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Archiv der Einträge: Maerz, 2011
  • InDenBergenVonMissouri

    Winter's Bone von Debra Granik

    Winters_boneInhalt:
    Ree Dolly ist siebzehn Jahre alt, versorgt ihre beiden kleineren Geschwister und die psychisch kranke Mutter mit praktisch keinem Geld und verzweifelt langsam, als ihr der Sheriff offeriert, dass ihr Vater, wegen Crystal Meth kochens angeklagt, in wenigen Tagen zu einer Verhandlung muss, aber verschwunden ist und für die Kaution Haus und Land verpfändet hat. Für Mutter und Kinder hieße dies auf den Feldern zu hausen, das letzte bisschen zu verlieren. Da bringt es auch nicht viel, dass Ree mit so ziemlich jedem im Umland irgendwie verwandt ist, denn in der Sippe haben alle Dreck am Stecken und man stellt keine Fragen, erst recht nicht an in der Hierarchie höher Gestellte.
    Ree wäre aber keine echte Dolly, gäbe sie so schnell auf und so läuft sie von Haus zu Hütte, stellt ungemütliche Fragen und will doch nur ihren Vater finden tot oder lebendig.

    Fazit:
    Ich kann mir nicht vorstellen wie man diesen Film nicht mögen könnte, denn Debra Granik realisiert die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Daniel Woodrell herrlich unprätentiös, mit einer wunderbaren Kameraarbeit und einer sensationellen Hauptdarstellerin.
    Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ree, die Siebzehnjährige Tochter von Jessup Dolly, der wie alle in der Sippe und der umliegenden Clans in Drogen macht, bzw. mit höchst Illegalem seinen Unterhalt verdient. Die Clans unterliegen ihren eigenen Gesetzen und eines der wichtigsten Gebote ist: nicht reden, das andere: nicht fragen.
    Als Jessup vor seiner nächsten Gerichtsverhandlung verschwindet, erfährt Ree, die mehr oder minder für die Versorgung der Familie sorgt, das Haus und Land an das Kautionsbüro verpfändet wurden und sie alles verlieren, wenn der Vater nicht pünktlich vor Gericht erscheint. So wagt die emanzipierte und couragierte Ree das Unglaubliche: sie geht von Familie zu Familie und stellt die Frage: wo ist mein Vater?
    Ree ist dabei sehr pragmatisch und es wird schnell klar, dass es nicht darum geht den Vater lebendig zu finden, sondern zur Not in kleinen Stücken. Ree nimmt dafür alles in Kauf, wird bedroht, geschubst, zusammengeschlagen und findet sich schlussendlich offen und emotionslos mit ihrem Schicksal ab wie es auch sein möge, was ihr den Respekt der Clans, insbesondere der ranghöheren Frauen einbringt.
    Dazwischen erleben wir das Mädchen immer wieder dabei wie sie die Verantwortung für die kleineren Geschwister übernimmt, dafür sorgt dass sie zur Schule gehen, Hausaufgaben machen, aber auch kochen und schießen lernen. So muss der kleine Bruder ein Eichhörnchen ausnehmen - that's life in den Wäldern von Missouri.
    Wir sehen aber auch die Ree, die zur Armee möchte, ihr Traum dem Umfeld zu entfliehen, aber nun in der Notlage die Möglichkeit die Familie zu versorgen und ihre vernünftige Einsicht doch bei den Kindern zu bleiben, bis sie aus dem Gröbsten heraus sind.
    Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass die Menschen dort in den Wäldern, oft mit der unmöglichen Bezeichnung White Trash verunglimpft, verurteilt werden. Granik schönt nicht, ist nicht wertend und das macht den Film so sehenswert, weil dadurch der Kampf einer Frau um Hoffnung und Gerechtigkeit in einer archaischen Männerwelt umso mehr herausgestellt wird.
    Selten sieht man einen so langsam und doch spannend erzählten Film, düster und die Gefahr zu jedem Zeitpunkt greifbar machend, dabei nie überzogen tragisch seiend.
    Ganz großes Kino. Sehr empfehlenswert.9_rabbit_animal_pink_smile

    USA 2010 - Regie: Debra Granik - Darsteller: Jennifer Lawrence, John Hawkes, Kevin Breznahan, Dale Dickey, Garret Dillahunt, Sheryl Lee, Lauren Sweetser, Tate Taylor, Isaiah Stone, Ashlee Thompson - FSK: ab 12 - Länge: 100 min.

  • EinSchaf,EinWolfUndEinKohlkopf…

    Logic Room/Fermat's Room von Luis Piedrahita und Rodrigo Sopeña

    Logic-Room-Der-Tod-ist-unberechenbarInhalt:
    Vier kluge Köpfe in Sachen Logik werden von einem gewissen Fermat zu einem netten Wochenende mit intellektueller Herausforderung eingeladen. Die vier müssen Pseudonyme tragen und zu einer abgelegenen Lagerhalle paddeln, als etwas verspätet Fermat eintritt und alle zum Abendessen auffordert. Doch der Tisch ist noch nicht abgeräumt, als Fermat zu seiner Tochter ins Krankenhaus gerufen wird und gehen muss. Er vergisst seine Jacke und die Vier kommen ins Grübeln. Leider entdecken sie zu spät, dass sie eingeschlossen wurden. Dann klingelt das PDA und das erste Rätsel muss innerhalb einer Minute gelöst werden. Die Notwendigkeit die Zeit einzuhalten wird schnell klar, denn die die Wände rücken zusammen; Pressen an allen vier Seitenwänden werden die Teinehmer innerhalb der nächsten Stunde zerquetschen, sollt sie die Aufgaben nicht alle fristgemäß gelöst werden.

    Fazit:
    Prinzipiell hört sich das Thema sehr interessant an, jedoch hätten sich die Regisseure und Schreiber Luis Piedrahita und Rodrigo Sopeña etwas mehr Mühe mit ihren "mathematischen Kniffligkeiten" für hochbegabte Mathematiker geben können, denn immerhin suchen zwei davon mehr oder weniger erfolgreich nach dem Beweis der Goldbachschen Vermutung und da kommen Grundschulfragen wie ein Wolf ein Schaf und ein Kohlkopf sollen über einen Fluss gebracht werden… schon ziemlich lächerlich rüber. So dreht sich ein Großteil des Filmes um für jederman lösbare Textfragen und das Näherkommen der Wände, während die dort eingeschlossenen Figuren nur schwach beleuchtet werden.
    Da haben wir einen alten Mathematiker, der bereits kurz davor stand sich das Leben zu nehmen, ein Student, der angeblich die Goldbachsche Vermutung bewiesen hat, die aber gestohlen wurde, ein Erfinder und eine junge Frau, über die beide man praktisch nichts weiß. Diese Vier sind nun in diesem Dinerram eingeschlossen, müssen Rätsel lösen, werden zusammengepresst und was viel wichtiger ist, fragen sich warum sie dort drinnen sind, was sie getan haben und wer ihnen das antut.
    Insgesamt kann man über die Schauspieler und die Inszenierung aber nicht meckern, der Streifen hat eine gewisse Spannung und ein passable Auflösung, ist aber weit von großem Kino entfernt. Nichtsdestotrotz, schön mal einen aufregenden Thriller so ganz ohne Blut serviert zu bekommen.
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    Logic Room - La habitación de Fermat, E 2007, 88 Minuten, R+DB: Luis Piedrahita und Rodrigo Sopeña, D: Lluís Homar als Hilbert, Alejo Sauras als Galois, Elena Ballesteros als Oliva, Federico Luppi als Fermat

  • Zurückgeschlagen

    I Spit On Your Grave von Steven R. Monroe

    I_Spit_on_Your_GraveInhalt:
    Die junge und attraktive Schriftstellerin Jennifer Hills möchte sich für das Schreiben ihres neuen Romans völlig zurückzuziehen. Dafür mietet sie sich ein abgelegenes Ferienhaus tief in den Wäldern Louisanas.
    Doch schon die Anfahrt gestaltet sich nicht so einfach und als sie an der Tankstelle auf drei einheimische Männer trifft, gestaltet sich die Begegnung alles andere als angenehm.
    Im Haus angekommen, hat Jennifer nach ein paar Tagen zunehmend das Gefühl beobachtet zu werden. Dann eines abends eskaliert die Situation, die Männer von der Tankstelle überfallen Jennifer, quälen und vergewaltigen sie brutal. Als sie nach der Tat wie von Sinnen wegrennt und von einer Brücke ins Wasser stürzt, gehen ihre Peiniger nach kurzer Suche davon aus, dass sie tot ist. Doch so ist es ganz und gar nicht, Jennifer lebt und sie sinnt nach Rache!

    Fazit:
    Tja viel ist da nicht zu sagen. Monroes Remake des Rape & Revenge Klassikers "I Spit On Your Grave" ist einen Tick moderner und zwei Ticks blutiger als die Vorlage, auch wenn ich nicht verstanden habe, warum man die Verstümmlungen zum Beispiel am Gesicht eines Opfers ganz gut im Bild hat, aber wenns ans Gemächt geht auch im Remake dezent ausgeblendet wird und alles der weiblichen Fantasie und dem männlichen zischen und sich im Stuhl winden überlassen wird.
    Natürlich geht so ein Film, in dem eine wehrlose Frau misshandelt und brutal vergewaltigt wird an die Nieren, keine Frage. Das ist ne ganz intime Sache und schon die Vorstellung ist sicherlich für jede Frau ein Albtraum. Sarah Butler macht ihre Sache wirklich gut, ob gepeinigte und traumatisierte Frau oder Rächerin, die Dame konnte überzeugen.
    "I Spit On Your Grave" ist nicht besonders vielschichtig, zeigt auch keine ausgefeilten Charakter, hier gibt es nur gut und böse und somit werden die Sympathiepunkte schnell verteilt und man zeigt leichten herzens mit dem Daumen nach unten, wenn Jennifer daran geht ihre Vergewaltiger nach persönlicher Interessenlage zu bestrafen.
    Insgesamt irgendwie Oldschool, überraschungslos, jedoch ganz ansehbar.6_rabbit_animal_pink_cute

    I Spit On Your Grave, USA 2010, 106 Minuten, engOV, R:Steven R. Monroe, D: Sarah Butler, Jeff Branson, Rodney Eastman, Chad Lindberg, DB: Stuart Morse, Meir Zarchi, P: Lisa Hansen, Paul Hertzberg, Verleih: Tiberius Film

  • DieWahrheitÜberFreileitungsmasten

    The Trollhunter von André Øvredal

    TrollhunterInhalt:
    Eigentlich wollten die drei Studenten Thomas, Kalle und Johanna nur eine Doku über diesen seltsamen Bärenjäger machen, doch schnell stellt sich heraus, dass der scheue und unnahbare Typ namens Hans gar keine Pezis jagd, sondern Norwegens einziger Trolljäger ist. Der Gute arbeitet im Auftrag der norwegischen Regierung, die der Öffentlichkeit dreiste Lügen auftischt und das Vorhandensein der unwirschen und ziemlich dummen Wesen verschleiert. Leider bezahlen sie Hans saumäßig und so ist er bereit die drei Studenten mitzunehmen auf der Suche nach Trollen, die ihr Reservat verlassen und die Gegend unsicher machen.

    Fazit:
    Meine Skepsis war groß und meine Erwartungen einen guten Film zu sichten gingen gegen Null, umso erfreulicher das Ergebnis: "The Trollhunter" ist total netter Trash.
    Aufgezogen als Mockumentary weiht uns André Øvredal in Norwegens größtes Geheimnis ein: Trolle! Ja es gibt sie tatsächlich, Massen davon und in allen Größen und Formen. Trolle sind ganz schön dämlich, nachtaktiv und immer schlecht gelaunt. Die fressen Steine, saugen aber auch gerne mal an einem Schaf und ihr Kalzium-Stoffwechsel veträgt absolut kein UV-Licht, warum sie auch bei selbigen versteinern, was wiederum sehr schmerzhaft für die Raubtiere ist, aber das ist eine andere Geschichte.
    "The Trollhunter" ist Spaß pur. Auch wenn die Trolle an sich ganz schön plüschig aussehen, kann man im Großen und Ganzen über die Machart des Filmes nicht meckern. Wir sind zwar mit der Handkamera unterwegs, doch stört es hier nicht wirklich, sondern gibt dem Ganzen die nötige Dynamik, denn im Grund rennen da überwiegend vier Leute durch die Wälder auf der Suche, bzw. Flucht vor Trollen. Natürlich sehen wir dann auch den ein oder anderen Typus, werden von Hans über die Sorten und Eigenarten belehrt, lernen, dass Trolle auf jeden Fall einen Christen wittern, die darum zur Trolljagd nicht geeignet sind, wozu die Freilandleitungen in Norwegen wirklich da sind und dass das Versteinern mit UV-Licht ein traumatisches Erlebnis für diese Wesen ist.
    Dazwischen kommt immer Mal wieder Hans Chef vorbei und verwischt geschickt die Trollspuren, in dem er tote polnische Bären als Finte auslegt und mag es überhaupt nicht, dass hier gefilmt wird.
    "The Trollhunter" ist also ein überaus unterhaltsamer und lustiger Streifen mit dem richtigen Anteil Augenzwinkern und dem großartigen Otto Jespersen als Trolljäger Hans.8_rabbit_animal_pink_cute

    The Trollhunter - Trolljegeren, Norwegen 2010, 90 Minuten, OMEU, R: André Øvredal, D: Otto Jespersen, Hans Morten Hansen,Thomas Alf Larsen, Johanna Mørck, DB: André Øvredal P: Seninung Golimo, John M.Jacobsen, Verleih: Universal Pictures Interantional Germany

  • OhneGewissen

    Kidnapped von Ángel Vivas

    KidnappedInhalt:
    Jaime und Marta haben es geschafft, der Tag des Einzugs in neue Eigenheim ist da. Endlich im Grünen, abgelegen und fern der Großstadt steht das luxuriöse Haus ganz nach den Vorstellungen des glücklichen Ehepaares. Marta plant den Abend ganz im Kreise der Familie zu feiern, doch Töchterchen Isa will da nicht mitmachen. Sie hat schon alles zum Ausgehen organisiert und denkt nicht daran sich der Mutter zu beugen. Isa ist 18 und  Papa Jaime ist nachsichtig mit seinem Engel, doch während die Diskussion um die Einzugsfeier noch nicht erledigt ist, wird ein Fenster eingeschlagen und das Haus von drei schwarz maskierten Männern gestürmt. Die Familie wird brutal geschlagen, und gefesselt, Wertgegenstände eingepackt und die Kreditkarten und PINs erzwungen, doch der Abend ist noch lang und das Leiden der kleinen Familie alles andere als zu Ende…

    Fazit:
    "Kidnapped" ist nicht der erste Spanier, der unter die Haut geht. Ähnlich wie der ebenso geniale "Palabras encadenadas" von Laura Mañá beweist Vivas, dass die Spanier in puncto Psychothriller allemal international mithalten können.
    Ganz typisch für den spanischen Film und so auch hier: es wird gesprochen. Spanier reden gerne und viel. Zuerst das nicht enden wollende Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter in einer ganz natürlichen Familiensituation, dann später selbst in größter Gefahr und Androhung von noch mehr Gewalt immer wieder der Versuch zu reden, zu beschwichtigen oder nur miteinander in Kontakt zu bleiben.
    Ebenfalls fällt im spanischen Film immer wieder die Natürlichkeit auf. Egal ob die Protagonisten arm oder reich, unbekannt oder berühmt sind, die Situationen wie die Schauspieler sind, bzw. agieren mit erfrischender Selbstverständlich- und Leichtigkeit durch den Film. Dies führt zu einer ganz intensiven Beziehung zu den Protagonisten und das Leiden mit ihnen wird um so stärker.
    Auch "Kidnapped" folgt diesem Muster und so erfahren wir hier zuerst eine ganz alltägliche Lebensituation zweier Eltern mit ihrer heranwachsenen rebellierenden Tochter und werden mit in die Katastrophe hineingerissen.
    Zugegeben der Film wird laut und hysterisch. Die überfallende Familie schreit, weint und bittet um Gnade. Das geht nicht leise.
    Eine Panikhandlung folgt der nächsten und immer wieder führen die zu Restriktionen und Bestrafungen, die wieder mit Geschrei und Weinen einhergehen. Man sitzt da und möchte das es aufhört, aber es geht weiter und weiter.
    Während Jaime von einem der Gangster ins Auto gesetzt wird, um die Bankkonten abzuräumen, verbleiben Marta und Isa mit den anderen zwei Verbrechern im Haus.
    Doch alle drei bäumen sich immer wieder auf, versuchen sich aus der Situation zu befreien, geben nichts verloren und scheitern immer wieder kläglich. Ein Märtyrium für alle Beteiligten und den Zuschauer.
    Und so nervenaufreibend das Ganze ist und man sagen möchte: bitte setzt Euch doch hin und haltet die Klappe, fragt man sich: wie würdest Du reagieren? Dasitzen und wimmern, ruhigbleiben, versuchen sich zu befreien oder sein Kind beschützen und alles riskieren?8_rabbit_animal_pink_cute
    "Kidnapped" ist ein brutaler Film, ein Tritt ins Gesicht: heftig, laut und sehr ungnädig, dennoch ganz hervorragendes Kino, dessen Bilder einen nicht loslassen.

    Kidnapped - Secuestrados, E 2010, 90 Minuten, OmEU, R:Miguel Ángel Vivas, D: Guillermo Barrientos,Dritan Biba, Fernando Cayo,Manuela Vellés, Ana Wagener, DB: Javier García, P: Vérane Frédiani, Ema Lustres Gómez, Franck Ribière, Verleih: Universum Film

  • SchlösserMachenSinn

    The Hole 3D von Joe Dante

    the_hole_Inhalt:
    Der 17jährige Dane und sein sieben Jahre jüngerer Bruder Lucas mussten mal wieder umziehen. Diesmal ging es von New York in eine ziemlich verschlafene Kleinstadt. Während Lucas die Sache locker nimmt, ist Dane total abgenervt, doch entdeckt er schnell die süße Nachbarstochter Julie. Und weil pubertierende Jungens etwas schüchtern sind, nimmt Lucas den ersten Kontakt auf und siehe da Julie ist ne ganz Nette. Und dann entdecken die Brüder im Keller diese seltsame Klappe im Boden mit ganz vielen Schlössern dran und die Schlüssel noch dazu. Und wie Jungens nun mal sind, öffnen sie das Ding und finden ein Loch, bodenlos, dunkel und unheimlich. Was sie nicht wissen, ist was sie gerade entfesselt haben - es wird ihnen große Angst machen…

    Fazit:
    Ja, wir verdanken Joe Dante eine ganze Reihe großartiger Fantasyfilme. Ob Gremlins, Meine Teuflischen Nachbarn oder Small Soldiers, Dante vermag gekonnt Gruselaction für die ganze Familie auf die Leinwand zu bringen. Leider war es lange Zeit ruhig um ihn, doch 2009 drehte er den völlig zu unrecht ziemlich unbekannten "The Hole 3D", ein Jugendgruselfilm, der in Real 3D gedreht wurde. Das Problem der veröffentlichung war nach Meinung von Rosebud die Jugendfreigabe. Der Film ist für ein Publikum ab 12 gedacht, doch dürfen hierzulande bei 12er Freigaben Kinder ab 6 in Begleitung Erwachsener mit ins Kino und für die sei der Streifen einfach zu gruselig (was ich eigentlich nicht fand). Die Freigabe ab 16 wäre viel zu streng und ginge am Publikum vorbei, also bringt man sowas erst gar nicht ins Kino. Schade, denn bei Filmen wie Harry Potter schert sich da doch auch niemand drum.
    Dante erzählt in "The Hole" die Geschichte zweier Brüder, die mit der Mutter auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit sind. Es gab Probleme mit dem Vater und die Kinder sind traumatisiert, nichtsdestotrotz versuchen alle ein normales Leben zu führen. Als sie mal wieder in eine neue Stadt umziehen, entdecken die Brüder im Keller ein geheimnissvolles Loch und öffnen es. Sie teilen dieses Mysterium mit der neuen Bekanntschaft vom Nachbarsgrundstück: Julie. Die nette Teenagerin ist ebenfalls sofort von diesem Loch ins Nirgendwo begeistert. Noch können sich die Kids keinen Reim darauf mach, was es mit diesen Abgrund auf sich hat, doch gehen sehr bald nach der Öffnung des selben seltsame Dinge vor. Eine unheimliche Clownspuppe terrorisiert Lucas und Julie wird von einem kleinen spooky Mädchen verfolgt. Langsam dämmert den Dreien, dass da was aus dem Loch im Keller herauskommt und das ist nicht nett.
    Da kann man nicht meckern. Die Besetzung des Filmes ist durchweg sympathisch und entspannt, keine hysterischen Kinder oder Jugendlichen, sondern neugierige Protagonisten, die die Lage flott überblicken und dem Problem auf den Grund gehen. Die Thematik nicht neu aber immer wieder gern gesehen: stelle Dich Deinen Ängsten.
    Die Umsetzung gut gelungen. Spannend ein Paar nette 3D Effekte, wobei der Film auch ohne funktionieren würde.
    Insgesamt eine Mischung aus softem "The Gate" und "Poltergeist" und total sehenswert.7_rabbit_animal_pink_cute

    The Hole 3D, USA 2009, OV, Real 3D, 92 Minuten, R: Joe Dante, D: Teri Polo, Chris Massoglia, Haley Bennett, Bruce Dern, DB: Mark L. Smith, P: Claudio Faeh, David Lancaster,Michel Litvak, Verleih: Ascot Elite

  • DamenhascheeKoreanStyle

    I Saw The Devil von Ji- Woon Kim

    i_saw_the_devilInhalt:
    Polizeiagent Kim Soo-hyeon stürzt in tiefe Trauer als seine Verlobte Joo-yeon nach einer Autopanne verschwindet und dann verstümmelt aufgefunden wird. Doch Soo-hyeon belässt es nicht dabei, sondern lässt sich vom Schwiegervater und Exbulle in spe die Polizeiakten einschlägig Vorbestrafter und Verdächtiger geben, nimmt zwei Wochen frei und macht sich auf die Suche nach dem Mörder und Vergewaltiger seiner Joo-yeon.
    Im Gegensatz zu den normalen Ermittlern der Polizei, findet Soo-huyn seinen vermeintlichen Täter ziemlich schnell. Doch anstatt ihn festzunehmen und den Behörden zu übergeben, schlägt er ihn brutal zusammen und lässt ihn laufen. Kurze Zeit später, der Serienkiller hat gerade sein nächstes Opfer beim Wickel, geht Soo-hyeon wieder dazwischen, verprügelt ihn noch mehr und lässt ihn wiederum ziehen. Der Killer soll unermessliche leiden. Jedoch unterschätzt Soo-hyeon seinen Gegner, denn der durchschaut dessen Pläne und so nimmt ein brutales Katz- und Mausspiel seinen Lauf, währenddessen die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen, sich Jäger und Gejagter kaum noch von einander unterscheiden.

    Fazit:
    "i Saw The Devil" ist für mich eine große Überraschung, bin ich weder ein Kenner noch ein Liebhaber des asiatischen Films (abgesehen von meinen Leib- und Magen Wuxia Streifen).
    Ji-Woon Kim drehte diese durch und durch fiese Geschichte über einen Serienvergewaltiger und Frauenmetzler ohne Gewissen und seinen Richter in doch sehr gefälligen Bildern. Obwohl ungehemmt aufeinander eingedroschen wird, Knochen knacksen und Frauen schlimmstens massakriert werden, muss man dem Streifen eine gewisse Ästhetik zusprechen, optisch wie darstellerisch nicht zuletzt auch aufgrund seiner guten Darsteller.
    Min-sik Choi als Psychopath, der seine kranken Bedürfnisse stillt, so natürlich als gehe er ein Pfund Butter kaufen, ist zutiefst beängstigend und überzeugend. Herz- und gewissenlos entführt und überfällt er seine Opfer, um sie zu vergewaltigen und dann wie sebstverständlich in Stücke zu teilen. Seltsamerweise scheint er seine Taten als völlig normal anzusehen, während ihm die Abarten anderer sehr wohl aufstoßen, jedoch ohne etwas dagegen zu unternehmen.
    Seine Nemesis findet dieser Killer in Kim Soo-hyeon, gespielt von Byung-hun Lee, den ich bislang bewusst nur aus GI-Joe kannte. Putziges drahtiges Kerlchen, ebenfalls ansehnlich im Schauspiel, nicht minder kaltblütig, denn da gehört schon was dazu seine Wut und Trauer so zu kontrollieren, dass man  sein Opfer/den Täter nicht sofort killt, sondern dosiert fertig macht, dabei selbst ordentlich einsteckt, um dann seinen eigenen teuflischen und nicht weniger kriminellen Plan umzusetzen.
    Insgesamt kein Film für empfindliche Gemüter, jedoch weit entfernt von den üblichen Slashern und trotz seiner 141 Minuten sehr kurzweilig, weil spannend. Ganz großartig.
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    I Saw The Devil - Akmareul Boatda, Südkorea 2010, 141 Minuten, R: Jee-woon Kim, D: Byung-hun Lee, Yoon-Seo Kim, Min-sik Choi, Drehbuch: Hoon-jung Park, P: Hyun-woo Kim, Verleih: Splendid Film

  • FürDieWissenschaft,DieKunstUndDieLiebe

    Burke & Hare von John Landis

    burke_and_hareInhalt:
    zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es nicht leicht seine Medizinstudenten zu lehren. Besonders die Anatomie machte den Professoren zu schaffen, denn sie waren ausschließlich auf Leichen angewiesen, die widerum nicht leicht zu bekommen waren, schon gar nicht frisch. Der Konkurrenzkampf der Unis tat sein Übriges und so begab es sich, dass Doktor Robert Knox und das Zusammentreffen mit den beiden irischen Auswanderen Mr. Burke und Mr. Hare zwischen 1827 und 1828 zu einer unheilvollen Vermehrung von verschwundenen Personen führte.
    Dies ist die (fast) wahre Geschichte…

    Fazit:
    Lange war es still um John Landis, doch mit "Burke & Hare" meldet sich der Meister der Gruselkomödie zurück.
    Burke und Hare sind mit zwei der prominensteten Serienkiller der Insel und unzählige Regisseure haben sich ihrer Geschichte angenommen. John Landis nun, behauptet, natürlich mit einem Augenzwinkern, die Geschichte wahrheitsgetreu und zeitlich korrekt verfilmt zu haben.
    Tatsächlich besticht der Streifen durch seine Schauspieler, allen voran Simon Pegg und Andy Serkis als Burke & Hare. Landis macht aus den beiden zwei sympathische Looser, die durch Zufall an ihre erste Leiche geraten und nicht wissen wohin damit. Das Glück ist ihnen hold und sie geraten an Dr. Robert Knox, der ihre Leiche dankend für 5 Pfund annimmt. Die beiden sehen eine rosige finanzielle Zukunft in Sachen Leichenhandel und nachdem die normale Sterblichkeitsrate den Bedarf des Doktors nicht mehr decken kann, beschließen die beiden der Sache etwas nachzuhelfen.
    Landis wäre natürlich nicht Landis, verpackte er das ganze nicht bunt und spaßig. So kann man Burke und Hare nicht wirklich böse sein, wenn sie ihre zumeist männlichen Opfer heimsuchen und freut sich mit Hare, der dank des beruflichen Erfolges auch das Herz seiner Ehefrau zurückerobern kann und Burke sein Glück bei der Schauspielerin Ginny Hawkins findet, die ihn natürlich zunächst nur über den Tisch zieht.
    Tatsächlich waren die beiden ganz niederträchtige Mörder, die sich fast nur an alten Frauen und Kindern vergriffen.
    Landis erzählte, er hätte praktisch nur an echten vorhandenen Orten gedreht und nur wenig Kulissenbauten verwendet (er ist ein echter Locationscout) und preiste die wirklich schönen Kostüme aus den Händen seiner Frau an. Ohne Zweifel ist der Film optisch gelungen und jedem, der der englischen Sprache mächtig ist, muss man die Originalfassung ans Herz legen, denn die extrem schottischen und irischen Dialekte sind eine wahre Ohrenfreude.
    Mit "Burk & Hare" ist John Landis eine nette schwarze Komödie gelungen, die für meinen Geschmack etwas zu brav geraten ist und deren kommerziellen Erfolg  ich noch nicht sehe. Das Ensemble ist mit großer Freude bei der Sache, das sieht man und Landis-Freunde wie Christopher Lee und Ray Harryhausen sind mit Cameos vertreten, doch wie Frau Flinkwert schon sagte: die zeitlich kurze Distanz und inhaltliche Nähe zu dem auch für meinen Geschmack etwas besseren "I Sell The Dead", lässt einem den Film nicht wirklich ins Herz schließen. Vielleicht sehe ich das in einigen Jahren anders, so ist der Zeitpunkt kein optimaler.6_rabbit_animal_pink_cute
    Allen, die erwähnten Vorgänger nicht kennen, kann ich die sympathische Gruselkomödie "Burke & Hare" wirklich empfehlen.

    Burke & Hare, GB 2010, 91 Minuten, OV, R: John Landis, D: Andy Serkis, Simon Pegg, Isla Fischer, Jessica Hynes, Tim Curry, Tom Wilkinson, DB: Piers Ashworth, Nick Moorcroft, P: Barnaby Thompson, Verleih Ascot Elite

  • AllesEineFrageDerErziehung

    Mother's Day von Darren Lynn Bousman

    MothersDayInhalt:
    Ein Paar in der Krise: Beth und Daniel haben zwar Eheprobleme, dennoch konnten sie auf der Auktion nicht nein sagen und bekamen den Zuschlag für ein Schnäppchenhaus.
    Was die beiden nicht wussten ist, dass die Vorbesitzerin nicht nur ihre Familie zusammengeklaut, sondern die Bälger auch zu Schwerstkriminellen erzogen hat, wobei Mami die dominante der Sippschaft ist.
    Tja leider hat Mami das Haus verloren und vergessen, das ihren drei Bübchen mitzuteilen. Die kommen nach einem scheinbar ziemlich langwierigen und total misslungenem Banküberfall nach Hause und kein Mittagessen auf dem Tisch. Stattdessen ist Muttis Lieblingsbabyboy angeschossen und die Neuen feiern Einweihungsparty im Keller. Geht gar nicht, sagen die und rufen Muddi übers Handy an, währenddessen ist die Stimmung im Keller, auf der Party wie auch bei den Alteigentümern.

    Fazit:
    Joa ok, da kann man nicht meckern. Bousman lieferte mit Mother's Day soliden Hollywoodterror der etwas härteren Art ab.
    Eine psychische Gestörte klaut Babys und zieht sie zu großen Monstern ohne Gewissen anderen gegenüber auf. Natürlich verdient die Familie ihren Lebensunterhalt durch schwerstkriminelle Machenschaften, wobei der Respekt vor Mami immer Vorrang hat.
    Mutter hat ihren Erziehungsstil perfektioniert und weiß auch jedem anderen ihre Werte und den Weg dorthin zu vermitteln. So heißt das Motto: ich bestrafe nicht Dich, sondern Deine Freunde, Geschwister, eben die, die Du liebst und das ganz dolle brutal. Da wird der Kopf der Freundin entzündet, auf Schädel eingedroschen und alles mögliche zerschnitten und zerkloppt, zur Not werden Nägel mit Köpfen gemacht und es wird erschossen, aber alles der Reihe nach. Schlimm nur, dass die Partygemeinschaft offensichtlich unter Lernschwäche leidet, denn Mutter und ihre Buben reden sich den Mund fuselig und die Mädels und Jungs versuchen immer wieder zu fliehen oder sich wahlweise zu wehren, was natürlich wieder zu erheblichen Konsequenzen und körperlichen Einschränkungen führt.
    Ja und so Metzelt man sich Schritt für Schritt durch 106 Minuten, lernt was am Körper so alles wehtun kann und dass sich der Respekt vor einer Autoritätsperson schon lohnt und wird dabei ganz gut unterhalten. Dreh- und Angelpunkt des Films ist natürlich Mutter: Rebbeca de Mornay, die wie geschaffen für psychotisch böse Rollen, die Hausgemeinschaft weitesgehend unter ihrer Kontrolle behält.7_rabbit_animal_pink_cute
    Insgesamt Oldschoolthema in neuem Glanz, ordentlich gemachte, nette Popkornunterhaltung.

    Mother's Day, USA 2010, 106 minuten, OV, R: Darren Lynn Bousman, D: Rebbecca De Mornay, Deborah Ann Woll, SHwan Ashmore, Frank Grillo, DB: Scott Milam, P: Brett Ratner, Richard Saperstein, Jay Stern, Verleih: Kinowelt

  • WieSattMachtMuttermilch?

    Essential Killing von Jerzy Skolimowski

    essentialkillingInhalt:
    Irgendwo auf einem Kriegschauplatz mit amerikanischer Beteiligung im Orient tötet ein Einheimischer Vier US-Soldaten. Er wird festgenommen, in ein Lager verfrachtet, gefoltert und dann nach Polen deportiert. Während seiner Gefangenschaft spricht er kein Wort, nicht zuletzt aufgrund einer Gehörverletzung, die er bei der Gefangennahme erlitten hat.
    Doch der Transport des Unbekannten verunglückt tief in den Wäldern Polens und es gelingt ihm zu fliehen.
    So beginnt die Hatz auf den mutmaßlichen Terroristen durch Schnee und die Weiten des Landes.

    Fazit:
    Ich kann die Begeisterung über diesen Film nicht nachvollziehen, denn was gibt es öderes als irgendeinen Typen durch den Wald rennen zu sehen - und das über 80 Minuten?
    Ein Iraker oder was auch immer, könnte auch Afghane sein, irrt zunächst unbewaffnet durch die Ödnis seiner heimatlich Gebirgswüste, findet einen toten Soldaten und nimmt ihm die Waffe ab (kleine Panzerfaust). Er versteckt sich vor den US-Soldaten, wird jedoch entdeckt und bringt die vier in seiner Panik um. Er flüchtet, wird aber festgenommen und inhaftiert. Die Amis foltern ihn, doch er redet kein Wort, sein Gehör hat schwer gelitten und er versteht sie ohnehin nicht. Während seiner Deportation nach Polen (was ein seltsamer Ort um vermeintliche Terroristen unterzubringen) hat der Wagen einen Unfall und der Unbekannte kann flüchten. Er rennt durch die weiten verschneiten Wälder Polens, ernährt sich von Ameisen, Baumrinde, geklauten Fischen und überfällt eine stillende Mutter um sich an ihrer Brust satt zu trinken - wie abartig ist das denn? Zwischendurch hat er immer wieder Visionen von seinem besseren zu Hause, seiner Frau in amtlicher Burka und religiösen Zitaten. Er trifft auf Soldaten, tötet alle, die ihm im Weg sind, bis auf die Frau die ihn verarztet und auch nichts sagt. Am Schluss ein weißes Pferd mit seinem Blut auf dem Rücken…
    Äh hallo - ist jemand zu Hause?
    Ok, ich bin absolut kein Gallo-Jünger und werde es auch nie werden, aber wat war das denn? Ötzi-Acting?
    Ja ja ich bin Kunstbanause und habe null Ahnung von nix, aber allen anderen empfehle ich: Finger weg, sonst kann ich nicht für Eure geistige Gesundheit garantieren.
    Übrigens war Kamera und Musik richtig schlecht und fügte sich somit perfekt in den Rest dieses Machwerks für Menschen mit leichten Gehirnschlag.0_rabbit_animal_white
    Ach guckt ihn doch, sagt aber nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.

    Essential Killing, Polen/Norwegen/Irland/Ungarn 2010, 83 Minuten, OMEU, Regie: Jerzy Skolomowski, Darsteller: Vincent Gallo, Emmanuelle Seigner, Drehbuch: Ewa Piaskowska, Jerzy Skolimowski, Produzent: Ewa Piaskowska, Jerzy Skolimowski, Verleih Ascot Elite

  • NurDreiTage

    Wake Wood von David Keating

    WakeWoodInhalt:
    Der Tierarzt Patrick, Frau Louise und Tochter Alice sind eine glückliche kleine Familie. Doch passiert an Alice 8. Geburtstag  das Unfassbare: sie wird von einem Hund, den sie füttern wollte tot gebissen.
    Das trauernde Ehepaar zieht nach dem Tod der Kleinen in die kleine Ortschaft Wake Wood. Während Patrick aufgrund seiner Tätigkeit schnell Fuß fast, quält sich Louise. Aber die Trauer soll nicht mehr lange anhalten, denn die beiden kommen dem okkultistischen Geheimnis des Dorfes auf die Schliche: die Dorfgemeinschaft erweckt plötzlich Verstorbene wieder, damit die Hinterbliebenen gebührend Abschied nehmen können. Dafür haben sie aber nur drei Tage Zeit und die Toten dürfen nicht länger als ein Jahr unter der Erde gelegen haben. Feste Regeln, die Louise nicht abschrecken und so drängt sie auf die Wiederbelebung Alices. Unglücklicherweise entdecken die Bewohner Wake Woods bereits vor Ablauf der Drei-Tage-Frist, dass etwas nicht mit dem Mädchen stimmt. Ganz und gar nicht…

    Fazit:
    Die Hammer Studios kehren mit "Wake Wood" an ihre Wurzel zurück und legen einen klassischen Okkultismus Thriller hin.
    Natürlich ist der Streifen für Profis voll durchschaubar, aber darum geht’s ja nicht. Gutes traditionreiches Gruselkino mal für die Zartbesaiteten ist hier Programm. Das der Film so gut funktioniert liegt nicht zuletzt am guten Ensembel. Aiden Gillen, Eva Bithistle, Timothy Spall, Ella Connolly und die wunderbare Ruth McCabe liefern eine überzeugende zu keinem Zeitpunkt alberne Leistung ab.
    Die Story ist zudem durchaus sympathisch, denn es geht weniger um die Wiederkehr der Toten, als vielmehr die Möglichkeit ordentlich Abschied zu nehmen und seinen Frieden zu finden. Die dafür strengen Regeln werden absolut genau eingehalten und wir sehen was passiert, wenn eine davon gebrochen wird.
    Ein paar Unappetitlichkeiten gibt es natürlich auch, aber Blut und Schleim haben hier nicht den Vorrang.6_rabbit_animal_pink_cute
    Insgesamt eine nette unheimliche Geschichte wesentlich liebvoller gedreht als vergleichsweise "The Resident". Kein Überfilm, jedoch nette Gruselunterhaltung.

    Wake Wood, Großbritannien/Irland 2011, 91 Minuten, OV, Regie: David Keating, Darsteller: Aiden Gillen,Eva Birthistle, Brian Gleeson, Ruth McCabe, Drehbuch: David Keating, Produktion: Brendan McCarthy, John McDonnell, Verleih: Atlas Film+Medien

  • Blut,SchneeUndTrolle

    Fantasy Filmfest Nights 2011

    FFN11_PosterSo, ich bin zwar total müde, aber durch ein Reststück kalte Pizza, die mir gnädigerweise als Nachthappen übrig gelassen wurde wieder etwas bei Kräften. Die letzten beiden Tage waren so wie man sich Urlaub vorstellt: wenig Schlaf, mehr als 14 Stunden im selben Make Up und Klamotten, only Softdrinks und nichts zwischen den Zähnen, außer der Kehle des vor sich hingrunzenden Sitznachbarn.
    Diesjähriger Trend: junge Nachwuchssehertwens, erklären ihren Kumpels und allen, die es auch nicht hören wollen die Welt und was wir gerade auf der Leinwand sehen, bzw. gesehen haben. Nachos mit Chili und Käse sind leicht rückläufig, dafür lässt die Mundhygiene beim ein oder anderen zu wünschen übrig und der Festival-Digitalfilm und Cinestar ist eine Geschichte voller Missverständnisse.
    Ansonsten gab es wie zu erwarten viel Blutiges, Langweiliges im Schnee und der neue Traumberuf für alle, die es nicht zu Jack Daniels geschafft haben: Troll Hunter.
    Zugegeben, ich habe nicht alle zehn Filme geschaut, so verzichtete ich heute auf "13 Assassins", der Takashi Miike, die Sorge um meine unversehrte Seele war mir zu groß.
    Nun ja, angefangen hat das Festival gestern mit der Hammer Produktion "Wake Wood" einer klassischen Gruselstory mit Wiedererweckten, die so oder so ähnlich auch schon mit Vinnie Price da war, dafür hier aber den leckeren Aiden Gillen zu bieten hatte, der sogar sexy Kaiserschnitte an Kühen vollführen kann.
    Danach gab es ne echte Gurke und da sage ich nur: lasst Euch nix erzählen, der Film ist ein Witz, "Essential Killing". Zum Nachdenken mag er anregen, aber ich dachte nur darüber nach, warum man mir 83 Minuten meines wertvollen Lebens gestohlen hatte, nur um einen bärtigen Muselmanen, nachdem verschleppt und gefoltert durch die Wälder Polens flüchten zu sehen, das natürlich mit mieser Kamera und Musik und ohne ein Wort zu sagen.
    Dritter Beitrag war "Mother's Day" der routinierte Beitrag des Traumkinos zum Thema Kindererziehung: So macht man es richtig. In der Hauptrolle Rebecca De Mornay, die mittlerweile in dieser Art von Rolle ihr zu Hause gefunden hat.
    John Landis präsentierte danach "Burke & Hare", die wahre Geschichte der zwei legendären Grabräuber, die bei Landis natürlich geschönt, lustig und mit weißen Zähnen über die Leinwand ging, während das originale Duo gemeine alte Frauen- und Kindermörder waren. Eine Gelegenheit Simon Pegg und Andy Serkis auf der Leinwand zu sehen (beide wunderbar) und dem Showman Landis an den Lippen zu hängen.
    Der krönende Abschluss des Samstags war dann ein koreanischer Film, um den ich mich eigentlich drücken wollte, aber im Zuges des Herdentriebs dann doch geguckt habe: "I Saw The Devil". Toller nervenaufreibender Thriller über einen Serienkiller und seine Nemesis. Großartig gespielt, blutig und absurd abartig, aber ein guter Abschluss des Tages.
    Heute dann begann der Tag um 13.00 Uhr mit Joe Dantes "The Hole 3D", ein ausgesprochen sympathischer, sauberer Film über kindliche Protagonisten, die im Keller ihres Hauses einen Höllenschlund entdecken, der ihre Ängste zu Tage fördert und sie in echt damit konfrontiert. Voll ok.
    Zur rechten Kaffeezeit, leider ohne Torte wurde uns dann der Spanier "Kidnapped" serviert. Auch wenn ich mich die ganze Zeit darum bemühte die Anfangssequenz im Rest des Filmes unterzubringen und zu verknüpfen, was mir nicht gelang, war die eigentliche Geschichte ein echter Tritt ins Gesicht. Unbarmherzig, nervig, hysterisch und böse. Ein Grund, warum ich mir niemals ein abgelegenes Haus ohne eigene bewaffnete Armee zulegen würde.
    17.00 Uhr, das Kino ist fast bis auf den letzten Platz ausgefüllt, Fredi preist noch schnell eine Sodomie-Romanze zwischen einer Frau und einem, äh was war es - Yeti? Also irgendein Zotteltier und einer Frau an, dann geht die Wackelkamera in die Poleposition: "The Troll Hunter" beginnt. Norwegen - ein Land voller Bäume und Natur und wir lernen wozu die vielen Strommasten wirklich da sind und dass UV-Licht eine traumatische Reaktion bei Trollen hervorruft. Wir lachen und jauchzen und freuen uns über: No Trolls Were Harmed In This Film.
    Mein letzter Streifen des diesjährigen FF-Nights war dann "I Spit On Your Grave". An das Original kann ich mich nicht erinnern, aber das aktuelle Remake ist in Ordnung. Rape and Revenche eben, blutig und alttestamentarische Handlungsweise.
    Insgesamt ein ordentliches Wochenende, zwar ohne Überfilme, aber nur einem Flop, der die Bezeichnung auch verdient. swing

    Etwas ausführlichere Reviews dann ab morgen.

  • UnschuldigSchuldig

    Betty Anne Waters von Tony Goldwyn

    BettyAnneWatersInhalt:
    1980 wurde Katharina Brow in Ayer, Massachussetts brutal ermordet. Unzählige Stichverletzungen und schwere Traumata am Schädel, setzten ihrem Leben ein blutiges Ende. Kenny Waters gerät schnell ins Visier der örtlichen Polizei. Nicht dass der Mann wirklich kriminell wäre, aber er ist ein Unruhestifter und zieht das Unglück praktisch magisch an. Nichtsdestotrotz wird er festgenommen, kommt aber wegen Mangel an Beweisen frei. Leider macht Kenny einen entscheidenenden Fehler und beleidigt die ermittelnde Polizistin und so wird er zwei Jahre später erneut festgenommen und in einem Indizienprozeß, an Hand von vagen Aussagen schuldig gesprochen. Kenny Schwester Betty Anne ist entsetzt und verspricht ihm ihn frei zu bekommen.
    Betty Anne Waters setzt alles daran ihren Bruder aus dem Gefängnis zu holen, ruiniert dafür ihre Familie und studiert Jura.

    Fazit:
    Basierend auf dem tatsächlichen Fall Kenny und Betty Anne Waters drehte Tony Goldwyn diese herzzereißende, aber nicht zu rührselige Geschichte.
    Betty Anne und Kennys sind zwei von 9 Geschwistern einer Mutter, die nie in der Lage war sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Die beiden waren von kleinauf am Hintern zusammengewachsen. Für Betty Anne und Kenny stürzte ein Welt zusammen, als er wegen des Mordes an Katharina Brow zu unrecht verurteilt wurde. Als alle Mittel der Berufung erschöpft waren und Kenny versucht hatte sich das Leben zu nehmen, entschied sich Betty Anne gegen den Willen ihres Mannes Jura zu studieren. Im Laufe dessen ging ihre Ehe in die Brüche und dann zogen auch ihre Söhne von ihr weg, weil sie einfach keine Zeit mehr für sie hatte. Betty Anne machte ihr Jurastudium fertig und profitierte von der mittlerweile entdeckten DNS-Analyse. Sie fand die alten Beweise und konnte so die Unschuld Kennys nachweisen, trotzdem dauerte es noch Jahre bis er frei kam. Insgesamt saß Kenny fast 20 Jahre unschuldig im Gefängnis.
    Wie erwähnt gelang es Tony Goldwyn dieses langjährige Drama routiniert hollywoodtauglich, aber nicht zu schwülstig zu inszenieren. In den Hauptrollen brillieren Sam Rockwell als Kenny und Hilary Swank als Betty Anne, unterstützt werden die beiden von Minnie Driver, die ihre Rolle als Bettys Freundin wirklich hervorragend meistert. Melissa Leo kann man hier als zickoge intrigante Polizistin bewundern.
    Insgesamt ist "Betty Anne Waters" ein netter Streifen. Die Swank agiert nicht zu übertrieben und Rockwell ist wie immer göttlich, die Geschichte war trotz des bekannten Endes spannend und mit einem Schuss Humor.
    Braves Unterhaltungskino das aber auch auf DVD reicht.
    Kenny Waters überlebte seine Freiheit im Übrigen nur wenige Monate. Er stürzte auf einer Abkürzung zu seinem Bruder von einer Mauer und verblutete an einem Schädelbruch.7_rabbit_animal_pink_cute

    USA 2010 - Originaltitel: Conviction - Regie: Tony Goldwyn - Darsteller: Hilary Swank, Sam Rockwell, Minnie Driver, Juliette Lewis, Peter Gallagher, Melissa Leo, Loren Dean, Thomas D. Mahard, Owen Campbell, Conor Donovan - FSK: ab 12 - Länge: 107 min.

  • OmnesMundumFacimus

    Bad Monkeys von Matt Ruff

    BadMonkeysInhalt:
    In der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses in Las Vegas sitzt in einem weißem sterilem Raum in Handschellen Jane Charlotte. Der Psychiater tritt ein und will sich mit der Enddreißigerin unterhalten. Jane hat einiges auf dem Kerbholz, natürlich auch Mord. Doch was nun folgt ist so abgehoben wie die Drogentrips, auf denen sich Jane seit ihrem Teenagerdasein befindet.
    Jane ist nämlich Mitglied einer geheimen Organisation, den Bad Monkeys. Die eliminieren das Böse aus unserer Welt. Nicht mit den üblichen Waffen, aber dennoch endgültig. Doch nichts was Jane erzählt kann nachvollzogen werden, ihre Lebensstationen scheinen ihrer Fantasie zu entspringen. Was ist Wirklichkeit und was Hirngespinst? Wer ist diese Jane tatsächlich und gibt es diese ominöse Organisation?

    Fazit:
    Tja, ich bin wirklich etwas ratlos. Unbestritten ist Matt Ruff einer der besten Schreiber unserer Zeit, dennoch quäle ich mich bei all seinen Romanen nach dem üblichen anfänglichen Enthusiasmus durch den verbleibenden Rest.
    "Bad Monkeys" hat Stärken und Schwächen.
    Zunächst einmal handelt es sich um einen recht schrägen und fantasievollen Science Fictionthriller. Eine Frau sitzt wegen Mordes im Gefängnis. Sie scheint unter schweren psychischen Störungen zu leiden, was ihrer langjährigen Drogenkarriere geschuldet zu sein scheint. Als Kind ist sie dafür verantwortlich, dass ihr Bruder entführt wird, die Beziehung zu ihrer Mutter ist praktisch nicht vorhanden. Jane nimmt Drogen und reißt von zu Hause aus, kommt in Pflegefamilien und tötet bereits als Teenager ihren ersten "Bösen". Danach dümpelt sie über viele Jahre unter mehr oder weniger harten Drogen so vor sich hin, bis sie mit über dreißig von einer Geheimorganisation ins Visier genommen wird. Die sind der Meinung Jane könnte für sie die Welt vom Bösen befreien. Die dafür entwickelte Technologie ist unglaublich. Nicht nur, dass die Bad Monkeys praktisch das Leben aller Menschen überwacht, sie haben sogar Bildmaterial! Es ist wohl selbstredend, dass die Organisation auch keine herkömmlichen Waffen benutzt um seine schwarze Liste abzuarbeiten, sonder im Besitz ganz ungewöhnlicher Werkzeuge ist. Die bunten Spielzeugpistolen können nämlich neben einer normalen Narkose, wahlweise zu Herzschlag, Gehirnschlag oder dem Riss irgendeiner Aorta führen und dem Zielobjekt so zu einem ganz natürlichen unauffälligem Tod verhelfen.
    Jane ist keinesfalls eine der besten Agentinnen, doch sie wurstelt sich so durch, immer noch auf der Suche nach ihrem Bruder.
    Und während die Handlung vor- und zurückspringt, wird es immer verwirrender, denn neben den Bad Monkeys, taucht nun auch die Gegenorganisation auf, die den entscheidenden Tick besser ausgerüstet ist. Die wirklich Bösen machen ihre Sache auch nur des schlechten wegen. Kein Endziel, sondern einfach nur fies sein, lautet hier das Motto.
    Das kann Matt Ruff wirklich hervorragend: die Vermischung von abgehobenem Science Fiction, Phantasy und Mystery mit dem ganz alltäglichen. Auch seine Figuren sind nie etwas wirklich besonderes, sonder einfache durchschnittliche Typen, nicht hässlicher oder schöner als andere, nicht gescheiter, allenfalls mit gewissen Talenten beseelt.
    Warum ich mich eigentlich so schwer tat, ist Ruffs Vorliebe für Drogen aller Art. Ohne geht bei ihm gar nichts und auch hier ist seine Protagonistin von Dope bis zu harten und unbekannten Drogen allem offen gegenüber. Die Geschichte ist somit ein einziger Trip und man weiß irgendwann nicht mehr, was wahr ist und was nicht. Sind wir in einem von Janes Drogenträumen oder ist da ein Fünkchen Wahrheit dabei?
    Mir macht es nicht wirklich Spaß, mich in einen Junkie hinein versetzen zu müssen und Janes (Ruffs) ausufernde langatmige Beschreibungen, brachten mich an den Rand des Wahnsinns. Ist wahrscheinlich auch so beabsichtigt gewesen.
    Parallelen zu viel zitierten anderen Autoren wie Dick oder Filmen wie Matrix sehe ich überhaupt nicht.
    Für mich ist "Bad Monkeys" wie ein Traum, kein schlechter, sondern ein abgedrehter: Geheimagentin bekämpft das Böse mit unnachweisbaren Waffen, doch ist alles Wirklich oder träumen wir nur?
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    Bad Monkeys von Matt Ruff Buchvorstellung Fantasy Science-Fiction Horror Mystery Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Bad Monkeys, deutsche Ausgabe erstmals 2008 , 256 Seiten. ISBN 978-3-446-23002-6. Übersetzung ins Deutsche von Giovanni und Ditte Bandini.

  • FremdeMachensHierNichtLange

    Rango von Gore Verbinski

    rangoInhalt:
    Eben noch sinierte das Chamäleon über seine unklare Rolle in den selbstinszenierten und -erdachten Meisterwerken der Theaterkunst, bändelte mit dem Rumpf der unbekannten Schönen im Terrarium an und in der nächsten Sekunde geht alles über Bord. Ein Schlagloch macht dem behüteten Leben hinter Glas den Garaus und katapultiert das Reptil in die Wüste.
    Niedergeschlagen nimmt es den Rat eines am Highway lebenden Gürteltiers an und macht sich auf den Weg in die nächste Wüstenstadt. Zuerst trifft es auf die Echsenlady Beans, die unter dem Handycap der Stressstarre leidet und folgt ihr nach Dirt. In dieser Westernstadt herrscht ein rauhes Klima, denn die Bewohner leiden unter Wassermangel und dem ein oder anderen Unhold. Gut dass das Chamäleon ein gewisses schauspielerisches Talent aufweisen kann und sofort die Rolle seines Lebens für sich entdeckt: der Westernheld. Aufschneiden ist eine harmlose Umschreibung dessen, was der wechselwarme Geselle hier vom Stapel lässt.
    Machen wirs kurz: er nennt sich Rango, mimt den Revolverhelden und nimmt kurzerhand den Job als Sheriff an mit dem Versprechen das Geheimnis des verschwundenn Wassers zu lösen. Keine Frage, dass sein Unterfangen nicht so glatt läuft und es wird Tote geben.

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    Fazit:
    Es fällt mir wirklich schwer in Worte zu fassen was für ein genialer Streifen das ist.
    Angefangen bei der perfektesten Animation, die ich jemals gesehen habe über die wunderbaren Charakter, bis hin zu den Dialogen und zahlreichen Zitaten und Anleihen aus altbekannten Filmen (von Spiel mir das Lied vom Tod bis hin zu Godzilla), ist an diesem Film nichts zu bemäkeln.
    Die Animation aus dem Hause „Industrial Light and Magic“ ist einfach sensationell. Man fragt sich nicht nur einmal, ob da lebendige Wesen stehen oder ob das tatsächlich CGI ist. Licht, Oberflächen, Hintergründe - alles ist so unglaublich perfekt und dann die Bewegungen - ungeheuerlich, ich dachte: das sind doch Menschen in Kostümen. Man o man, da hat jetzt aber jemand Maßstäbe gesetzt und die anderen Studios sollten sich warm anziehen, denn mit Rango ist nicht nur ein visuelles Meisterwerk gelungen, sondern auch ein für das Animationsgenre ganz außergewöhnlich intelligenter Streifen in Spielfilmlänge. Da haben wir nicht nur die geniale Eröffnungssequenz des nach einer Rolle für sich suchenden Chamäleons, nein, auch unglaubliche Traumsequenzen, die in ihrer Schrägheit an Terry Gilliam-Visionen erinnern. Der Kern der Geschichte ist ein klassischer Western, wobei man von der Schäbigkeit und Rauheit eher an den europäischen denkt als an die glattpolierten US-Western. Schmuddelige, schlechtzahnige Einwohner - hässlich und etwas bösartig aber im Grunde mit einem guten Kern sind verzweifelt, weil ihre Lebensgrundlage, das Wasser, verschwunden ist. Rango soll nun herausfinden was dafür der Grund ist und kommt einer habgierigen Verschwörung auf die Schliche.Rango3
    An Charaktern hat der Film so viel zu bieten. Neben dem Chamäleon natürlich die Echsendame Beans, den Bürgermeister, eine Schildkröte, Unken (ja sie erinnerten bestimmt nicht ungewollt an Jabba the Hutt), Opossums, Ratten, Krustenechsen, Fledermäuse, Maulwürfe, Geier, heruntergekommene Katzen, Puten - einfach unglaublich hier wurde alles Getier, das nicht dem plüschigen Ideal der üblichen Animationsfilme enstpricht eingebracht und jeder für sich ist eine kleine Persönlichkeit.
    Daneben führen uns vier mexikanische Käuze, ja ich meine die Eigentlichen Eulen, durchs Programm, sprich sie singen uns in mexikanischer Mariachi Tradition durch die Geschichte. Hier kommt die wieder einmal das Können Hans Zimmers zum tragen mit einem wirklich ansprechender Westernscore.

    Wen die unzusammenhängende, gestammelte Liebeserklärung an diesen Film auch nicht überzeugt hat, geht trotzdem rein, es lohnt sich unbedingt.10 rabbit_animal_pink_smile

    USA 2011 - Regie: Gore Verbinski - Darsteller: (Stimmen) Michael Kessler, The BossHoss - FSK: ab 6 - Länge: 107 min.

  • DiesmalInLosAlamos

    Let Me In von Matt Reeves

    Let+Me+InInhalt:
    Der 12 jährige Owen lebt bei seiner Mutter in Los Alamos in New Mexico. Er ist ein zartes Bürschchen, das sich den ständigen Hänseleien seiner Schulkameraden ausgesetzt sieht. Er wehrt sich nie, sondern zieht sich zurück, auch wenn er zu Hause seine Racheszenen vor dem Spiegel spielt.
    Eines Abends sieht er das neue Nachbarn einziehen: ein Vater und seine Tochter. Owen bemerkt ihre nackten Füsse, dabei ist es weit unter Null und es liegt Schnee. Als er nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Innenhof der Wohnanlage rumgammelt, setzt sich plötzlich ein Mädchen in seinem Alter zu ihm, seine neue Nachbarin. Sie ist sehr nett zu ihm und sagt Owen er müsse sich verteidigen. Ihr Vater hingegen benimmt sich eher seltsam.
    Zur gleichen Zeit Wird ein Mann brutal ermordet. Ausgeblutet hängt er im Wald Los Alamos'.
    Owen hört Abby und ihren Vater oft streiten, doch freundet er sich mit ihr an. Sie fasziniert ihn und sie bringt Owen dazu sich zu wehren. Doch es gibt weitere Morde, Abbys Vater verschwindet und Owen wird in ein schreckliches Geheimnis eingeweiht.

    Fazit:
    Ohne Frage, Matt Reeves "Let Me In" ist ein toll besetzter schöner Film, doch wozu das Ganze? Reeves übernimt die filmische Vorlage von Thomas Alfredson und John Ajvide Lindqvist fast eins zu eins. Gut, seine Version spielt in Los Alamos und ist etwas farbenfroher; auch spart er Abbys geschlechtliche Ambivalenz aus. Sie sagt zwar, sie sein kein Mädchen, doch bezieht man das eher auf ihr Alter, als ihr Geschlecht. Interessant finde ich auch, dass vornehmlich die männlichen Mitgucker in "Let The Right One In" wie auch "Let Me In" eine Liebesgeschichte sehen. Sicher ist es das auch, einseitig betrachtet. Owen/Oskar verliert sein junges Herz an dieses toughe Mädchen, dass ihn aus seiner schrecklichen Welt befreit, doch Abby/Eli ist ein berechnendes Wesen, das sich einen neuen Handlanger sucht, als der alte nicht mehr zuverlässig "arbeitet". Sie sucht sorgfältig und aus gutem Grunde immer den gleichen Typ - den Außenseiter und Loser, dessen "mörderisches" Potential nur geschickt aktiviert werden muss und den man leicht in die Hörigkeit bringt.
    "Let Me In" ist ein solides Remake ohne eigene Ansätze oder Interpretationen der Vorlage, etwas optimistischer und mit einer wirklich guten Besetzung. Kodi Smith-McPhee als Owen erinnert zwar leicht an ein Mitglied der Ochsenknechtbrut, überzeugt aber darstellerisch auf ganzer Linie. Chloe Moretz spielt die Abby und ist einfach wie immer wunderbar wie auch Richard Jenkins als ausrangierter Wächter von Abby einen Typ spielt, der ihm einfach liegt. Elias Koteas spielt wieder mal eine für ihn typische Rolle als fetthaariger Bulle, das aber gut.
    Für alle, die das schwedische Original nicht kennen mindestens ein 9er Film, für mich ein Pünktchen weniger, weil die Tristesse von Oskars Leben in der Vorlage noch besser herauskommt, "Let The Right One In" noch mehr zusetzt.
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    Director(s): Matt Reeves  Screenplay: Matt Reeves  Cast: Kodi Smit-McPhee, Chloë Grace Moretz, Elias Koteas, Richard Jenkins Anchor Bay Entertainment  Street Date: February 1, 2011  Runtime: 115 min. Rating: R Year: 2010
    Die Sichtung erfolgte von DVD, ein Starttermin fürs deutsche Kino liegt bislang nicht vor.

  • DieAnthropophagenHatz

    Der Monstrumologe von Rick Yancey

    DerMontstrumologeInhalt:
    Wir schreiben das Jahr 1888, der 12jährige Waisenjunge Will Henry wurde praktisch über Nacht zum persönlichen Assistenten des eigenwilligen Dr. Warthrop, denn seine Eltern kamen bei einem Brand ums Leben und weil Wills Vater die Assistentenstelle bei Warthrop inne hatte, nahm dieser den Jungen nach dem Drama auf. Doch Dr. Warthrops Spezialgebiet ist alles andere als gewöhnlich und kindertauglich ist es eigentlich auch nicht, er ist Monstrumologe. Er studiert Monster, im Besonderen Anthropophagen, die er nötigenfalls auch jagd und das wird schon sehr bald eintreten, denn eines Abends bringt ein Grabräuber eine sehr seltsame "Beute" in Warthrops Haus.

    Fazit:
    "Der Monstrumologe" macht es einem nicht ganz leicht ihn zu mögen. Er kommt zwar oberflächlich betrachtet wie ein Jugendroman daher, ist aber aufgrund seiner Thematik und nicht zuletzt wegen seiner detailverliebten Beschreibungen, alles andere als die geeignete Bettlektüre für einen Heranwachsenen.
    Yancey beginnt seinen Roman mit einem Prolog, der 2007 beginnt und in dem er, der Schriftsteller von einem befreundeten Direktor eines Altenheims zu sich bestellt wird. Er überlässt ihm die Tagebücher eines kürzlich verstorbenen Klienten, der nach seinen Unterlagen 131 Jahre alt gewesen sein müsste. Yancey fängt mit dem ersten Buch an und wir begeben uns ins Jahr 1888, als der Verfasser Will Henry gearde mal zarte 12 Jahre alt ist. Er wurde gerade zur Vollwaisen und vom Arbeitgeber seines Vaters aufgenommen. Dies natürlich nicht ganz uneigennützig, denn Will Henry wird zu seinem Assistenten, was für den Jungen heißt: 24 Stunden auf Abruf bereit zu stehen, den Doktor und das Haus zu versorgen und ihm bei seinen Studien zur Hand zu gehen. Eine große Herausforderung für so einen kleinen Jungen, besonders da Dr. Warthrop der führende Spezialist für die Monsterkunde ist. Bislang hatte Will nur über die Wesen gehört und gelesen, doch eines schönen Abends steht ein befreundeter Grabräuber vor der Hintertür und bringt dem Doktor eine Kinderleiche, an der ein echtes Monster klebt. Zum Glück ist es tod, doch ist der Fund der scheinbar harmlose Anfang einer echten "ökologischen Katastrophe", denn wo ein Anthropophage ist, sind vermutlich noch mehr. Und richtig, als die drei auf Erkundungtour auf den örtlichen Friedhof gehen, prallt die gesammelte Gier eines Anthropophagenclans auf sie ein und frisst den Grabräuber. Doch statt schnell die Behörden zu informieren, zögert Warthrop - verhängnisvoll, denn nun schlagen die Monster erst richtig zu.
    Drei Bände von Will Henrys Tagebüchern wird Yancey "lesen" und natürlich zu dem Schluss kommen, dass alles frei erfunden ist - oder etwa nicht?
    Wie gesagt, ich hatte zunächst so meine Probleme mit dem Roman. Eine leicht verstaubte Geschichte über Monster? Irgendwie kirmesmäßig. Aber dann fing ich doch an den Protagonisten Will Henry, das zarte Bürschlein, gern zu mögen. Tapfer hält er es bei dem verschrobenen Warthrop aus, arbeitet bis zum Umfallen und überwindet die selbst ekeligsten Situationen.
    Da hat Yancey wirklich was los, einmal ist mir im Bus tatsächlich schlecht geworden und eine bestimmte Szene sorgt auch jetzt noch für einen Würgereiz. Vielleicht werde ich einfach zu dünnhäutig ;)
    Insgesamt und abschließend gefiel mir das Buch dann aber gut.
    Für ein Lübbe Buch ist das Ding im Übrigen wirklich toll aufgemacht. Ein wunderschöes Cover mit integriertem Lesezeichen und netten Illustrationen, dafür auch nicht ganz billig für ein Taschenbuch und durch das harte Cover unterwegs schwer zu hantieren.
    Nichtsdestotrotz sage ich: empfehlenswert.
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    Der Monstrumologe - "The Monstrumologist", Rick Yancey, , 2009, Bastei Lübbe Hardcover, 411 Seiten Ersterscheinung: 25.09.2010 ISBN: 978-3-7857-6040-6 Preis: €14,99

  • EingeklemmtInUtah

    127 Hours von Danny Boyle

    127-hoursInhalt:
    der Ingenieur Aron Ralston ist ein Abenteurer und Sportler. Besonders hat es ihm das Bergsteigen angetan und der Canyonsland-Nationalpark Utahs ist sein zweites zu Hause. Doch Aron verlässt das Glück. Als er sich wieder einmal auf eine Klettertour begibt ohne irgendwem Bescheid zu sagen, praktisch ohne Proviant und nur mit dem Nötigsten an Bord, passiert das Drama schlechthin: Aron stürzt in eine Felsspalte und sein rechter Arm wird von einem herabfallenden Felsbrocken eingeklemmt. Alle Versuche des jungen Mannes sich mit dem einzigen was er dabei hat, nämlich einem Billigmultitoolmesser, freizukratzen sind ohne Erfolg. Die Tage vergehen und Aron muss eine Entscheidung treffen…

    Fazit:
    Was für ein grandioser Streifen. Ich weiß wirklich nicht was Danny Boyle hätte besser machen können und ich danke dem lieben Gott, dass Cillian Murphy für die Rolle des Aron Ralston doch nicht genommen wurde und James Franco diesen Part übernahm.
    Danny Boyle gelingt mit 127 Hours ein scheinbar langweiliges Drama packend zu inszenieren und dabei werktreu am originalen Videotagebuch seines real existierenden Protagonisten zu bleiben.
    Normalerweise gäbe es nichts öderes als einen Menschen, der in einer Felsspalte festhängt, fünf Tage lang zu beobachten, doch umrahmt Boyle das Drama mit wunderschönen Naturaufnahmen in prächtigen Farben und dem anfänglich fröhlichen Zusammentreffen mit zwei jungen Wanderinnen, denen der freundliche und kontaktfreudige Ralston den richtigen Weg zeigt. Der Zuschauer ist fasziniert von den schönen Bildern und dem heiteren schnellen Erzähltempo, das erst ausgebremst wird als Aron in den Abgrund stürzt. Von nun an ist nur noch wenig Raum, der Protagonist sitzt fest und die Kamera fokussiert die Hauptperson, die die nächste Filmstunde und in Wirklichkeit fünf Tage auf sich allein gestellt ist.
    Als das Unglück passiert bleibt Ralston ungewöhnlich besonnen. Keine Panik, sondern das nüchterne Überlegen was zu tun ist. Als er nach vier Tagen bereits unter schweren Halluzinationen leidet, trifft Ralston eine unglaubliche Entscheidung, die für sein Überleben von grundlegender Bedeutung ist. Was Aron Ralston hier durchgemacht hat wünscht man keinem und es ist eine wirklich Qual ihn dabei zu beobachten. An dieser Stelle Hochachtung an die Spezialeffektleute; Boyle setzt sie wenig ein, aber wenn dann so superealistisch, dass es schwer fällt zuzusehen, vom selbstbeigebrachten Armbruch an.
    Brillant, zu recht oscarnominiert und leider nicht gewinnend hier James Franco. Seine Darstellung des Aron Ralston ist perfekt. Positiv, fröhlich, betrübt und besonnen, zeigt er uns die gesamte Bandbreite des emotionalen Auf und Abs des Kletterers in Nöten.
    127 Hours ist ein MustSee unbedingt empfehlenswert und anbetungswürdig.
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    USA / Großbritannien 2010 - Regie: Danny Boyle - Darsteller: James Franco, Amber Tamblyn, Kate Mara, Clémence Poésy, Kate Burton, Lizzy Caplan, Treat Williams, John Lawrence, Darin Southam, Norman Lehnert, Jeffrey Wood - FSK: ab 12 - Länge: 94 min.

  • DasLetzteGewöllOderDerTotenflüsterer

    Biutiful von Alejandro Gonzáles Inárritu

    biutifulInhalt:
    Uxbal ist lebt in einer sehr grauen Zone. Als alleinerziehender Vater von zwei Kindern, die er über alles liebt, verdient er seinen Lebensunterhalt durch die Vermittlung illegaler Einwanderer zur Schwarzarbeit, ist in der Raubkopieherstellung tätig, deren Verkauf er wiederum durch illegale Schwarzafrikaner organisiert und er hat eine Gabe; Uxbal kann mit den Seelen der Toten sprechen, die kurz nach ihrem Tod um Vergebung bitten oder noch etwas zu sagen haben. So trägt der Mann eine große Last auf seinen Schultern, denn er ist einer von den Guten. Aufopfernd und lieb zu den Kindern, aber auch gegenüber den Illegalen, die er betreut, übernimmt er Verantwortung. Daneben die Gabe, die ihm nicht nur Dank einbringt und zuguterletzt erfährt er, dass er Prostatakrebs hat und bald sterben wird.
    Nicht viel Zeit seine Geschäfte in Ordnung zu bringen und für die Kinder eine Lösung zu finden und dann bricht über ihm noch eine Katastrophe herein, die er selbst verschuldet hat.

    Fazit:
    Ohne Wenn und Aber "Biutiful" ist ein großartiger Film, aber auch unglaublich frustrierend und quälend.
    Alejandro Gonzáles Inárritu zeigt uns ein ganz anderes Barcelona - mit Abstand das hässlichste Barcelona, das man im Film bislang zu sehen bekam. Ungeschönt wirft er uns in die Gossen der Armenviertel, zerrt uns in dreckige Wohnungen, Verschläge und Keller ohne Sanitäre Einrichtungen, stößt uns mit Gewalt auf die unhaltbaren Zustände, unter denen die Armen wie die illegalen Flüchtlinge in der Großstadt leben, wie sie versuchen ihr Dasein einigermaßen in Würde zu bestreiten und scheitern.  I
    biutiful+nárritu geht in die vollen, denn es bleibt nicht bei der Schilderung der Ausnutzung der Ärmsten der Armen, sondern wir sehen alles durch die Augen seines Protagonisten, einem Mann, dem auch gar nichts erspart bleibt. Uxbals Ehefrau ist manisch depressiv und nicht mehr in der Lage für sich und die Kinder zu sorgen, darum hat er das alleinige Sorgerecht und kümmert sich liebevoll um die beiden. Kein Leichtes für einen Mann im abgerissenen kleinkriminellen Milieu zwischen Schwarzhandel und Menschenschiebereien. Dazu hat Uxbal eine übersinnliche Gabe mit der er Geld verdient und die ihn sehr belastet, denn die Toten lassen ihn nicht los. Ganz dramatisch wird es dann als der relativ junge Mann auch noch Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat und bald sterben wird. Für Uxbal heißt es nun in Windeseile seine Geschäfte in Ordnung zu bringen und die Kinder versorgt zu sehen. Doch er macht einen großen Fehler, was ihn psychisch noch mehr runterzieht.
    Inárritu lässt einem keine Verschnaufpause, kein durchatmen und kaum einen Schmunzler, nur in den wenigen heiteren Familienszenen.
    "Biutiful" wird zur Tortur und wäre sicherlich ein Film, der eine zweite Sichtung lohnte, wäre da nicht die absolut schreckliche Musik von Gustavo Sanatolalla. Klaviergeklimper vom Schlimmsten. Und an dieser Stelle muss ich immer wieder betonen: ein Film steht und fällt auch mit seiner Musik.
    Somit ist "Biutiful" ein Streifen für hartgesottene Fans. Rau, ungeschönt, interessant, bewegend und ein ganz fantastischer Javier Bardem.8_rabbit_animal_pink_cute

    Spanien / Mexiko 2010 - Regie: Alejandro González Iñárritu - Darsteller: Javier Bardem, Maricel Álvarez, Eduard Fernández, Hanaa Bouchaib, Ana Wagener, Manolo Solo, Rubén Ochandiano, Guillermo Estrella - FSK: ab 16 - Länge: 147 min. -

  • DaddyInDerKaffeedose

    Stichtag von Todd Phillips

    StichtagInhalt:
    Der Architekt Peter Highman wird Vater. Seine Frau wird das Baby in fünf Tagen per Kaiserschnitt zur Welt bringen und alles was Peter noch tun muss ist, sich ins Flugzeug von Atlanta nach Los Angeles zu setzten, um seiner Frau beizustehen.
    Doch alles kommt so anders als geplant, denn Peter trifft auf Ethan Tremblay. Zunächst ist er nur ein seltsamer Typ mit Bulldogge, doch er wird zu Peters alpigsten Albtraum. Erst stößt er nur Peters Gepäck um und vertauscht versehentlich einen Umschlag mit Marihuana, doch als sie dann im Flugzeug aufeinandertreffen gibt ein Wort das andere und beiden fliegen aus dem Flugzeug und landen auf der "No-Flight-Liste".
    Ethan mietet einen Wagen und nimmt Peter mit nach L.A. Eine Fahrt des Grauens beginnt.

    Fazit:
    Und wieder einer dieser Buddyfilme mit "Humor". Man muss schon hart im nehmen sein um Zach Galifianakis lieb zu gewinnen, aber während er in "Hangover" total unlustig war, hatte er in "Stichtag" den ein oder anderen lustigen Moment. Ob es der dicke behaarte nackte Wams war, den er Robert Downey jr. ins Gesicht hielt oder er vor ihm onanierte, die Figur des Ethan stand nicht gerade für subtilen Humor, sorgte aber für Lacher. Nichtsdestotrotz handelt es sich um keine überragende Komödie. Robert Downey Jr. versucht zu retten was zu retten ist, aber "Stichtag" reicht einfach nicht an ein Glanzstück wie "Ticket Für Zwei" heran, der hier offensichtlich Pate stand.
    Mehr muss man dazu nicht sagen. Ein Spaß für Zwischendurch oder nach einer durchzechten Nacht, mit einer Tasse Kaffee und einem weichgekochten Ei dazu.
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    USA 2010 - Originaltitel: Due Date - Regie: Todd Phillips - Darsteller: Zach Galifianakis, Robert Downey Jr., Michelle Monaghan, Jamie Foxx, Juliette Lewis, Alan Arkin, Matt Walsh, RZA, Rhoda Griffis, Mimi Kennedy - Prädikat: wertvoll - FSK: ab 12 - Länge: 95 min.

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