie den Shoot und geht mit den 500 Dollars gemeinsam mit ihrem Schulfreund nach San Franzisko.
    Angelina fängt als Servierin in einer Striptease Bar an und ist der Blickfang für viele Männer, bis ihr eine Kollegin den Tipp gibt wo sie noch mehr Geld für weniger machen kann: beim Pornofilm.

    Fazit:
    Vorurteilslos und mit erfrischender Sachlichkeit sollte Angelinas einstieg ins Pornobuisiness dargestellt sein. Na ja, fand ich eher nicht.
    Da haben wir den Klassiker: super hübsche Blondine hat Alkoholiker-Mum und bösen Papa, natürlich eine jüngere Schwester, die sie über alles liebt und einen doofen Punkfreund, der sie drängt Nacktfotots zu machen. Dann lockt das viele Geld - okay 500 Dollars für ein paar Fotos lassen sich sehen, der Freund findet das dann doch nicht so gut, sie zeigt ihm den Stinkefinger und geht mit ihrem Kumpel und eigentlich Haustierersatz nach San Franzisko. Sie bekommt gleich einen guten Job in einer anständigen Stripbar, lernt einen netten Anwalt kennen, doch das Geld lockt und so folgt sie der Empfehlung einer Kollegin und geht mal eben in ein Pornoproduktionsbüro. Sie wird gleich angenommen, verdient ziemlich gut, ihre Pornoregisseurin verliebt sich in sie…blablablabla.
    Aus vorurteilslos und sachlich wird schnell hochglanz und extrem geschönt. "Cherry" zeigt nicht die "Karriere" irgendeines hübschen Mädels, die wie die Mehrheit in irgendeiner schäbigen Hinterstübchen-Blümchentapeten-Drecksproduktion landet, nein Angelina aka Cherry landet bei einer gaaaanz netten Regisseurin, die mit ihr nur Pornos mit Frauen dreht. Dafür werden alle toll geschminkt und in echt schicke Latexklamotten gepackt und machen gut ausgeleuchtete nette Filmchen, die man auch in eine kesse Vogue packen könnte. Später will sie dann noch mehr Geld verdienen und geht dann zu Männern über, was aber letztendlich auch der Lacher ist, denn jeder hier hat schon "schlimmeres" in den Pop-Ups von Serienjunkies gesehen hat.
    Dann ist da noch die Lovestory zwischen ihr und ihrer Produzentin, die irgendwie auch sehr geschönt und makellos verläuft…und so im Nachhinein glaube ich, dass so viele gegangen sind, weil sie einfach mehr als einen modernen Bilitis erwartet haben.
    Überraschenderweise läuft hier James Franco durchs Bild, der einen drogensüchtigen Anwalt und Angelinas Freund mimt. Aber schon nach dem ersten Männerdreh wirft er das Handtuch.
    Total fehlplaziert war Dev Patel als Angelinas Schul- und Busenfreund. Er wirkt einfach viel zu jung und unerwachsen und passt einfach nicht zu Ashley Hinshaw. Dann ist da noch Heather Graham…na ja.
    Ein kleiner, wenn auch kurzer Lichtblick war hingegen Lili Taylor als Angelinas Mutter.
    Seltsam, Stephen Elliot schafft das unglaubliche: einen ewig lang wirkenden Film drehen, der die interessanten Sachen nur anreißt und alle Unwichtigkeiten vertieft.
    Ich kann nicht sagen, dass Cherry weh tut, aber er ist einfach unbefriedigend, weil man sich mehr erhofft. Die tiefen Einblicke in die Szene oder Cherrys Gefühlswelt bleiben doch im Großen und Ganzen aus. Dafür gibt es schöne Bilder.
    Schade - harmlos, aber für ein Debut noch in Ordnung.Zombie-6

    Cherry  R: Stephen Elliot  B: Lorelei Lee, Stephen Elliot  D: James Franco, Heather Graham, Dev Patel USA 2012

  • DerLängereAtem

    Haywire von Steven Soderbergh

    HaywireInhalt:
    Als Mallory Kane in das Diner einkehrt hat sie bereits eine Odysee durch Europa in die USA hinter sich und ihre Verfolger sind ihr noch immer auf den Fersen. Doch was ist passiert?
    Ex Marine Mallory ist Geheimndienstagentin, die Beste; doch sie arbeitet nicht direkt für die Regierung, sondern für eine Privatfirma, die sie dann für die geheimen Geheimaufträge einsetzt.
    Mallory hat auch genug von der Sache, doch ihr Ex und gleichzeitig Chef setzt sie auf einen neuen Fall an: ein entführter chinesischer Journalist soll in Barcelona befreit werden. Gesagt getan. Kaum zu Hause das Regal dekoriert soll sie gleich wieder nach Dublin sich als Frau eines britischen Agenten Ausgeben um an seinen Kontaktman heranzukommen. Auch hier läuft alles wie am Schnürchen doch dann geht ihr ihr Partner an den Kragen und eine wilde Flucht beginnt.

    Fazit:
    "Haywire" ist so Soderbergh, soderberghscher geht es kaum noch:
    Man nehme sehr bekannte und ein paar unverbrauchte Gesichter, eine spannende, actiongeladene Handlung, gestalte sie undurchsichtig und verwirrend, nehme alles sehr ansprechend auf, gebe die Musik an David Holmes und erlöse den Zuschauer am Schluss mit einer detailiierten Erklärung was er da eigentlich gerade gesehen hat. Die klassische Soderbergh Formel.
    Neben seiner Leidenschaft für Rückblenden und Schlusserklärungen, hatte ich den Eindruck, dass Soderbergh auch unbedingt mal was mit einer Martial Arts Expertin drehen wollte, so richtig nach dem Motto: "Mallory schafft sie alle" oder Prachtweib verdrischt männliches Staraufgebot.
    Gut, Michael Douglas wird kein Haar gekrümmt, er ist präsent und einfach nur gut, aber andere wie Michael Fassbender mussten da schon mehr einstecken und er war nicht das einzige berühmte Gesicht, das hier von dieser ausnehmend hübschen Frau vertrimmt wurde. Ich möchte nicht behaupten, dass Gina Carano neben ihrer sportlichen und optischen Qualitäten völlig talentfrei ist, aber ihr schauspiel stand hier nicht im Vordergrund. Viel mehr rennt sie durch die Story und versucht mit wenigen Worten herauszufinden wer ihr was anhängen will und warum.
    Dabei bleiben die männlichen Protagonisten konsequent auf der Strecke, sofern sie nicht völlig frei von Schuld sind und die weibliche Zuschauerin hat genügend Zeit sich völlig mit unserer Hauptdarstellerin zu identifizieren, also im besten Sinne und schon mal den ein oder anderen Kick an den Sitz des Vordermannes anzubringen, nur so wohlgemerkt, denn ausführlichere Trainingseinheiten folgen dann im hauseignen neuen Fitnesseckchen.
    Schön anzusehen das alles und Soderbergh kann trotz der scheinbar 0815 Handlung immer wieder Akzente setzten. So bleibt er bei den Laufverfolgungen immer nah an der Protagnonistin, rennt mit ihr, wir hören sie atmen, sehen sie schwitzen oder fühlen förmlich den Schmerz, wenn sie abrutscht und vom Dach fällt. Momente der Action und doch der Entspannung, denn flüchten kann auch langatmig sein und eine Verfolgung erfordert Ausdauer -
    und die hat Mallory Kane - bis zum Schluss hat sie den längeren Atem.Zombie-8
    Sehenswert.

    Übrigens: Im direkten Vergleich zu dem vom mir am Tag vorher gesehenen "Safe House" ein Unterschied wie Tag und Nacht. Soderbergh zeigt wie man auch aus einer nicht ganz so starken Geheimdienstgeschichte noch einen ansprechenden Film zaubern kann.

    USA 2011 - Regie: Steven Soderbergh - Darsteller: Gina Carano, Michael Fassbender, Ewan McGregor, Bill Paxton, Channing Tatum, Antonio Banderas, Michael Douglas, Michael Angarano, Mathieu Kassovitz, Julian Alcaraz - Länge: 93 min.

     

  • (K)einRuhigerJob

    Safe House von Daniel Espinosa

    SafeHouseInhalt:
    Matt Weston ist noch ein Frischling in der CIA. Direkt aus Yale verpflichtet, sitzt er nun bereits 12 Monaten irgendwo in Kapstadt in einem sogenannten Safe House, einem geheimen, speziell gesicherten Gebäude, das zum Schutz und als "Zwischenlagerung" von Schutzbefohlenen und Gefangenen des CIA dient. Matts Safe House hatte noch nie einen Besucher und so langweil er sich Tag ein Tag aus und eine Aussicht auf Veränderung wurde von seinem Vorgesetzten David Barlow erst mal auf Eis gelegt.
    Doch manchmal geht alles sehr schnell und so stellt sich der Supergeheimagent und mittlerweile als Verräter geführte Tobi Frost in der US Amerikanischen Botschaft. Er hat gestohlene hoch brisante Informationen bei sich und konnte sich nur so vor seinen Verfolgern in Sicherheit bringen. Bereits kurz nachdem Tobi in Matts Safe House verbracht wird, bricht aber sie Hölle los, denn Frosts Gegener wissen scheinbar genau wo er ist und stürmen das Gebäude, scheinbar hatte er auch damit gerechnet und nutzt die Gelegenheit einen Abgang zu machen, allerdings ohne mit Matts Ergeiz zu rechnen seinen Gefangenen der CIA zu übergeben.

    Fazit:
    Tja mit "Safe House" wurde in der Sneak kalt erwischt, denn freiwillig hätte ich mir diesen Ryan Reynolds nun nicht angesehen.
    Daniel Espinosa konnte sich ja bereits mit "Easy Money" profilieren, den ich noch nicht gesehen habe. Im Gegesatz dazu ist "Safe House" aber Top-Promi besetzt. Denzel Washington, Sam Shepard, Brendan Gleeson, Liam Cunningham und Vera Farmiga glänzen in kleineren oder größeren Rollen, wobei Washington Reynolds an die Wand nagelt. Ich kann mir nicht helfen, aber Reynolds ist einfach untalentiert, das mag auch daran liegen, dass er nicht mehr Gesichtsausdrücke als der Zoolander hat.
    Die Story an sich ist schnell erzählt: ehemaliger Topspion entzieht sich der CIA und zieht lieber finanziellen Gewinn aus seinen Geheiminformationen. Sein letzter Coup bringt ihn jedoch in größere Schwierigkeiten als geplant und er stößt auf seiner Flucht auf den jungen CIA Mann Weston. Der will ihn in die Zentrale überführen, kommt jedoch nach und nach der Sache auf den Grund und was mit Tobi Frost wirklich los ist. Amen.
    Warum das UCI vor dem Film noch sein super Digitalbild bewarb ist mir schleierhaft, ebenso wie der ungebrochene Trend mit der Wackelkamera Action vorzutäuschen. Der ganze Film ist extrem grobkörnig und wie gesagt verwackelt und eigentlich machen die Akteure über 115 Minuten nichts anderes als sich gegenseitig zu verdreschen oder zu erschießen. Das alles diesmal in Kapstadt und Johannisburg glaube ich, egal viel in Slums und für Hollywoodverhältnise ungewohnter Umgebung.
    Nichtsdestotrotz verläuft die Geschichte viel zu geradlinig und vorhersehbar und ist insgesamt ziemlich ermüdend.
    Einerseits ist das Staraufgebot reine Verschwendung, andererseit macht es den Streifen gerade noch erträglich. Ich weiß nicht, im Kino lohnt er sich für mein empfinden nicht, aber um einen echt fertigen Denzel Washington gesehen zu haben dann wiederum schon. Vielleicht später dann auf DVD…?Zombie-5

    USA / Südafrika 2012 - Regie: Daniél Espinosa - Darsteller: Denzel Washington, Ryan Reynolds, Vera Farmiga, Sam Shepard, Joel Kinnaman, Brendan Gleeson, Robert Patrick, Tanit Phoenix, Liam Cunningham - FSK: ab 16 - Länge: 115 min.

  • …UndDasKommtDemnächst:

    Nein, ich war die Woche nicht nur Couchpotato.
    Donnerstag waren wir in der UCI Potsdam Sneak und es lief enttäuschenderweise "Safe House".
    Damit wurde unsere Theorie zunichte gemacht, nach der immer der letzte Film der Sneak Trailer in der darauf folgenden Woche gezeigt wird.
    Egal, der Streifen ist in der Hauptrolle mit Ryan Reynolds, was die Angabe "Horrorfilm" ad absurdum führt. War natürlich dann auch ein Thriller, immerhin mit Denzel Washington, Brendan Gleeson, Liam Cunningham, der schönen Vera Farmiga und Sam Shepard. Letztendlich wurde sich aber nur fast zwei Stunden verdroschen und zusammengeschossen, während die Handlung seehr dünn war und in Südafrika spielte.
    Am nächsten Tag habe ich dank Frau Flinkwerts selbstlosen Einsatztes an der Kasse des Haus der Berliner Festspiele (noch mal danke dafür) ziemlich spontan mit ihr zusammen "Haywire" gesehen. Mit dem Durchbruch durch die Schallmauer auf der Clayallee hatte ich mich kurz vorher bereits auf mein neues Leben als Martial Arts und Stunt Ikone vorbereitet… :))
    Heute dann, trotz Berliner Verkehrschaos nach der Arbeit ins Cubix in "Cherry". Ein Streifen bei dem es um ein sehr junges Mädel ging, dass ins Pornogewerbe einsteigt. Ich weiß nicht, ob sie ihn so scheiße fanden oder was, aber da verließen so einige das Kino. Aber so im Großen und Ganzen war er recht harmlos.
    Zum Cubix möchte ich anmerken: bravo für keine Snacks in den Berlinale Sälen erlaubt und sogar Aufpasser, die das überwachten denn: kein Popkorn, kein aufwendiges Kino reinigen! Ein Daumen nach unten für die lange Wartezeit. Mensch, räumt doch das Kino zwangsweise, man muss heute doch nicht mehr sitzten bis der Vorhang fällt. Dadurch fing der Film erheblich später an.

  • Stahl,PimpfUndMondgestein

    Iron Sky von Timo Vuorensola

    iron_skyInhalt:
    1945, still und heimlich setzt sich der harte Nazikern mit Hilfe eines streng geheimen Weltraumprogramms in Richting Mond ab. Dort auf dessen dunkler Seite bauten sie ihre Mondbasis auf und überleben mit arischem Gedankengut die irdische Niederlage. 
    2018, zu Werbezwecken für die Wiederwahl der Präsidentin der USA wird eine Mission zum Mond realisiert. Mit an Bord das schwarze Model James Washington. Doch die Astronauten trauen ihren Augen nicht, als sie Menschen in Naziuniformen auf dem Trabanten entdecken. Kurze Zeit später lebt nur noch Washington und wird gefangen genommen. Er ist nicht brass erstaunt, als er erfährt dass diese deutschen Spinner tatsächlich eine Invasion auf die Erde planen, um endlich wieder Ordnung ins System zu bringen und dafür bereits mit Raumschiffen und einem Megaschlachtschiff, der Götterdämmerung, ausgerüstet sind.

    Fazit:
    Da ist er nun, "Iron Sky", Nazis auf dem Mond harren dem vierten Reich, der Rückeroberung der Erde - also natürlich des gesamten Planeten nach der radikalen "Säuberung" mittels Meteorblitzkrieges und Verbreitung ihrer Ideololgie…
    Kaum zu glauben, auch nicht für Timo Vuorensola, dass es eine Low-Budget Produktion, die nicht zu unerheblichen Teilen per Crowdfunding finanziert wurde, mit entsprechend vielen Ideen und Reinrednern, es wirklich auf die Berlinale geschafft hat.
    Ich will nicht behaupten, dass es sich hier um ein Stück Filmgeschichte handelt…oder vielleicht doch, weil "Iron Sky" ganz gut zeigt was eine echte Fangemeinschaft eigentlich auf die Beine stellen kann.
    Es ist weniger das Drehbuch, schon gar nicht die darstellerischen Leistungen, die diese Weltraumkomödie so unterhaltsam macht, sondern mehr die Mischung aus einer absolut absurden Idee gepaart mit martialischem, stahllastigem und ledernem Auftreten.
    Man muss schon hinnehmen, dass allenfalls 1 von 10 Witzen zündet, der ist dann aber auch richtig gut und der Rest einfach alberner Slapstick darstellt. Die Schauspieler sind zum Teil grottig, aber was solls, wer würde hier jemals den ersten Stein auf Udo Kier werfen, egal was er macht, der Mann ist eben…Udo Kier man!
    Andere wie die possierliche Julia Dietze waren sicherlich ambitionierter, aber irgendwie sprang hier nicht der Funke über. Und was Götz Otto da so macht…Aber alles unwichtig, denn wir hatten in Spaß und waren irgendwie auch ein bisschen mit Stolz, dass das Projekt auf der Riesenleinwand nun so stattlich rüberkam, lauerten wir doch viele Jahre mit im Internet und freuten uns über jeden noch so kleinen Schnipsel aus der Produtkion.
    Dafür wurden wir mit formschönen Weltraumschlachten entlohnt, während derer man (ich spreche es ungern laut aus) aufgrund verschiedenster diplomatischer Unstimmigkeiten in der UNO doch schon mal nen halben Daumen für die Nazis drückte.
    Ich will jetzt nicht jeden guten Gag hier ausbreiten, das sollte sich jeder Interessent dann doch selbst antun; mit ein wenig heruntergeschraubten Erwartungen, der großen Liebe zum Trash und einem Herz für finnischen Humor in Stahl und Leder, dürfte  kaum jemand wirklich enttäuscht werden.
    Zombie-7

    Finnland / Deutschland / Australien 2012 - Originaltitel: Iron Sky - Regie: Timo Vuorensola - Darsteller: Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby, Tilo Prückner, Peta Sergeant, Stephanie Paul, Kym Jackson - Länge: 93 min.

  • SturmAmHorizont

    Take Shelter von Jeff Nichols

    Take_Shelter_Inhalt:
    Curtis, Samantha und Hannah sind eine kleine glückliche Familie. Curtis ist Bauführer in der örtlichen Sandgrube und sorgt gut für seine Familie. Samantha verdient durch Handarbeiten dazu und kümmert sich um die gehörlose Tochter, Hannahs wohlbefinden steht bei dem Paar im Vordergrund, doch Curtis merkt zunehmend, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er wird von Alpträumen gepeinigt kann kaum schlafen und er ahnt was mit ihm passiert, kann sich aber nicht dagegen wehren.
    So wird Curtis Zustand zu einer großen Bewährungsprobe für Familie und Freunde.

    Fazit:
    Trotz der tollen Kritiken wollte ich mich ja etwas um "Take Shelter" herumdrücken, denn auf Filme über Schizophrenie bin ich nun nicht soo wild. Nun hat mich die UCI Sneak aber kalt erwischt und ich muss sagen, ich war nicht enttäuscht.
    Das mag besonders an der guten Performance Michael Shannons gelegen haben, aber auch an dem nicht minder schlechten Drehbuch. Nichols lässt sich zwar massig Zeit die Geschichte einer beginnenden schizophrenen Erkrankung zu erzählen, das macht er aber mit einen tollen Kameramann und einer schönen Bildsprache.
    Protagonist Curtis führt mit seiner kleinen Familie ein einfaches Leben. Ein Haus das überlegt durchfinanziert wurde, eine ordentliche Arbeit mit einer guten Versicherung, die die Zukunft der gehörlosen Tochter sichern kann.
    Doch plötzlich wird Curtis von Alpträumen geplagt, kann nicht mehr schlafen und sich seiner Visionen auch im Alltag nicht entledigen. Die Unfähigkeit Traum und Wirklichkeit zu trennen wird für Curtis zum echten Problem und so fängt er tatsächlich an einen Sturmbunker zu bauen, weil er in seinen Träumen einen Sturm aufkommen sieht. 
    Es wird kein Hehl daraus gemacht was Curtis hat und auch er weiß es, kann sich jedoch mit den Mitteln, die er in Anspruch nimmt nicht dagegen wehren; er wird Schizophren wie auch bereits seine Mutter.
    Immer wieder versucht er sich und die Krankheit in den Griff zu bekommen und scheitert an seinen Verwirrungen, versucht die Familie zu verschonen und stellt seine Frau auf eine große Belastungsprobe.Zombie-8Nichols hat mit "Take Shelter" einen bewegenden Film gedreht. Ohne Rührseligkeiten lässt er seinen Protagonisten blank ziehen mal offen mal sehr symbolisch bis hin zum erlösenden Ende für seine Hauptfigur und zeigt uns, dass nicht jede psychische Erkrankung im Chaos für Familie und Umwelt enden muss.
    Ein Film, den man gesehen haben sollte. Sehr gut.

    USA 2011 - Originaltitel: Take Shelter - Regie: Jeff Nichols - Darsteller: Michael Shannon, Jessica Chastain, Tova Stewart, Shea Whigham, Katy Mixon, Kathy Baker, Ray McKinnon, Lisa Gay Hamilton, Robert Longstreet - FSK: ab 12 - Länge: 120 min.

  • WickieUndDieNeueWelt

    Walhalla Rising von Nicolas Winding Refn

    WalhallaRisingInhalt:
    Der klassisch heidnische Wikinger lebt in der Diaspora. Zurückgedrängt von den metzelnden allesbekehrenden Christen, hausen die wenigen Überlebenden in den Bergen und vertreiben sich die Zeit mit Sklavenkämpfen. 
    Einer dieser Kämpfer ist der mysteriöse Einauge. Niemand weiß woher er kommt, aber er sieht die Zukunft und ist ein enorm guter Kämpfer, der seinem Besitzer den Lebensunterhalt sichert.
    Doch jemand macht einen Fehler und Einauge kann sich befreien, tötet fast alle und flüchtet. Der Knabe, der ihn fütterte bleibt am Leben und folgt ihm und wird schließlich sein Weggefährte. Auf ihrer Flucht stoßen sie auf eine Gruppe Christen, von denen sie überredet werden mit auf die Kreuzfahrt nach Jerusalem zu kommen, doch während einer Irrfahrt durch nebelige Gewässer landet die Gruppe in einem fremden Land und sie sind dort nicht alleine.

    Fazit:
    Ja huch, was soll ich sagen?
    Auf schlechte Musik war ich schon vorbereitet, aber das war der angenehmste Teil dieses Wikingerkunsteposdingsdas.
    Keine Ahnung ob und was sich Nicolas Winding Refn dabei gedacht hat: Almwikingergemeinschaft pennt zwischen Moos und Hinkelsteinen hat Sklavenmänner um sich mit Kämpfen - bis das der Tod eintritt - die Zeit zu vertreiben. Die harten Burschen konnten sich erfolgreich den Christen, Wasser und Seife entziehen und sind besonders stolz auf einen Einäugigen Dreckskerl, der ziemlich problemlos jeden Gegener zur Strecke bringt. Er hat nur noch ein Auge, spricht nicht und ist auch nicht auf den Kopf gefallen, nutzt die erste Gelegenheit, die sich ihm bietet um zu fliehen. Dann murkst er alle bis auf ein Kind ab und macht sich auf die Wanderschaft. Er nimmt sich mehr oder weniger dem Kind an, das ihm tapfer folgt, stößt auf eine Hand voll Christen und als er hört es geht nach Jerusalem andere ungläubige metzeln macht er spontan mit. Wie es der Nebelgott aber dann so will, landen die Nordmannen nicht irgendwo in der südlichen Sonne, sondern entdecken Amerika, Die Einheimischen möchten das aber nicht und bringen alle um. Zwischendurch hat der Einäugige dann noch janz dolle Visionen und während der Zuschauer mit sehr langweiligen Landschaftsbildern bis zu zerreißen gelangweilt wird - ich konnte mich kaum wach halten - es gibt ein par sehr tiefsinnige Sprüche, über den Sinn des Lebens und Glauben und so und viele denken das ist dann Kunst.
    Ist es auch, aber ich mag es trotzdem nicht.
    Zombie-4
    So ist Walhalla Rising trotz ein paar weniger Gewaltausbrüche ein total langweiliger piefiger Ötzifilm. Ich weiß nicht, kein Vergleich mit dem was Nicolas Winding Refn davor und danach gemacht hat und eigentlich nur zum eindösen gut.

    Titel: Walhalla Rising Originaltitel: Valhalla Rising Dänemark, Großbritannien 2009 Laufzeit: 90 Minuten Altersfreigabe: ab 16 Jahren Regie: Nicolas Winding Refn Drehbuch: Nicolas Winding Refn Produktion: Henrik Danstrup, Bo Erhardt, Johnny Andersen Bildgestaltung: Morten Søborg Montage: Matthew Newman Darsteller: Mads Mikkelsen, Jamie Sives, Gary Lewis, Ewan Stewart, Gary McCormack, Mathew Zajac, Maarten Stevenson, Andrew Flanagan

  • DerLangeWegInsGlück

    The Artist von Michel Hazanavicius

    The-ArtistInhalt:

    Es ist 1927, wir leben im Zeitalter des Stummfilms und George Valentin ist der unbestrittende Stern am Hollywoodkinohimmel. Doch der Film ist im Wandel, die ersten Tonaufnahmen werden gemacht und Valentins Produzent sieht die Zeichen der Zeit. Während sich George dem Tonfilm verschließt nutzt Peppy Miller ihre Chance. Das clevere Mädchen lernt George Valentin auf einer Premierenfeier mit Autogrammheft in der Hand kennen und verliebt sich in ihn. Doch George ist verheiratet und Peppy beschließt  zum Film zu gehen und arbeit sich in den nächsten Jahren die Besetzungsliste nach oben. Von der einfachen Tanzstatistin zur Hauptdarstellerin wagt sie nun den Sprung zum Tonfilm.
    Der schlägt beim Publikum ein wie eine Bombe, eine Tatsache, die Valentin noch immer verdrängt, sein Abstieg ist unaufhaltsam, doch Peppy hat ihn immer im Auge.

    Fazit:
    Schon fast klischeehaft war das Publikum im ausverkauften Cinema Paris mit seinem geschätzen Durchschnittsalter von 65+ , dennoch ist "The Artist" nicht nur für die "Alten", dafür ist er wiederum zu modern.
    Michel Hazanavicius hat einen Stummfilm gedreht nicht ohne auf ein paar Tricks der modernen Technik zu verzichten, so wird es irgendwann dann doch mal klackern und scheppern.
    Das erste was auffällt ist neben dem großartigen Jean Dujardin, dass gesprochen wird. Zwar ohne Ton, aber in der Regel tritt das in einem echten Stummfilm nicht so in den Vordergrund - hier versuchte ich ständig Lippen zu lesen. Das mag natürlich auch daran liegen, dass wir keine grobe Körnung oder eine viel zu schnelle Abspielgeschwindigkeit haben, sondern ein gestochen scharfes Bild und natürliche Bewegungen, so fehlt dem Ganzen schon etwas Authentisches. Andererseits hat sich Michel Hazanavicius Team wirklich unglaubliche Mühe gegeben bis ins kleinste Detail getreu nachzustellen, die Hollywoodland Buchstaben habe ich das letzte Mal in einem Stan Laurel/Oliver Hardy Film bemerkt.
    Unbestritten macht "The Artist" durchweg Spaß. Die Darsteller sind gut…John Goodman… er ist ein Mimikmann wie Dujardin und die Geschichte passt. Der Film ist ein netter Versuch den Stummfilm zu huldigen, wenn auch ganz anders als Scorseses Ansatz, der mir im Nachhinein besser gefiel.
    Wirklich in die Hose gegeangen ist die Musik von Ludovic Bource, die an manchen Stellen schwer an Hitchcock Streifen wie Marnie erinnerte und weniger an Stummfilm und den Lack dann wiederum etwas bröseln lies.
    Insgesamt ist "The Artist" ein guter Film, auch wenn man einfach die ganze Zeit auf den ersten Ton lauert. Er amüsiert, macht Spaß, hat gute Darsteller, ist für mich aber irgendwie mehr aufwändiger Gag als warmherzige Hommage. Ich kann es kaum beschreiben, ich fand "Hugo Cabret" ja nicht so überragend, aber genau dort fand ich ist das Andenken an die Anfänge des Films richtig und besser gelungen.Zombie-7
    Ungeachtet dessen unbedingte Sehempfehlung.

    Frankreich 2011 - Regie: Michel Hazanavicius - Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Ed Lauter, Beth Grant, Ken Davitian, Bitsie Tulloch - FSK: ab 6 - Länge: 100 min.

  • DieKleineVorschau

    BubeDameKönigGrasSerieSo was war los und was kömmet noch?
    Zu "Am Abgrund" mit Liv Tyler und Patrick Wilson mag ich gar nichts mehr schreiben, belangloser Film wie gesagt.
    Dann vor zwei Tagen bereits gesehen: "Walhalla Rising"…Kinnas ich weiß nicht…langweilig ist da das netteste was mir dazu einfällt und ich sinniere weiter über die vor mir versteckte Kunst, die da so viele drin gefunden hatten.
    Gestern bin ich dann mit Freundin, weils um die Ecke war und wir bereits in 20 Minuten drei Läden leer geshopt hatten, aus Selbstschutz ins Cinema Paris um "The Artist" zu sehen. Das geschätzte Durchschnittalter im ausverkauften Kino war ca. 65 Jahre, da machte der Urenkel der Dame vor uns den Schnitt auch nicht kaputt :))
    Wenigstens war es stilecht in so ein altes eng beklappstuhltes Kino zu gehen, das nicht nur heiß war, sondern auch schlechten Sound hatte, was aber bei einem fast Stummfilm ja nichts ausmachte. Wir mussten sogar auf den Balkon oben weil es so voll war. Tja Geschichten aus Berlin… hatte ich lange nicht mehr sowas.
    Meine Gammelstimmung heute wurde nur von der absurden Idee demoliert die erste Folge der Serie "Bube, Dame, König, grAS" beim Abendessen zu gucken. Was ein scheiß. Man(n) hat dann freiwillig nach 60 Minuten ausgemacht, aber da war ich schon gnatschig. Vielleicht kann mich Inspektor Barnaby nachher wieder aufrichten.
    Die Woche geht's ins Testscreening einer deutschen Komödie… ich weiß…ich werde tapfer sein.
    Alles andere lasse ich mal auf mich zukommen.

  • DoppeltesSpiel

    Dame, König, As, Spion von Tomas Alfredson

    DameKönigAsSpionInhalt:
    Es ist was faul im Staate Dänemark… ein Maulwurf sitzt im Circus, dem Britischen Geheimdienst, da ist sich Chef Control ganz sicher. Doch der geheime Spezialeinsatz in Budapest, der dazu dienen soll den Verräter zu entlarfen, schlägt fehl, Controls Agent verliert sein Leben und er muss in Rente. Aber Control geht nicht alleine, er nimmt seine rechte Hand Smiley mit in den Ruhestand
    Allerdings ist die "Angelegenheit" auch nach Controls Tod nicht vom Tisch, denn ein weiterer Agent aus Budapest kehrt zurück nach London und bestätigt die Maulwurftheorie und bringt damit George Smiley wieder ins Spiel, der von höchster Stelle aufgefordert wird gegen seine alte Kollegen zu ermitteln.

    Fazit:
    Man muss schon ein Faible fürs Ruhige, insbesondere für das zwischen den Zeilen Lesen mitbringen, denn Tomas Alfredson kann nicht aus seiner Haut. Matte Farben und britischer 70iger Jahre Look, permanente Winterstimmung sowie das Fehlen sinnloser Ballereien und die auffällig gelassen agierenden Agenten des John le Carré sind die Antipoden eines jeden James Bond Actioners. Nichts für die Schnellschnittmangageneration, hier heißt es aufpassen und vor allem abwarten. Alfredson bleibt bei seinen Leisten und macht gekonnt das was er am besten kann, diesmal mit einer zugegeben hochkarätigen Besetzung. Gary Oldman schlüpft dafür in Superagent Smileys Rolle und er ist gut, auch wenn er praktisch nur wenige Sätze sprechen muss, dafür aber oscarreif Blicke tauscht und in gedankenverlorenen scheinbar harmlosen Rückblicken das Puzzel vervollständigt und das große Ganze zusammenfügt. Tja einsam ist so ein Agentenleben zu weilen, wenig Zeit für echte Beziehungen, die man unter Umständen schnell abwickeln muss, um weniger angreifbar zu sein. Alfredson zeigt uns, die staubige Variante des kalten Krieges, die unendlich zähe Bürokratie des Geheimdienstapparates und vor allem das Ringen um Gelder, Macht und Anerkennung, ohne dabei die ganz menschlichen Seiten zu vernachlässigen, wenn zum Beispiel bei einer Abhöraktion im Hintergrund ein Gassenhauer läuft und alle, die mithören mitsummen und mitswingen und so der Song anstatt des Gespräches in den Vordergrund gerückt wird (um dann natürlich durch das Nachpfeifen einer Person, die Sache auffliegen zu lassen). Neben Herrn Oldman als George Smiley sehen wir einen sympathischen Benedict Cumberbatch als Smileys Helfer Guillam, das routinierte Charaktergesicht John Hurt als Control, einen sehr emotionalen Mark Strong als Jim Prideau, Colin Firth mal nicht so kuschelig und Tom Hardy mit wirklich schlechter Perücke. Ein tolles Team.
    Alfredsons "Dame, König, As, Spion" ist die Niedriggarmethode des Agententhrillers: alles bei geringer Hitze lange geduldig garen lassen und es wird zart und very british.
    Zombie-8

    Großbritannien 2011 - Originaltitel: Tinker, Tailor, Soldier, Spy - Regie: Tomas Alfredson - Darsteller: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong, John Hurt, Toby Jones - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 12 - Länge: 127 min.

  • DieLebenslüge

    Eine Offene Rechnung von John Madden

     

    The_Debt

    Inhalt:
    1965 Ost-Berlin, die drei Mossadagenten David, Stefan und Rachel haben den Auftrag den Nazi-Arzt und Kriegsverbrecher Dieter Vogel einzufangen und nach Israel zu bringen.
    Es gelingt den Dreien auch Vogel zu entführen doch im Übergangsversteck kommt es zu Pannen und der Arzt kann flüchten.
    Anstatt ihr Missgeschick zu gestehen, vertuschen die Agenten die Angelegenheit und erzählen Vogel auf der Flucht erschossen zu haben und lassen sich als Helden feiern. Leider droht das Geheimnis nach 30 Jahren aufzufliegen, denn ein russischer Journalist behauptet Vogel gefunden zu haben. So ist besonders die gefeierte Rachel gefordert diese offene Rechnung zu begleichen.

    Fazit:
    Na ja, dolle ist er nicht. "Eine Offene Rechnung" ist vor allen langweilig inszeniert, was bei der brisanten und durchaus spannenden Thematik schon mal nicht leicht ist. Trostlose Szenerien und schlappe Farben dominieren und irgendwie spiegelt das den lieblosen Umgang mit der Materie wieder.
    Schon der Übergang Rachels am Checkpoint Charlie lädt zum Kopfschütteln ein, denn dort hätte sie als einfache Mitarbeiterin des DDR Ministeriums für Inneres gar nicht einreisen dürfen, aber egal, solche Schlampigkeiten sind ja in Kinoproduktionen nicht unüblich.
    Die Geschichte an sich ist im Grunde nicht schlecht. Drei Mossadagenten versemmeln eine extrem wichtige Mission, was wenn man an das Mossadimage denkt schon an sich eine Unmöglichkeit ist und versuchen ihr Versagen zu vertuschen. Während einer der Drei damit gar nicht klar kommt und sein Leben lang versucht den Auftrag doch noch zu erfüllen, suhlen sich die anderen beiden im Rampenlicht und lassen sich als israelische Helden feiern. Doch es kommt wie es kommen muss, ein findiger Journalist stößt in einem Krankenhaus auf den vermeidlichen Naziarzt und stellt sich an die Story an die große Glocke zu hängen, was Rachel und Stefan auf den Plan holt.
    Während Rachel ihrem Schicksal entgegenfliegt, fängt dann der nörgelige Zuschauer wieder an zu rechnen. Ein Naziarzt, der 1965 schon aussah wie 50++ ist 30 Jahre später 80++. Ein Mann mit guten Genen offensichtlich, denn der Lümmel ist erstaunlich klar in der Birne und noch ganz schön flott auf den Beinen (dafür, dass er in irgendeinem russischen Siechenheim vor sich hindämmert), da kann die wesentlich jüngere Rachel nicht mithalten - tss.
    Dann muss ich sagen, dass die Auswahl der Schauspieler zwar an sich in Ordnung ist, warum man Tom Wilkinson jedoch den alten Marton Csokas spielen lässt und Ciarán Hinds als alten Sam Worthington einsetzte wird mir immer verschlossen bleiben, denn umgekehrt wäre ein Schuh draus geworden, rein von der Statur und den Gesichtern her.Zombie-5
    So wird dann doch 114 Minuten lang eine gute Story verzähflüssigt und durch für meinen Geschmack nachlässiges Arbeiten einfach zunichte Gemacht. Schade. Nicht unansehbar, jedoch auch kein filmischer Genuss.

    USA 2010 - Originaltitel: The Debt - Regie: John Madden - Darsteller: Helen Mirren, Sam Worthington, Jessica Chastain, Jesper Christensen, Marton Csokas, Ciarán Hinds, Tom Wilkinson, Romi Aboulafia - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 16 - Länge: 113 min. -

  • KeinMitleid

    Ziemlich beste Freunde von Eric Toledano und Olivier Nakache

    ZiemlichBesteFreundeInhalt:
    Driss hat gerade eine sechs monatige Haftstrafe hinter sich und bewirbt sich eigentlich nur für den Stempel beim Arbeitsamt bei dem reichen Phillipe. Er hat keine Ahnung worum es geht und es interessiert ihn auch nicht, entsprechend frech ist sein Auftreten. Doch Phillipes Interesse ist geweckt und so stellt er Driss als Rundumdieuhrpfleger ein.
    Schnell zeichnet sich ab, dass Driss kein mitleidiger Pfleger ist, sondern mächtig Schwung ist Phillipes Leben bringt. Der Angestelltenstab Phillips ist zunächst skeptisch, aber bald lieben alle Driss und zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft.

    Fazit:
    Tja was soll ich sagen? Ein netter Film, der auf einer wahren Begebenheit, sprich Biografie beruht mit der Veränderung, dass aus dem kleinen Algerier ein großer flotter Schwarzer wurde, warum auch immer.
    Zur Geschichte ist nicht mehr viel hinzuzufügen: der reiche Phillipe ist bei Paragliding abgeschmiert, hat sich die Wirbelsäule gebrochen und ist vom Hals abwärts gelähmt und gefühllos. So steckt ein wacher Geist in einem fast toten Körper, der einer rund um die Uhr Pflege bedarf. Eine Herausforderung für die gesamte Mitarbeiterschaft und besonders für die Person, die zum persönlichen Pfleger auserkoren wird. Jede Nacht mit dem Babyfon ins Bett ist dabei noch die geringste Belastung.
    Der Exsträfling Driss stellt sich etwas unfreiwillig der Aufgabe, denn er ist zu Hause rausgeflogen, steht auf der Straße und bekommt bei Phillipe ein luxuriöses Zimmer mit eigenem Bad. Respekt- und mitleidslos bringt Driss neuen Schwung in Phillipes Leben und wischt dessen Depressionen und Selbstmordgedanken beiseite. Es entwickelt sich eine richtig gute Freundschaft.
    Man darf natürlich nicht beiseite wischen, dass Phillipe steinreich ist und sich einfach alles leisten kann, aber natürlich macht das das Entstehen echter Freundschaften nicht selbstverständlich, jedoch leichter.
    Insgesamt eine entspannte Komödie im Minderheitenmilieu, die im Großen und Ganzen recht unsentimental und mit einer positiven, lebensbejahenden Botschaft daherkommt.
    Zombie-7Noch ein Wort zu den Darstellern: François Cluzet ist für mich ja der französische Dustin Hoffman, denn er ähnelt ihm unglaublich und ist zudem ein genauso guter, wandlungsfähiger Schaupieler. Omar Sy kenne ich nur aus den "MicMacs", aber der Mann dominiert die Szenen und ich finde, dass er schon lustig ist, aber auch durchaus glaubwürdig das Drama bedient. Guter Mann.

    Frankreich 2011 - Originaltitel: Intouchables - Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano - Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Audrey Fleurot, Joséphine de Meaux, Clotilde Mollet, Anne Le Ny, Alba Gaïa Kraghede Bellugi - FSK: ab 6 - Länge: 110 min.

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