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Archiv der Einträge: Januar, 2012
  • ZweiBrüder

    Warrior von Gavin O'Connor

    WarriorInhalt:
    14 Jahre sind vergangen seit sich Tom, Paddy und Brendan Conlon nicht mehr gesehen haben. Während seinerzeit Tom mit seiner Mutter vor dem Alkoholikervater und Wrestlingtrainer Paddy flüchteten, blieb der ältere Bruder Brendan bei Paddy. 
    Nach dem Tod der Mutter ging Tom zu den Marines, Brendan ist mittlerweile Physiklehrer, mit seiner Jugendliebe verheiratet und hat zwei Kinder.
    Der ruhige Tom will eigentlich nichts mehr vom Vater und Bruder wissen, doch das große MMA (Mixed Martial Arts) Turnier Sparta mit einem Preisgeld von 5 Mio Dollars bringt ihn dazu Paddy als Trainer zu verpflichten. Doch er trifft auch auf seinen Bruder, denn Brendan steht kurz vor der Zwangsversteigerung, wurde wegen seinem "Nebenjob" als Kämpfer von seinen Lehrdienst suspendiert und hat es geschafft sich ebenfalls für Sparta zu qualifizieren.
    So prallen nicht nur die härtetsten Kämpfer der Welt aufeinander, sondern auch eine zerbrochene Familie.

    Fazit:
    Ich bin wirklich keine Freundin von Sportlerfilmen, Boxer- und andere Kampfsportstreifen langweilen mich im Allgemeinen, nicht zuletzt wegen der für meinen Geschmack schlechten Darsteller oder lahmen Storys.
    "Warrior" hat nun nicht unbedingt eine originellere Geschichte oder zeigt gar den MMS besonders realistisch, aber er profitiert von drei großartigen Akteuren, allen voran Nick Nolte als Alkoholiker und kriegstraumatisierter Vater Paddy, der geläutert und seit drei Jahren Trocken nun um Vergebung bettelt, Joel Edgerton als Brendan dem Familienvater und leidlich erfolgreichen Kämpfer, der alles auf eine Karte setzt und Tom Hardy als Tom dem jüngeren Sohn, der mit seiner Mutter flüchten konnte, zusehen musste wie sie kläglich stirbt, vom Bruder im Stich gelassen, mit Hass und Wut auf die beiden Männer der Familie in den Irakkrieg zieht, zurückkehrt und auf seine Art die Konfrontation sucht.
    Beeindruckend wie die drei die nicht unterschiedlicher sein könnenden Männer rüberbringen.
    Hardy so ruhig und doch vollem aufgestautem Ärger, der im Krieg unter Eigenbeschuss geriet, als einziger überlebte, fahnenflüchtig wurde und während dessen noch eine Einheit Marines vor dem Ertrinken rettete, aber ohne ein Wort verschwand. Nicht auffallen, kein Ruhm, dennoch macht ihn sein Zorn zu einer höllischen Kampfmaschine.
    Im Vergleich dazu Brendan, der als Teenager nicht mit der Mutter mitging, sondern beim Vater blieb, weil er sich in seine jetzige Frau verliebt hatte. Alles ertrug, den Vater aber nicht minder hasst. Ein sanfter Mann, Familienmensch, guter Lehrer und mittelmäßiger Kämpfer, der jedoch um aus dem finanzieller Desaster zu kommen, wieder in den Ring steigt und sich mit Selbstbeherrschung und Ausdauer nach oben kämpft.
    Dann der Vater Paddy, der Alkoholiker, Familiendestroyer. Alt geworden, trocken und zum Glauben zurückgefunden. Er weiß, dass er alles falsch gemacht hatte, trotzdem bittet er um Vergebung. Wie sich zeigen wird hat Paddy ein schweres Kriegstrauma.
    "Warrior" ist lang. 131 Minuten lässt sich O'Connor Zeit seine Figuren zu zeichnen und er bleibt dabei sehr patriotisch an der amerikanischen Gesellschaft und deren familiären Werten, dem Miltär und dem Krieg. Dennoch geschieht dies ohne das sonst so unerträgliche suhlen im Eigenlob; hier stehen die familiären Verhältnisse im Vordergrund. Die Kämpfergeschichte ist indess vorhersehbar und ohne Überraschungen, ist aber mit dem Rest der Geschichte im Einklang und bildet im Ganzen einen großartigen Film.
    Wer also wissen möchte für welchen Film Nick Nolte völlig zu recht eine Oscarnominierung erhalten hat, ich wahrhaftig mitgefightet habe und mir nur so die Tränen liefen, sollte noch sich "Warrior" unbedingt ansehen.9_rabbit_animal_pink_smile

    Warrior OT: Warrior USA 2011 Regie: Gavin O'Connor  Drehbuch: Gavin O'Connor, Anthony Tambakis Darsteller: Tom Hardy, Jennifer Morrison, Nick Nolte, Joel Edgerton, Noah Emmerich, Kevin Dunn DVD ab 24. Feb. 2012 | Laufzeit: 140 Minuten | Action Drama Sportfilm
    Warrior-Scene

  • DieFalscheFrequenz

    Babycall von Pål Sletaune

    BabycallInhalt:
    Anna und ihr Sohn Anders beginnen ein neues Leben. Sie sind in einer Art Schutzprogramm, dass sie vor dem gewalttätigen Ehemann und Vater in Sicherheit bringen soll und müssen in einen hässlichen Wohnblock in eine noch hässlichere Wohnung einziehen. Anna ist überängstlich und sie kann Anders nicht loslassen. Sie versucht ihn jede Nacht ins Bett zu holen und möchte ihn auch nicht in die Schule gehen lassen, muss aber.
    Annas Betreuer drängen sie sich langsam abzulösen, also kauft sie ein Babyfon, auf dem sie nachts wenigsten Anders atmen hört. Doch schon in der ersten Nacht vernimmt sie Kinderschreie im Fon und ist beunruhigt, denn irgendwo im näheren Umkreis muss ein kleiner Junge gequält werden.

    Fazit:
    "Babycall" ist für mein Empfinden ein typischer Skandinavier: trist, deprimierend und leicht unterkühlt. 
    Dieser Mysterythriller ist zwar leicht durchschaubar, man ahnt schon früh wo der Hase im Pfeffer liegt, aber hat den Vorteil zwei richtig gute Hauptdarsteller an Bort zu haben: Noomi Rapace als Anna und Kristoffer Joner als Helge.
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    ährend Anna aus einer schlechten gewalttätigen Erfahrung her an ihren Sohn klammert und ihn am liebsten auf Schritt und Tritt beobachtet, klammert Helge andersrum an seine Mutter, die im Sterben liegt. So treffen zufällig zwei Menschen aufeinander, die mehr oder weniger das gleiche Mutter/Sohn Verhältnis haben und freunden sich an.
    Während jedoch Helge aufrichtig um Anna bemüht ist, driftet die immer mehr ab und kann zunehmend nicht mehr zwischen Realität und Traum unterscheiden. Sie sieht einen See, wo ein Parkplatz steht und seltsames im Wald. Ihr Sohn Andres verhält sich immer mehr auffällig und hat einen sehr merkwürdigen Freund.
    Ein Verwirrspiel aus Mystery und Krimi beginnt. Hat Anna Visionen oder ist sie tatsächlich einem Verbrechen auf der Spur? Warum verhält sich ihr Sohn und dessen Freund so seltsam undwie passt Helge da rein?
    Hätte ich "Babycall" nicht in der Sneakpreview gesehen, kann ich mir fast nicht vorstellen, dass ich dafür im Kino gelandet wäre. Ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nichts über den Film gehört und es wundert mich, dass es ausgerechnet dieser Streifen im April diesen Jahres ins Kino schaffen soll. 
    Die Story ist an sich weder neu noch besonders überraschend, die Inszenierung ist sehr pragmatisch, Noomi ist blond und vier Leute verließen das Kino, aber wahrscheinlich weil sie den Film zu ernst fanden.
    "Babycall" ist eine norwegische Mischung aus Thriller, Mystery und Sozialdrama und eher für den "anspruchsvollen Film" im ZDF geeignet als für einen großen Kinoabend.

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    Norwegen / Schweden / Deutschland 2011 -Regie: Pål Sletaune - Darsteller: Noomi Rapace, Kristoffer Joner, Vetle Qvenild Werring, Stig Amdam, Maria Bock, Torkil Johannes Høeg Swensen - Länge: 95 min.

  • GesehenUndDemnächstBewertet:

    Babycall

     

     

    Die Woche war ich wieder mal in der UCI Sneakpreview. Zu meiner Überraschung kam "Babycall" ein norwegischer Mystery-Thriller, der so gar nicht in den Sneakprognosen stand. Hat mir auch nicht wirklich gut gefallen und für die Jahreszeit etwas Depro.
    Dann auf DVD gesehen "The Ledge - Am Abgrund" ein Thriller mit Liv Tyler und Patrick Wilson, war jetzt auch nicht der Burner.
    Zuletzt hatte ich noch "Eine Offene Rechnung" ;-) Trotz guter Besetzung ein bescheidener Thriller, eigentlich total lahm, hat mich enttäuscht.
    Dann will ich unbedingt noch "The Artist" gucken, "Ein Riskanter Plan" und "Ziemlich Beste Freunde".
    Mal sehen, ob ich aus dem Haus komme.
    Dienstag steht auf jeden Fall die Preview zu "Dame, König, As, Spion" auf dem Plan.

  • GibDemEselZucker

    Sherlock Holmes: Spiel Im Schatten von Guy Ritchie

    Sherlock_Holmes_2Inhalt:
    Während Europa unter den Bombenanschlägen der Anarchisten erzittert und Dr. Watson Nägel mit Köpfen in Herzensangelegenheiten machen will, klebt Sherlock Holmes seinem intellektuell wohl Gleichaufgegener Moriarty an den Fersen. Der will nämlich der Welt übel mitspielen und versucht einen weltweiten Krieg zu forcieren, eine Tatsache, die Sherlock nicht auf sich beruhen lassen kann.

    Fazit:
    Ich gehöre ja zu den Menschen, die Sherlock Homes in jeder erdenklichen Variation mag. Ob als verstaubter Klassiker mit Basil Rathbone, neumodisch beim smsen mit Benedict Cumberbatch oder als geschriebener Science Fiction in den Geschichten aus  "Mit Sherlock Holmes Durch Zeit und Raum", ich mag sie alle und da kann ein Guy Ritchie auch nichts dran ändern. Da ich den ersten Film bereits mochte, standen die Chancen für die Fortsetzung natürlich gut und ich möchte behaupten, dass der zweite Teil sogar einen Tick besser gelungen ist.
    Auch wenn so ziemlich jede Kulisse Pixelpax ist, fühlt sich in diesem zweiten Teil alles viel stimmiger an.
    Vielleicht liegt das daran, dass "Spiel Im Schatten" noch steampunkiger ist als sein Vorgänger. Optisch ist das ein großes Plus, aber auch die absurde und in höchsten Maße amüsante Geschichte eines Bösewichts, der die Welt in einen Krieg stürzen will, um Verbandsmaterial und Waffen zu verkaufen, ein geisteskranker, aber nicht unlogischer Plan, der auch von einem Blofeld hätte stammen können, machen den Film gewissermaßen attraktiv.
    Ich liebe wahnsinnige Bösewichter und ihre irrwitzigen Pläne, zudem ist Moriartys Ansinnen auch ein Deckmantel, um die immense Ballerei in diesem sonst doch sehr kopflastigen Detektivgeschichten des Sherlock unterzubringen.
    Neben wunderschönen Waffenkreationen, glänzt die Munition in gold und silber, es raucht, knallt und zerfetzt den ein oder anderen, in schnell und besonders in HD Slow Motion. Das ist schon ein Augenspektakel.
    Dann, man mag es kaum glauben, ist Sherlock - noch verschrobener und experimentierfreudiger als sonst und der Zuschauer weiß, kein Versuch ist nur so da, alles ist wichtig oder wird es werden.
    Robert Downey jr. und Jude Law sind ein gutes Team, Kelly Reilly zeigt, dass sie auch dechiffrieren kann, Jared Harris als Moriarty in Ordnung sein eleganter Scharfschützenhelfer Paul Anderson alis Sebastian Moran gefiel mir um einiges besser und Stephen Fry ein spaßiger aber eindeutig unterforderter Mycroft Holmes. Was Noomi Rapace angeht, glänzt sie nur in den Kampfszenen, bleibt sonst leider ziemlich blass.
    Natürlich darf ich nicht vergessen wie Frau Flinkwert, deren Hinweis ich seinerzeit geflissentlich überlas, der Hommage Guy Ritchies an Don Siegels "Ein Fressen Für Die Geier" zu danken. Unterlegt mit Morricones Originalscore durfte Sherlock die Schwester Sarah mimen und sein Esel trappelte flott an allen anderen vorbei. So ist das, wenn man einem Zigeuner sagt, das man Angst vor Pferden hat…8_rabbit_animal_pink_cute
    Insgesamt also eine unterhaltsame Angelegenheit. Witzig, krachig und steampunkig.

    P.S. Muddis über 70 könnten Probleme mit dem Film haben. Meine musste über Vieles lange nachdenken :))

    USA 2011 - Originaltitel: Sherlock Holmes: A Game of Shadows - Regie: Guy Ritchie - Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Eddie Marsan, Kelly Reilly, Noomi Rapace, Jared Harris, Stephen Fry - Prädikat: wertvoll - FSK: ab 12 - Länge: 128 min.

  • Bühnenmagier,BastlerUndBewegteBilder

    Hugo Cabret 3D von Martin Scorsese

    HugoCabretInhalt:
    Die Hauptstadt der Liebe 1930… der 12jährige Hugo lebt versteckt in den Nebenräumen des Pariser Hauptbahnhofes und kümmert sich um die Uhren der Station. Niemand weiß das, denn sonst müsste Hugo ins Waisenhaus. Sein Vater war Uhrmacher und Bastler, starb aber bei einem Museumsbrand; dann nahm ihn sein Onkel zu sich, doch der war Säufer und starb ebenfalls. Wenigstens weiß Hugo wie man Sachen repariert und Uhren aufzieht und so merkt niemand, dass er da oben ganz alleine lebt.
    Doch es kann auf Dauer nicht gut gehen und so ertappt ihn irgendwann der Spielwarenhändler Georges Méliès.
    Und ehe sich Hugo versieht, steht er vor zwei Geheimnissen, dem Vermächtnis seines Vaters, ein Automatenmensch, der repariert werden muss und womöglich eine Botschaft seines Vater enthält und der Vergangenheit des Spielzeughändlers.

    Fazit:
    Ohne Brian Selzniks Bilderbuchvorlage zu kennen kann man ohne weiteres behaupten, dass Scorses "Hugo Cabret" kein wirklicher Kinderfilm ist und sich entsprechend von der Vorlage entfernt haben muss.
    Statt eines angekündigten Jugendabenteuers nun also mehr Ergeiz einen 3D Film drehen zu wollen und eine durchaus sympathische Hommage an die Anfänge des Films und ihres Helden George Méliès.
    Vor allem ist das schade für die Kinder, die sich in diesen Film verirrt haben, denn schnell wird klar, dass unsere Jugendlichen Beobachter wenig mit alten Schaukünstlern und Stummfilmen anfangen können, die Reihen hüllten sich in Schweigen.
    Tatsächlich ist Scorses "Hugo Cabret" ein Spaß für erwachsene Filmliebhaber und große Romantiker.
    Während Scorsese zu Beginn noch versucht die Abenteuergeschichte in abgeschwächter und gekürzter Form abzubilden, was ihm leidlich gelingt, hat der Film dann nach einem Drittel einen deutlichen Bruch und widmet sich eigentlich voll und ganz dem eigentlichen Helden: George Méliès.
    Das macht er sehr schön. Feine 3D Effekte und gekonnte Farbsetzung vorwiegend in Brauntönen (für innen und die Netten) und Blautönen (für draußen und die Kaltherzigen) sowie tollen Kostümen machen den Film optisch extrem ansprechend und originale und nachgestellte Filmausschnitte von den Anfängen des Films, lassen das Nostalgikerherz höher schlagen.
    Woran haperts also?
    Ich denke es ist die Hauptfigur Hugo, gespielt von Asa Butterfield, irgendwie kann er nicht überzeugen. Etwas zu theatralisch und überhaupt nicht zu seiner Filmpartnerin Isabelle gespielt von Chloe Grace Moretz passend, rennt der Junge eher unbeholfen durch die Kulissen und wächst einem nicht gerade ans Herz. Glücklicherweise hatte Scorsese ein gutes Händchen beim restlichen Cast und so glänzen unter anderem Sacha Baron Cohen als Bahnhofsvorsteher und vor allem Ben Kingsley als Filmemacher und Illusionist George Méliès.
    Insgesamt lässt mich der Film zwiegespalten zurück; er hatte deutliche Hänger und einen langweiligen Hauptdarsteller, ist jedoch insgesamt ein warme herzliche Umarmung des klassischen Kintopps.
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    USA 2011 - Originaltitel: Hugo - Regie: Martin Scorsese - Darsteller: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Ray Winstone, Emily Mortimer, Helen McCory, Christopher Lee - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 6 - Länge: 127 min.

     

  • DieRuheVorDemSturm

    Drive von Nicolas Winding Refn

    Drive2011Inhalt:
    The Driver ist der Profi für wenn's mal schnell gehen soll. Er ist Fluchtwagenfahrer für zahlungskräftige Kunden. Nur fahren, in einem engen Zeitfenster und der Garantie seine Mieter ohne fragen sicher ans Ziel zu bringen.
    Tagsüber arbeitet er bei seinem "Agenten" Shannon in der Autowerkstatt und ist einer der besten Stuntfahrer Hollywoods.
    Doch der Einzelgänger zieht in ein neues Appartement und begegnet dort Irene, die zur Zeit alleinerziehende Mutter ist, denn ihr Mann sitzt im Knast, aber so richtig fangen die Schwierigkeiten erst an, als ihr Mann Standart wieder auf freiem Fuss und in der finanziellen Bredouille ist. Ein missglückter Auftrag, bei dem der Driver für Irene hilft wird zum totalen Desaster.

    Fazit:
    Ich liebe Einzelgängerfilme, Ryan Gosling, Nicolas Winding Refn, coole Männer in schnellen Autos.
    Gute Voraussetzungen um "Drive" zu lieben und ich mag den Film auch.
    Zugegeben, die Musik von Cliff Martinez trifft nicht jedermanns Geschmack, sehr elektronisch, ein bisschen alte Daft Punk, Ladytron, ich weiß nicht, aber ich persönlich fand es nicht so schlimm wie das sich im Sitz windende Etwas neben mir und Musik ist bekanntlich ein wichtiger Faktor im Film, also seit gefeit.
    Ansonsten ist die moderne einsamer (krimineller) Wolf Geschichte für meinen Geschmack hervorragend umgesetzt.
    Glasklare CloseUps, perfekt beleuchtete Szenen… Winding Refn spielt nicht nur mit der Langsamkeit; er baut seinen Antihelden behutsam auf, etabliert ihn als Sympathieträger, schockiert dann aber mit Gewaltausbrüchen. Blut, krachende Knochen, der Wahnsinn im Blick, niemand mit dem man sich anlegen mag - ein Mann, der sich in Slowmotion umdreht, seine Angebetete zärtlich in den Arm nimmt und küsst, um dann den Kontrahenten zu Brei zu schlagen.
    The Driver ist ein Mann mit Prinzipien, das ist klar, aber auf den Schlamassel, in den er da gerutscht ist hat er so gar keinen Bock, will einfach nur aus der Sache raus, konsequent und einsam…
    Der Film ist ästhetisch, cool, langsam und schnell zugleich. Ryan Gosling ist so unaufgeregt abgebrüht wie seinerzeit Steve McQueen in Bullit - keiner macht sich dieser Tage so gut hinterm Lenkrad wie er.
    Ryan Gosling ist großartig, Carey Mulligan hat süße Grübchen und ein tolles Lächeln, Bryan Cranston berührt und Albert Brooks kann, wenn er will.
    Für mich, trotz grenzwertigen Soundtrack und spannungsreicher Diskrepanzen in der Partnerbewertung das erste Highlight des Jahres.
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    USA 2011 - Regie: Nicolas Winding Refn - Darsteller: Ryan Gosling, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Albert Brooks, Oscar Isaac, Ron Perlman, Christina Hendricks, Tina Huang, Joe Pingue, Cesar Garcia - FSK: keine Jugendfreigabe - Länge: 101 min.

  • DerSpezialistVonDerSpuBe

    Der Tatortreiniger vo Arne Feldhusen für den NDR nach einer Idee von Bjarne Mädel

    tatortreiniger113Inhalt:
    Heiko „Schotty“ Schotte ist Gebäudereiniger mit Spezialgebiet Tatortreinigung.
    "Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben", sagt Schotty gerne. Und während er mit Enzymreiniger und Natriumsulfat die Überreste von gewaltsamen Todesfällen beseitigt, trifft er auf Freunde, Verwandte oder Bekannte der Toten, manchmal sogar auf den Geist der Verstorbenen selbst und nicht selten wird dabei Schottys Weltbild erweitert.

    Fazit:
    Da steige mal einer hinter die Programmpolitik des NDR. Sie produzieren vier höchst amüsante Folgen a 26 Minuten mit Bjarne Mädels Tatortreiniger, einer Mischung aus, ich weiß nicht Dittsche und Stromberg, also absolut sehenswertes Material und zeigen sie ohne Ankündigung versteckt im Nachtprogramm zu Weihnachten. 
    Guckt natürlich keiner zu und so kommt das ganze dann noch mal häppchenweise im Spätbendprogramm.
    Schade eigentlich, denn "Der Tatortreiniger" ist genau die intelligente Unterhaltung, die man vom öffentlich rechtlichen Fernsehen erwartet und so selten präsentiert bekommt.
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    Witzige gut getimte Dialoge und eigentlich zutiefst Menschliches vergnügt hier über die kurzen Folgen. Von Blowjob über Sterblichkeit, die Rache einer alten Dame oder Vorurteile über dicke Frauen, das Spektrum ist weit und da ist Potential für mehr.
    Die vier Folgen sind sehenswert und ich will hoffen, dass der NDR zur Besinnung kommt und Bjarne nicht des nachtens versauern lässt.

    Der Tatortreiniger, D 2011, R: Arne Feldhusen,D: Bjarne Mädel

  • Trimethylaminurie,KäferUndFaschisten

    Der Boxer / Flieg, Hitler Flieg von Ned Beauman

    DerBoxerInhalt:
    Kevin Broom hat ein kleines Problem: der Sammler von Nazi-Memorabilien leidet unter Trimethylaminurie, einer Krankheit, die ihn unerträglich nach Fisch stinken lässt und ihm den "Kosenamen" "Fishy" verpasst hat. Aber da ist noch mehr ein mächtiger Mann aus der "Szene", Grublock, erteilt Broom den Auftrag zum Privatdetektiv Zroszak zu fahren; es ginge um einen gewissen Seth Roach. Doch Zroszak wurde erschossen und dann findet Broom eine originales Dankschreiben von Adolf Hitler an einen Dr. Erskine, einem Mann, der zur selben Zeit wie Seth Roach lebte und mit ihm in Verbindung stand. Er war Wissenschaftler und Faschist, doch was hatte er mit dem Boxer Roach, einem kleinwüchsigen Juden zu tun? Wo sind hier die Zusammenhänge? Und was ist mit der Entdeckung Erskins, der bei einer Expedition auf einen Käfer mit interessanter Hakenkreuz-Musterung gestoßen ist, den er durch geschickte Züchtung äußerst stark und zäh gemacht hat: Anophthalmus hitleri ?

    Fazit:
    Fragen über Fragen. Was sich hier total spannend nach einem schrägen Nazi-Historien-Wissenschaftsthriller anhört und auch so propagiert wird, ist tatsächlich eine ziemlich langatmige und dröge Homogeschichte. Wirklich breitgetreten wird hier nämlich die seltsame Beziehung eines kleinwüchsigen jüdischen Boxers, Alkoholiker und bisexuell, natürlich gewaltätig und einem verklemmten, leicht gestörten Wissenschaftler, der den Traum einer neuen Rasse in sich trägt. Den will er mit Hilfe eines besonderen Käfers mit Hakenkreuzzeichnung in Kombination mit diesem kräftigen Boxer erreichen. Er ringt um Anerkennung, besonders die Hitlers und gesteht sich seine Homosexualität nicht ein.
    Daneben quält sich eine Rahmenhandlung um den Trimethylaminurieker Broom, der selbst Nazi Andenken Sammler, für reiche Nazi Andenken Sammler Stuff zusammensucht und hier einen Brief von Hitler an Erskine finden soll.
    Im Großen und Ganzen fand ich das Buch weder besonders schräg, noch lustig oder einfallsreich, sofern man sich etwas mit Sammlern und Spinnern auskennt.
    Was an diesem Buch reich an Wissen und Witz sein soll… ich habe keine Ahnung. Glaubt den Kritikern nicht.Ich habe mich extrem gelangweilt und über Monate durch dieses Machwerk gekämpft und bezweifle noch einmal ein Buch dieses Schreibers in die Hand zu nehmen.1 _rabbit_animal_white

    Warum das Buch unter beim selben Verlag unter zwei Titeln erschien, ist mit schleierhaft.

    Ned Beauman Der Boxer 288 Seiten, Paperback Übersetz.(a.engl.) Kreutzfeldt, Sophie Originaltitel: Boxer, Beetle Hodder & Stoughton (London) 2010 EUR 9,99 [D] / 14,90 sFr. Erstverkaufstag: 06.10.2011 ISBN 978-3-8321-6167-5

  • EsWarEinmal

    Once Upon A Time - ABC Serie

    Inhalt:
    Mit 18 hat Emma Swan ihr eigenes Kind zur Adoption freigegeben. Seitdem steht die heute 28-Jährige mit beiden Beinen im Leben. Doch alles soll sich ändern, als Emma von ihrem mittlerweile zehn-jährigen Sohn Henry aufgesucht wird und dieser ihr eine unglaubliche Geschichte auftischt: er ist der festen Überzeugung, seine Mutter komme von einer anderen Welt und sei die Tochter von Schneewittchen und Prince Charming höchstpersönlich. Weil die Märchenwelt von einer bösen Königin regiert wird, schickten Emmas Eltern das damalig junge Mädchen aus Schutzgründen in die Menschenwelt. Anfänglich glaubt Emma kein Wort dieser verrückten Geschichte, doch als sie Henry zurück nach Storybrooke bringt, fühlt sie eine gewisse Verbundenheit zu dem eigenartigen Jungen und der seltsamen Stadt. Kurzerhand beschließt sie, für eine Weile bei ihrem Sohn zu bleiben. Und schon bald soll sich zeigen, dass Storybrooke mehr ist als es scheint - ein Platz, der einst voller Magie war und ein Ort an dem Märchenfiguren leben, auch wenn jene ihre eigene Identität vergessen haben. Auch Emma muss lernen, ihr eigenes Schicksal zu akzeptieren und für die Zukunft beider Welten zu kämpfen.

    Zwischenstop:
    Bislang konnt ich nur sieben Folgen der Serie ansehen, aber ich bin angetan. "Once Upon A Time" ist zwar eine typische Fernsehproduktion mit ohne viel guten Effekten, aber durchweg spannend und rührig.
    Emma Swan jagt Kautionsflüchtige in Boston. Als eines Tages ein zehnjähriger Junge vor ihr steht und behauptet ihr Kind zu sein, ist sie mehr als irritiert, doch als er erzählt, dass die Einwohner seiner Heimatstadt Storybrook alle Märchenfiguren sind, die durch einen Fluch in dieser Zeit gestrandet sind ohne ihre wahre Identität zu kennen, bringt sie den Jungen zurück und erklärt ihn für etwas gestört. Doch schon bald kommen ihr einige Zweifel, denn Henry ist tatsächlich ihr Sohn, den sie als 18jährige zur Adoption freigegeben hat. Seine Adoptivmutter verhält sich zudem sehr aggressiv und hat die Stadt unter ihren Fittichen. Kein Wunder, denn sie ist die böse Stiefmutter, The Evil Queen, und hat als einzige ihr Gedächtnis nicht verloren, aber weiß sie wer Emma wirklich ist? Henry behauptet sie wäre die Tochter von Schneewitchen und Prince Charming.
    Und so trifft Emma auf die zuweilen recht seltsamen Bewohner von Storybrook und beschließt etwas dort zu bleiben, denn Henrys Adoptivmutter hat etwas zu verbergen und lügt, das weiß Emma, die dafür einen siebten Sinn hat.
    Schneewitchens gerettete Tochter und Hauptperson Emma Swan wird von Jennifer Morrison gespielt, die wir ja bereits aus "Dr. House" kennen. Nun kann man behaupten Morrison hat keine spielerische Bandbreite, aber ich mag ihre pragmatische Art und so ist sie von Anfang an eine vertraute Person und die Rolle passt einfach zu ihr. Wieder ist sie so eine verlorene Seele, die aber ihre Wurzeln findet.
    Natürlich ist auch was für die Buben dabei, die doch eher auf die etwas dominante Dame stehen: Lana Parrilla als Evil Queen - die böse Stiefmuddi aus Schneewitchen. Sie ist schön und durch und durch böse :))
    Natürlich kann und will ich nicht verschweigen, dass ausgerechnet Rumpelstilzchen von Robert Carlyle gespielt wird, was absolut passt und sehr spaßig ist.
    Tja insgesamt ein kleines Highlight mit immer etwas anderen Vorspännen, die stets zur jeweiligen Folge passen :) 
    Ich mag solche Details. Meine Vorläufige Wertung liegt bei 9/10. Hoher Suchtfaktor.


    Produktion der Serie nicht abgeschlossen - 1 Staffel, 22 Episoden Erste TV-Ausstrahlung - USA: 23. Oktober 2011 Entwickelt von Adam Horowitz, Edward Kitsis 2011 Mit Ginnifer Goodwin, Jennifer Morrison, Lana Parrilla mehr... Originaltitel: Once Upon A Time Produktionsland: USA. Genre: Drama. Laufzeit pro Episode: ca. 42 Minuten

    Danke an Captain Cook für das freundliche Sponsoring!

  • DieFilmischeRückblende

    Erstaunlicherweise hatte das Jahr 2011 für mich einige richtig gute Filme auf Lager aber auch ein paar totale Rohrkrepierer, die ich meinem ärgsten Feind nicht auf den Bildschirm wünsche.
    Hier die 10-Punkte Tops:

    127 HoursRangoAttack The BlockMary und MaxMelancholiaKönigsredeJane EyreIdesOfMarchLondonBoulevard

    Und hier das schlimmste Pixelpax des letzten Jahres, alles glatte 0-Punkter:

    Essential Killing Komischerweise kann ich mich an so manche Grotte genauer erinnern als an gute Filme. Essential Killing ist so einer. Dieses lahme polnische Schneespiel… mir ist als hätte ich ihn erst gestern gesehen ^.^
    MeineErfundeneEhefrauYellowbrickroad

  • DerSpärlicheBücherrückblick

    Ja oder besser gesagt, nein, ich habe dieses Jahr nicht viel gelesen. Bloße Faulheit, permanente Übermüdung und das eigene Auto untergraben meine Lesewut und so stapeln sich die Bücher fleißig ohne gelesen zu werden.Dennoch gab es ein paar Exemplare, die zwar nicht unbedingt 2011 erschienen sind, aber trotzdem zu meinen ungekrönten Lieblingen für 2011 gehören.

    Hier die Tops 2011

    Gewitter Über PlutoNiemalslandEin Buch Namens Zimbo

    Flops:
    Tja ich habe vier Bücher angefangen und bin nicht weit gekommen weil sie mich nicht gefesselt haben. Leider ist darunter Eoin Colfers 6er Band zu Per Anhalter Durch die Galaxis, noch leiderer Jasper Ffordes Grau, China Melvilles Un Lon Dun und Ned Beaumans Boxer, an dem ich seit Monaten herumkrebse. Dennoch werde ich nicht aufgeben, denn ich kann nicht glauben, dass die Lektüren wirklich schlecht sind, sondern dass einfach mein bislang schlimmstes Leseformtief schuld ist.

  • WüstensandUndScharfeBomben

    Mission: Impossible - Das Phantom Protokoll von Brad Bird

    M:I4Inhalt:
    Nachdem ein IMF Agent nach der erfolgreichen Sicherung wichtiger Dokumente getötet wird, befreien Agent Carter und Agnet Dunn Ethan Hunt aus einem Moskauer Gefängnis. Ihr neuer Auftrag lautet einen gewissen Cobalt zu finden, ein Krinineller, dessen Identität unbekannt ist. Hunt und sein neues Team soll dafür in den Kreml einbrechen, doch kurz vor dem Ziel kreuzt ein fremdes Team ihre Pläne und sprengt einen Teil des Kremls. Der Verdacht fällt auf Hunt und sein Team, die sich nicht dagegen wehren können, jedoch nun die Identiät Cobalts kennen, es handelt sich um den Russen Kurt Hendrik, einen Atomwaffenstrategen, der den Verstand verloren hat. Hendrik will die Menschheit durch einen von ihm kontrollierten Atomkrieg reinigen und den nächsten Schritt in der Evolution einleiten.
    Auf ihrer Flucht aus Moskau stößt unfreiwillig Sicherheitsanalyst William Brandt zu Hunts Team - nächster Stop: Dubai, die Abschusscodes für die Atombombe müssen beschafft werden und Cobalt gestoppt!

    Fazit:
    Da kann man nicht meckern, denn Tom Cruise hat sich nicht lumpen lassen und ein heißes Team zusammengestellt, in dem er zwar der Teamleiter ist, aber nicht immer im Mittelpunkt steht. Mein besonderer Dank gilt dem endlich im Außendienst eingesetzen Simon Pegg als Agent "Benji" Dunn. Hier macht er was er am besten kann: den etwas geschwätzigen, kautzigen Typen mit Spezialwissen mimen, dessen Technik nicht immer so ganz zuverlässig funktioniert, aber wen juckts? Neben Ethan Hunt dürfen dann noch zwei weitere Actionfiguren glänzen: Jeremy Renner als Analyst William Brandt und Paula Patton als Agent Jane Carter. Ein ausgewogenes Team, das ungewöhnlich offen mit seinen Ängsten und Unzulänglichkeiten umgeht. Sei es die Angst aus dem 120igsten Stockwerk zu klettern und/oder der Technik Dunns zu vertrauen und in einen Abgrund zu springen um von einem Magnetfeld gestoppt zu werden.
    Die Story dieser vierten Mission: Impossible ist dann ein Hauch kalter Krieg vermischt mit dem Wahnsinn eines  russischen Strategen, Michael Nyquist als Kurt Hendrik alias Cobalt, der über die jahrzehntelange Entwicklung von Theorien verrückt geworden ist. Also endlich wieder die alten Feindbilder: Atombomben und verrückte Russen. 
    Und schon ist man in die guten alten Bondzeiten zurückversetzt…
    Natürlich hat MI4 darüber hinaus viel mehr zu bieten: mehr Action und mehr Action nämlich. Unglaublich realistische praktisch Freeclimbing Szenen am höchsten Gebäude der Welt mit anschließender noch waghalsiger Rückwegaktion; die wilde Verfolgung durch einen imposanten Wüstensturm, die Sprengung des Kremls oder eine schonungslose ManngegenMannverfolgung in einer Hebebühnengarage - die bewegte Handlung ist erste Sahne. Aufgelockert wird das Ganze durch die humorvollen Gadgeteinlagen plus Kommentare des Technikspezialisten Agent Dunn und der Tatsache, dass sich hier eigentlich niemand und nichts so ganz ernst nimmt.
    Das neue Team Hunt hat sich bewährt und auch wenn es am Schluss arg schmalzig wird, ist dieser neben dem ersten der beste M:I-Film, der unbedingt nach einer großen Leinwand und heftigem Sound verlangt.
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    USA 2011 - Originaltitel: Mission: Impossible - Ghost Protocol - Regie: Brad Bird - Darsteller: Tom Cruise, Jeremy Renner, Simon Pegg, Paula Patton, Josh Holloway, Michael Nyqvist, Vladimir Mashkow - FSK: ab 12 - Länge: 132 min.

  • BlutIstDickerAls…ähWasser

    Ronal Der Barbar von Kresten Vestbjerg, AndersenThorbjørn Christoffersen, Philip Einstein Lipski

    RonalTheBarbarianInhalt:
    Als ziemlich zu Begin der Zeit, der Held Kron das dämonische Monster Zar besiegte, dabei aber leider seine eigenes Leben hingab, tranken eine handvoll MenschenKrons Blut und wurden zu den kräftigen und stattlichen Barbaren, die bis heute Anabolien dominieren. Auch Ronal gehört zu diesem gefürchteten und verehrten Stamm. Leider bekam sein Vorfahr nur noch den letzten Tropfen Krons Blut zu fassen und so unterscheidet sich diese Blutlinie zumindesten rein optisch sehr von seiner restlichen "Familie".
    Nichtsdestotrotz muss ausgerechnet Ronal seine Barbaren befreien, denn ein neuer Bösewicht namens Volcazar hat sie gefangen nehmen lassen um Zar wiederzuerwecken. 
    Keine leichte Aufgabe für einen sagen wir nett: Hämpfling. Wenigstens hat der Junge Verstand und gewinnt die holde Schildmaid Zandra für seine Mission - wenigstens eine, die Kämpfen kann…

    Fazit:
    Ich muss zugeben, dass ich erst einmal ziemlich vor den Kopf geschlagen war, als ich die deutschen Dialoge hörte. Für mich ist die Synchro nur noch von Tom Gerhardt zu unterbieten. Was eine Schande, denn an sich ist Ronal der Barbar nicht nur eine gelungene Persiflage auf den Headbanger der 80iger Jahre an und für sich, sondern nimmt auch die seinerzeit beliebten Fantasystreifen wie Conan und Red Sonja aus Korn. Und weil das hier eine dänische Produktion ist, wird ein heimischer Superstar wie Brigitte Nielsen nicht nur als Figur gehuldigt, sondern spricht sie im Original auch noch, was wieder zeigt wie viel Humor die Frau hat.
    Die Geschichte Ronals ist simpel: er ist aufgrund einer kleinen Erbpanne der Spargeltarzan unter dem Barbarenclan, dafür aber recht intelligent, was ihm jedoch bislang nicht viel nutzte. Als der böse dämonische Volcazar das Dorf überfällt und die Barbaren gefangen nimmt, wird Ronal eben mal nicht als Barbar erkannt und zurückgeassen. Doch Volcazar benötigt alle des Clans um den Dämonen Zar zu reaktivieren. Nachdem der sterbende Gundar Ronal das Verstsprechen abgenommen hat die anderen zu befreien, bricht der mit einem Bardenlehrling auf, Volcazar zu vernichten. Keine leichte Aufgabe, denn der hat einen unzerstörbaren Schutzpanzer, der nur mit dem echten Schwert Krons zu durchdringen ist.
    Tja und dann trifft der gute Ronal noch eine tapfere Schildmaid, die sich dem verspricht, der sie besiegt, auf einen Elben, der sie in den Elbenturm bringt (ganz witzige HDR Anspielung), eine Horde Amazonen, die allesamt nicht helle sind, aber sexy und ziemlich scharf auf Ronal und seine Bardenbegleitung und so weiter und so fort. Und dann ist da noch Volcazar der Bösewicht. Er trägt nicht nur schwarz und Maske und sieht irgendwie aus wie Darth Vader, nein er spricht und lacht auch so.
    Ansonsten macht Ronal der Barbar optisch nicht allzu viel her. Wäre man beim Zeichentrick geblieben, denn die Zeichnungen zum Film sind klasse, wäre die Sachen wesentlich ansprechender gewesen. So sehen wir sehr glatte wie nicht ganz durchgerenderte Oberflächen ohne viel Detail, was alles etwas gummiartig und billig aussehen lässt, also handwerklich nicht so großartig. Die Macher setzten hier ganz klar auf ihr Achtziger Revival und diesen rustikalen Humor zwischen Boobs und Balls.
    Für Kinder ist der Streifen nicht geeignet, denn da fehlt mit Sicherheit viel Hintergrundwissen, um den besonderen Witz der Dänen zu verstehen. 
    Eigentlich ein Film, den ich in deutscher Synchronisation glatt durchrutschen hätte lassen, aber das letzte Drittel und ein wirklich spaßiger Abspann, haben mich milde gestimmt und lassen mich auch noch nach über einer Woche rückblickend wohlwollend schmunzelnd zurückdenken. Von daher …
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    Dänemark 2011 - Originaltitel: Ronal barbaren -Regie: Thorbjørn Christoffersen, Kresten Vestbjerg Andersen, Philip Einstein Lipski - Darsteller:Animationsfilm - FSK: ab 12 - Länge: 86 min.

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