Eine schöne Zusammenstellung von Filmohrfeigen gibt uns Jeff Smith
Via Spreeblick
@ 2011-01-31 – 15:08:06
Eine schöne Zusammenstellung von Filmohrfeigen gibt uns Jeff Smith
Via Spreeblick
@ 2011-01-27 – 21:01:01
Gewitter Über Pluto von Heinrich Steinfest
Inhalt:
Pornodarsteller Lorenz Mohn ist mittlerweile 40 Jahre alt, ein Bild von Mann, gutaussehend, durchtrainiert und nicht ganz auf den Kopf gefallen. Während des Drehs seines letzten Filmes jedoch durchfährt ihn die Erleuchtung wie er seine Zukunft gestalten wird: Stricken. Seit kurzem macht sich Lorenz nämlich Gedanken, ob es nicht sinnvoll wäre das Metier zu wechseln und ja die strickende Nebendarstellerin gibt ihm die Richtung vor. Zum Entsetzen der Filmcrew verlässt Lorenz das Set und begibt sich sofort auf Locationsuche für einen Strickladen. Einem unsichtbaren Faden folgend findet den Geschäftsraum seines Herzens: eine ehemalige Bäckerei. Auf dem wunderschön begrünten Hinterhof trifft er dann noch auf Sera, die Frau, mit der er sein restliches Leben verbringen wird, das weiß er sofort.
Doch wir sind hier nicht in einer 0815-Schmonzette und so leiht sich Herr Mohn die zur Geschäftsgründung benötigten 200.000€ bei einer zwielichtigen Unterweltdame mit finsterem Ruf, weil nichts schlimmer ist als Banken, findet noch vor der Eröffnung seines Ladens eine Leiche im Nebenraum, während sich außerirdische Agenten daran machen den Archaeopteryx aus dem Museum von Solnhofen zu stehlen und ihn gemeinsam mit einem Picasso (rosa Phase) auf den Planeten X zu verbringen, der unter einer nicht beherrschbaren Vogelplage leidet und alle Hoffnung in die Fossile legt - aber das ist eine andere Geschichte…
Fazit:
"Gewitter über Pluto" ist mein erster Roman von Heinrich Steinfest, denn ich lese nur selten Krimis. Auch dieses Buch fand ich nicht in der Krimiecke, sondern bei Science Fiction, deshalb meine Wahl und ich tat gut daran.
Steinfests Stil muss man schon mögen. Nie enden wollende Sätze, verwickelt und verwoben, detaillierte Beschreibungen und Nebenhandlungen, Abschweifungen und ein enormer Wortwitz gepaart mit einer lesenswerten Fantasie, katapultieren einen durch eine durch und durch ungewöhnliche Kriminalgeschichte.
Ein Pornodarsteller, der auf einmal Wolle verkaufen will? Hallo will da ein kleiner Drache Feuerwehrmann werden? Dann trifft er auch noch am ersten Tag seines neuen Lebens die Frau seiner Träume? So harmlos pilcherig das hier auch beginnt, so irre und abwegig sind dann die Verknüpfungen. Vom Namen seines Ladens: "Plutos Liebe", über den Vorbesitzer und seine Leidenschaft (Bäcker, Fossilienkundler, verschwand spurlos nachdem er jahrelang kein Brötchen mehr gebacken hatte), der NASA Plutosonde, die niemals ihr Ziel erreichen soll (nicht weil dort unsere Außerirdischen wohnen, tun sie ja nicht, sondern weil dort ihre Wetterstation steht), der außerirdischen Infiltration (sie suchen auf der Erde eine Lösung für ihr Vogelproblem), die "Alien"-Agenten sind Schläfer, die manchmal mehrere Hundert Jahre nicht zum Einsatz kommen und sich fromm - frei - fröhlich unters Volk mischen bis hin zum Wasser, dem auf der Erde nicht die enorme Bedeutung zugewiesen wird, das es hat, ist sich Steinfest für keine noch so absurde Konstellation zu schade.
Er beschreibt seine Akteure und Schauplätze so plastisch und doch so interessant, man hat sofort alles genau vor Augen und kann sich das lautstarke Lachen manchmal nicht verkneifen.
Natürlich gehören zu einem so verwickelten Roman ein seltsamer Schluss wie die Faust aufs Auge. Nicht das letzte Kapitel dieser Groteske beendet die Geschichte wirklich, sondern das Nachwort, in dem uns der Autor dann zusätzlich noch mit einer völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Kurzgeschichte erfreut und man denkt: äh was soll das denn, um danach zu lachen und es einfach genial zu finden.
Ja Steinfest ist ein ganz großer Schreiber, "Gewitter über Pluto" ein wahrer Lesegenuß und sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihm verinnerliche. 
Heinrich Steinfest Gewitter über Pluto Roman Erschienen: Oktober 2010 432 Seiten Taschenbuch € 9,95 [D] ISBN: 9783492053105 Piper Verlag Bellestritik
@ 2011-01-26 – 22:46:27
Wollte ich eigentlich kein Wort drüber verlieren, dennoch der Vollständigkeit halber, aber sehr kurz.
Meine Frau, unsere Kinder und ich - Little Fockers von Paul Weitz
Inhalt:
Die Jahre sind vergangen und Gaylord und Pam Focker sind stolze Eltern von fünfjährigen Zwillingen. Gaylord ist mittlerweile Oberschwester, die Kinder kurz vor der Einschulung, Vater Focker in der Mitlifecrisis, Mutter Focker erzählt vor Millionenpublikum kleine Indiskretionen aus Gaylords Kindheit und Jugend und Schwiegereltern Dina und Jack kommen auf einen Überraschungsbesuch vorbei. Dann macht sich die fesche Pharmavertreterin Andy an Greg heran und das gewohnte Focker-Chaos bricht herein.
Fazit:
"Little Fockers" ist numehr der dritte Teil, um Gaylord Focker und seine Familie. Letztendlich ist es die selbe Soße wie zuvor, nur das noch ein paar berühmte Gesichter mehr in die Kamera grienen. Jessica Alba mimt hier die vergnügliche moderne Pharmavetreterin Andy, die ein kleines Alkoholproblem hat und sich an Greg heranmacht, nachdem sie ihm die Promotion für ein Potenzmittel aufgeschwatzt hat. Sogar Harvey Keitel und Laura Dern lassen sich zu Nebenrollen herab, wobei ersterer Fockers Vorarbeiter fürs neue Haus spielt und letztere die Leiterin einer elitären Grundschule.
Leider können noch so viele nette Cameos den Film nicht wirklich retten. Zwischen Jack und Greg läuft die selbe Paranoia wie in den anderen Teilen, Mutter Focker gibt weiter Sexunterricht und Erzrivale Kevin funkt mal wieder mit Geld, Egozentrik und Charme dazwischen.
Die Witze wollen nicht so richtig zünden, weil es wie gesagt der dritte Aufguss ist und man ist wirklich froh wenn es vorbei ist.
USA 2010 - Originaltitel: Little Fockers -Regie: Paul Weitz - Darsteller: Ben Stiller, Robert De Niro, Owen Wilson, Blythe Danner, Teri Polo, Jessica Alba, Laura Dern, Colin Baiocchi, Dustin Hoffman, Barbara Streisand - FSK: ab 6 - Länge: 98 min
Morning Glory von Roger Michell
Inhalt:
Die enthusiastische aber wenig erfolgreiche TV-Produzentin Becky Fuller hat einen Traum: irgendwann möchte sie die TodayShow, eine richtig erfolgreiche Morgen-TV-Show produzieren. Leider hat sie nur einen minderwertigen Uniabschluss und wurde gerade von ihrem Sender entlassen. Doch sie geht Klinkenputzen und ergattert den unbeliebten Posten der Executive Producerin bei Daybreak, der Morgenshow eines New Yorker Senders auf dem ganz absteigenden Ast. Becky arbeitet keine Woche bei der Show und die Quoten fallen. Ihr Chef gibt ihr nur wenige Wochen bis zur Absetzung, doch sie gibt nicht auf und als sie entdeckt das der Sender den berühmten Journalisten Mike Pomeroy unter Vertrag hat, der eigentlich fürs Nichtstun bezahlt wird, zwingt sie ihn mit List und Tücke in die Morning Show um diese zu retten.
Fazit:
Zugegeben der Film hatte ein paar echt gute Lacher, nicht zuletzt, weil Harrison Ford als fieser verhärmter Ex-Top Reporter Mike Pomeroy einmalig war. Leider krankt der gesamte Film an Rehäuglein und Fratzenschneiderin Rachel McAdams, seiner absoluten Harmlosigkeit und Rosarotbrille. Ach wie ist es schön sein Leben, seine Jugend und all seine Kraft an einen drittklassigen Sender und eine Minderwertige TV-Show mit noch minderwertigen Beiträgen zu verschwenden. Da wird der Lebenstraum propagiert, sei er noch so schwachsinnig, die Arbeit bis zur Selbstaufgabe als primäres Ziel und natürlich lernt man während der Non-Stop-Schicht auch noch einen Traummann kennen.
"Morning Glory" ist inhaltlich hart an der Schmerzgrenze,gerade noch ein feuchter Bachelortraum, aber weit entfernt von einer intelligenten oder charmanten Komödie.
USA 2010 - Regie: Roger Michell -Darsteller: Rachel McAdams, Harrison Ford, Diane Keaton, Jeff Goldblum, Patrick Wilson, 50 Cent, Liam Ferguson, Arden Myrin, Lloyd Banks, Vanessa Aspillaga, Reed Birney -FSK: ab 6 - Länge: 108 min.
@ 2011-01-23 – 21:23:30
Wild Target von Jonathan Lynn
Inhalt:
Victor Maynard ist 54, Profikiller und erst seit kurzen nicht mehr mit seiner Mutter zusammenwohnend. Manche nennen es Lebenskrise, aber Maynard fängt an nachzudenken. Zuerst ist es nur der Papagei eines Opfers, der ihm mit einem "I Love You" dazu bringt ihn nicht zu töten, später versemmelt er einen richtigen Auftrag. Sein Ziel ist die Kleptomanin und Betrügerin Rose, die einem zwielichten Kunstsammler einen falschen Rembrandt angedreht hat. Der ist richtig sauer und will sie tot sehen. Doch Victor hat zuerst keine richtige Gelegenheit Rose zu erschießen, dann ist er einfach nur von ihr verzaubert, denn sie kann nichts liegen lassen und "plündert" sich durchs Leben. Ehe sich Maynard versieht wird er Roses Lebensretter, denn es wurde bereits ein neuer Killer auf sie angesetzt und flüchtet mit ihr und seinem spontan dazugestoßenen "Lehrling" durch London.
Fazit:
"Wild Target" ist das Remake des französischen Films "Der Killer und Das Mädchen" mit Jean Rochefort und Marie Trintignant. Nichtsdestotrotz ist er dank seiner genialen Besetzung durchaus sehenswert. Bill Nighy als perfekter Profikiller, der nicht aus seiner Haut kann, gefangen in der Familientradtion und unter der Fuchtel der Mutter, lebt er seinen Beruf in Perfektion bis hin zum Plastiküberzug fürs Sofa.
Daneben ist Rose, gespielt von Emily Blunt, das pure Chaos. Sie betrügt und klaut was das Zeug hält, hat keine Beziehungen, sondern nur Kontakte und flattert von Ort zu Ort wie ein bunter Schmetterling, ein sehr bunter Schmetterling.
Konträrer können zwei Menschen nicht sein als die beiden, dennoch finden sie zueinander und geben sich halt.
Zu dem ungewöhnlich Duo stößt dann noch per Zufall der Autowäscher Tony (Rupert Grint), dessen unbedingtes Talent für Waffen aller Art sofort von Victor entdeckt wird und dessen er sich annimmt.
In "Wild Target" ist einfach alles übertrieben, von wortwörtlichen halbieren der Pfundnoten (nach dem Motto: die Hälfte jetzt, den Rest später) bis hin zu Roses einfach alles mitnehmen was nicht angekettet ist. Dabei ist der Film zu keinem Zeitpunkt albern, denn schon durch Nighy und die kühle, smarte aber nie lächerlich augenverdehende Blunt ist "Wild Target" mehr Screwball als Klamauk. Zwei skurille Menschen treffen aufeinander und können trotz aller Verwicklingen so bleiben wie sie sind und lieben sich dafür. Herrlich.
Kein Überfilm, aber eine durchaus sehenswerte unterhaltsame Komödie.
Wild Target R: Jonathan Lynn D: Bill Nighy, Emily Blunt, Rupert Grint Großbritannien, Frankreich 2010, 98 Min.
Copyright: Kinowelt FSK: 12
@ 2011-01-23 – 20:23:05
Jonah Hex von Jimmy Hayward
Inhalt:
Während des Sezessionskrieges dient Jonah Hex als Kavallerist unter dem Kommando Quentin Turnbulls. Als ihm dieser befielt ein Krankenhaus niederzubrennen, verweigert Jonah den Gehorsam in Folge dessen er seinen besten Freund und gleichzeitig Sohn Turnbulls tötet. Nach dem Krieg jedoch spürt Turnbull Jonah Hex auf und tötet seine Frau und seinen Sohn vor seinen Augen. Er setzt ihm ein riesiges Brandmal ins Gesicht. Jonah liegt im sterben und als ihn Indianer finden können sie ihn mit ihrer Magie zum Teil ins Leben zurückholen, doch eine Hälfte bleibt auf ewig mit den Toten verbunden. Fortan reitet Hex als Kopfgeldjäger, der mit den Toten sprechen kann durchs Land. Währenddessen soll Turnbull angeblich ums Leben gekommen sein, doch er treibt weiter sein Unwesen im Untergrund. Als sich Turnbull einer geheimen Geheimwaffe der Regierung bemächtigt, beschließt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Jonah Hex auf ihn anzusetzen um ihn und seine Leute zu eliminieren sowie die Waffe zu sichern.
Jonah Hex schlägt ein.
Fazit:
Alles wäre so schön gewesen hätte man sich auf eine Linie einigen können. Man merkt diesem Werk einfach an, dass hier zu viele Köche den Brei verdorben haben. Ohne klare Linie mutet der Streifen wie ein Stückwerk an, bei dem man sich permanent um wichtige Informationen betrogen fühlt. Angefangen bei der Vorgeschichte: was ist da ganz genau passiert und warum hat man die Story mit Jonah Hex bestem Freund, der gleichzeitig der Sohn seines späteren Erzfeindes ist nur in einer kleinen Nebenszene gesehen?
Was hat es mit der Beziehung zu der Prostituierten Lilah auf sich?
Und was ist das für eine Geheimwaffe? Aus was besteht sie, wie funktioniert sie genau? Wer hat sie entwickelt?
Fragen über fragen, die im Film nicht näher erläutert werden, leider.
Dabei ist er tatsächlich mit tollen Schauspielern gespickt. John Malkovich, Michael Fassbender, Josh Brolin oder Michael Shannon durften gelbzahnig die Beisserchen fletschen und meucheln was das Zeug hält. Die strahlend weiße Jacketkrone durfte nur die spindeldürre zehnfachweichgefilterte Megan Fox ins Bild halten, aber auch sie hatte eine, für den Film typisch, sehr kurze Ballerszene.
Jonah Hex ist einer der wenigen Filme, die 20 Minuten mehr gut vertragen hätten, so ist er nur ein nettes Gehäcksel mit guten Ansätzen, aber ziemlich unausgegoren.
Selbst bei der Musik musste Mastodon schon Fertiges verwerfen und neu anfangen, was sich aber insgesamt nicht schlecht anhört.
Jonah Hex ist eine Comicverfilmung, die sich nur vage an die DC-Vorlage hält, stilistisch eher wie zusammengeschnittene Trailer aussieht, aber dennoch ganz ansehbar ist. Es gibt einfach so wenig Mystery-Western, als das man den Film komplett ignorieren könnte und wirklich bereut habe ich es nicht ihn gesehen zu haben. 
Dennoch ist er schon ob der wirklich guten Besetzung und dem Wenigen was daraus entstand eine Enttäuschung.
Originaltitel: Jonah Hex Altersfreigabe: ab 16 Jahren Produktionsland, Jahr: USA, 2010 Länge: ca. 81 Minuten Regie: Jimmy Hayward Darsteller: Josh Brolin, John Malkovich, Megan Fox, Michael Fassbender
@ 2011-01-16 – 20:46:07
The Night Chronicles Part 1 - Devil - von John Erick Dowdle und Drew Dowdle
Be sober, be vigilant; because your adversary the Devil walks about like a roaring lion, seeking whom he may devour.
Seid wachsam und nüchtern! Euer Feind, der Teufel, schleicht um die Herde wie ein hungriger Löwe. Er wartet nur darauf, dass er jemand von euch verschlingen kann.
Petrus Kapitel 5 Vers 8
Inhalt:
Ein Mann stürzt sich von einem Wolkenkratzer, landet auf einem Transporter, der rollt vom Aufschlag angetrieben in eine Nebenstraße, in der Detective Bowden seine Ermittlungen beginnt. Der hat vor ein Paar Monaten seine Frau und Sohn durch einen Unfall mit Fahrerflucht verloren und kombiniert messerscharf: der Tote ist von irgendwo anders aufs Auto gefallen. Das Hochhaus des Schreckens ist auch schnell gefunden, trägt die Hausnummer 333 und in sich einen steckengebliebenen Fahrstuhl, der auf dem Weg in besagte Selbstmörderetage war. In ihm stecken drei Männer und zwei Frauen, die aber noch nicht wissen, dass einer von ihnen der Beelzebub höchstpersönlich ist. Doch einer von zwei Sicherheitsleuten an der Überwachungskamera weiß mehr. Er deutet die Zeichen: der Toast fällt mit der Marmeladenseite nach unten auf den Boden, sprich der Teufel ist in Town. Alle werden sterben und die Beobachter zeitlebens traumatisiert - oder gibt es einen anderen Weg?
Fazit:
Nach einem zuversichtlichen Start in der Filmbranche konnte man mit dem Namen Shyamalan eigentlich nur noch teuren Trash verbinden, umso erfrischender, dass sich der erste Teil seiner Night Chronicles, "Devil", der aus seiner Feder stammte, nicht als kompletter Flop entpuppte, im Gegenteil. "Devil" ist erfrischend einfach konzipiert. Keine hochtrabenden Namen, aber durchweg bekannte Gesichter, Normalos, allesamt verdächtig unverdächtig. Gepaart mit einer simplen Story und einer wirklich tollen Kameraarbeit, schaffen die Dowdles was ihnen in "Quarantäne" so gar nicht gelang: ein unhysterischer Mystery-Psychothriller, der zwar nicht gerade spannungsgeladen war, aber irgendwie mitriss und mit seiner heutzutage läppischen Spieldauer von 80 Minuten wirklich alles sagte, was gesagt werden musste, ohne den Zuschauer mit Belanglosigkeiten zu langweilen.
Grundthema ist, der Teufel, der seine Opfer sucht. Nicht nur die die er tötet, denn die wären ohnehin zu ihm gekommen, sondern auf die Zuschauer hat er es abgesehen. Je mehr, desto besser, sollen die vom rechten Glauben abkommen und unter dem Leiden, was sie sehen. Ganz teuflisch also.
Freilich gibt es für den erfahrenen viel TV- und Kinogucker weniger Überraschungen als für den unbeleckten Anseher, was die Identifizierung von gut und Böse angeht, doch tut das dem Ganzen keinen Abbruch. Der Film macht insgesamt schon spaß und kommt dabei fast ohne Blut aus (was man heutzutage so dafür hält).
Ich denke schon, dass sich alleine für die gelungene Optik des Filmes der Kinobesuch lohnt, aber sollte man keine Zeit haben, eignet sich der Film zu jeder Tageszeit und in allen Lebenslagen als Anschauungsobjekt.
Durchaus sehenswert.
USA 2010 - Regie: John Erick Dowdle -Darsteller: Chris Messina, Logan Marshall-Green, Geoffrey Arend, Bojana Novakovic, Jenny O'Hara, Bokeem Woodbine, Jacob Vargas, Matt Craven, Josh Peace, Caroline Dhavernas - FSK: ab 16 - Länge: 80 min.
@ 2011-01-14 – 22:30:02
Garstige Gnome von Royce Buckingham
Inhalt:
Sam lebt im verschlafenen Grenzstädtchen Sumas und hat den Knast für seine zarten 12 schon recht häufig von drinnen betrachtet. Nur "kleine" Sachen wie diesmal der Klau von ein paar Feuerwerkskörpern, aber immerhin. Doch heute soll der Tag nicht in der üblichen Tracht Prügel vom Vater enden, denn der Sohn vom Sheriff ist in the Town; PJ, 19 Jahre und - sagen wir rebellisch. Da ist es nicht verwunderlich, dass die beiden Jungs auf einmal im geklauten geborgten Polizeiwagen des Vaters sitzen und eine Spritztour an einen Grenzposten machen, von dem aus Alarm geschlagen wurde. Viele Gauner bringen Nachts Zollgut über die Grenze und reisen am nächsten Tag ohne Wertsachen legal ein - so geht das Gerücht. Und da ein kleines Zubrot für zwei Teenager immer ganz ok ist, fahren die beiden Jungs flugs zu Sensor. Doch was ihnen dort im Wald vor die Motorhaube läuft hat so gar nix mit Reichtum und Schmugglerromantik zu tun. Vielmehr ist es haarig, groß, kräftig und ziemlich garstig. Ehe sie sich versehen, werden Sam und PJ in einen langwährenden Krieg involviert - doch sie halten sich wacker…
Fazit:
Mit "Garstige Gnome" erschien nunmehr das dritte Buch Royce Buckinghams auf dem Markt. Vom Cover und Betitelung her die gleiche Machart seiner Vorgänger, jedoch handelt es sich um keine Fortsetzung der Dämonenwächterromane.
Wie mir die Buchhändlerin meines Vertrauens erzählte, stand dieser Roman anfänglich sogar auf dem Index, also ab 16 Jahre, was uns beide doch recht verwunderte, denn es handelt sich um einen waschechten Jugendroman. Zwar gehen hier alle recht ruppig zur Sache, aber wir haben keinen Sex (ein Glück) und keine Gewaltverherrlichung (äh, gegen Menschen).
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Jungs, der eine erst 12 und am Beginn der Pubertät, der andere bereits 19, aber zeitweise auch nicht reifer. Zwei Rebellen, die sich auf ihre Art gegen den Vater auflehnen. Während der eine klaut, hört der andere einfach nicht zu und muffelt die ganze Zeit rum. Als die beiden in der Sheriffstation als Gefangener und Sheriffsohn aufeinandertreffen, freunden sie sich schon gleich an, obwohl sie es noch nicht wissen. Ein Wort gibt das andere und schon büchsen die beiden Teenager aus auf Abenteuersuche an der kanadisch-US-amerikanischen Grenze. Doch irgendwas rennt ihnen ins Auto und als sie todesmutig nachsehen, liegt da ein pelziges Affenirgendwas??? Sie wissen nichts damit anzufangen, jedoch machen sie schnell die Bekanntschaft mit den "Wächtern", Menschen, die unter die Erde gezogen sind um den Gnomen den Weg in die Außenwelt zu versperren. Denn Gnome sind nicht pelzig, klein und putzig, nein, sie sind verschlagen, rabiat, garstig und extrem gelehrig. Alles was sie hören und sehen wird analysiert, kopiert und verbessert; eine echte Gefahr für die Menschheit also. Selbst unsere Sprachen haben sie geklaut, denn ihre eigene bestand nur aus den Worten: "Argh" (in verschiedenen Schattierungen selbstredend).
Buckingham hat sich offensichtlich auf den Pubertierenden männlichen Teenager eingeschossen. Wenn man das weiß, ist es absolut ok und eine Zielgruppe braucht der Schreiber schließlich. Nein, im ernst, "Garstige Gnome" ist ein wirklich toller Jugendroman. Ich finde ihn sogar besser als den direkten Vorgänger. Buckingham hat eine einfache, schnörkellose Sprache, aber einen durchweg giftigen Humor. Seine Figuren sind sehr menschlich, etwas zu gewitzt, aber heldenhaft, die Fabelwesen sind richtig fies, aber man muss sie mögen. Unmassen von Gnomen, die irgendwie alle männlich zu sein scheinen, aber wohl in Würfen kommen und in der Juvenilität Welpen genannt werden, ihre Sprache ist Argh und sie laufen einfach aus, wenn man sie absticht. Ganz liebreizende Wesen also.
Die beiden Hauptfiguren werden also in einen Krieg zwischen den unterirdisch lebenden Menschen und den Gnomen verwickelt. Sie haben dabei die Gelegenheit eine Reifeprüfung und bestehen ein großes Abenteuer mit Gnomen, sehr rauhen und pragmatischen menschlichen Wesen, vielen vielen Insekten, Dreck und Matsch. Sie werden Gnomfutter, kämpfen in der Arena gegen Käfer auf Leben und Tod und wiegeln die imperialen Gnombrüder gegeneinander auf.
Der ganz normale Fantasyalltag also. Als Jugendbuch absolut zu empfehlen und für Liebhaber des Genres natürlich auch. Eine kurzweilige Unterhaltung.
ROYCE BUCKINGHAM Garstige Gnome Roman Originaltitel: Goblins! - An Underearth Adventure Originalverlag: G. P. Putnam's Sons, New York 2008 Aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis DEUTSCHE ERSTAUSGABE " Paperback, Klappenbroschur, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm "ISBN: 978-3-7645-3021-1 " € 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 21,90* (empf. VK-Preis) Verlag: Penhaligon
@ 2011-01-11 – 22:59:30
Vengeance von Johnnie To
Inhalt:
Der Restaurantbesitzer Francis Costello muss aus einem traurigen Anlass nach Macao. Seine Tochter und ihre Familie wurden in ihrem Haus überfallen, ihr Mann und die beiden Kinder sind Tod, sie überlebte schwer verletzt. Mit letzter Kraft deutet sie ihrem Vater, dass es drei unbekannte Männer waren, die sie überfielen und sie einem der drei ein Ohr abschießen konnte. Sie will Rache und Francis macht sich auf den Weg herauszufinden, wer seine Familie auf dem Gewissen hat. Der Zufall spielt ihm in die Hand, denn als er im Hotel auf sein Zimmer geht, hört er Schüsse und sieht drei Attentäter aus dem Zimmer kommen. Sie töten ihn nicht, aber Francis folgt ihnen und macht den Dreien ein großzügiges Angebot…
Fazit:
Vengeance besticht in erster Linie durch seine Protagonisten, allen voran Johnny Hallyday als Rächer, der sein Gedächtnis verliert. Erinnerungen an den hervorragenden "Alzheimer Case" werden wach, in dem ebenfalls ein alter Mann einen Rachefeldzug startet. Zwar mit völlig anderem Hintergrund, dennoch sehen wir bei beiden Hauptdarstellern das interessante Zusammenspiel aus Alter und Erfahrung, Vergessen, Zerbrechlichkeit, Unberechenbarkeit und Härte. Für mich eine sehenswerte Kombination, die hier unglaublich gut von Johnny Hallyday umgesetzt wurde und ich will behaupten, dass es ein Glück war, dass Alain Delon keine Lust dazu hatte die Rolle zu übernehmen.
Hallyday spielt den Restaurantbesitzer und Koch Francis Costello, der sein Etablissement auf der Champs-Élysées betreibt. Seine Tochter, die mit einem Chinesen verheiratet ist wurde überfallen, Kinder und Mann getötet. Sie sinnt auf Rache und ihr Vater ist das willige Werkzeug, das sich sofort daran macht ihren Wunsch auf Vergeltung in die Tat umzusetzen.
Doch die Angelegenheit hat einen Haken, denn Francis hat ein schwerwiegendes Problem, das sich schleichend andeutet, bis er damit herausrückt: er hat eine Kugel im Gehirn, die dazu führt, dass er sein Gedächtnis verliert. Somit ist ungewiss wie viel Zeit ihm noch bleibt um seinen Auftrag auszuführen.
Er geht besonnen vor und sucht sich ein Killertrio, dass er zufällig bei der Arbeit überraschte, dass ihn als Zeugen aber nicht umbrachte. Er bietet den Männer sein komplettes Vermögen zur Erfassung und Hinrichtung der Täter und des Verantwortlichen; ein Angebot, dass sie nicht ablehnen können. Nebenbei geht es hier auch um Ehre und die Rache für eine Familienangelegenheit.
Die Killer bekommen schnell heraus, dass Francis selbst kein unbeschriebenes Blatt und vom Fach ist und so wird der Rachefeldzug auf Leben und Tod eine Ehrensache unter Freunden und Gleichgesinnten.
Johnnie To inszenierte "Vengeance" ziemlich clever. Man bekommt hier und da ein Häppchen Information zugeworfen und kann sich über Rückblenden, manchmal nur Fotos ein ganzes Bild machen. So kann der Zuschauer nur spekulieren ob Francis wirklich ein Profikiller war - die Waffe mit verbundenen Augen zusammensetzen beherrscht er jedenfalls. Auch wird erst relativ spät gezeigt, was mit der Familie passierte, die Zusammenhänge setzten sich puzzelartig zusammen und wie nebenbei erfährt man den Grund des Überfalls.
Auch interessant wie menschlich hier die Killer auf beiden Seiten gezeigt werden. Ob das liebevolle Beisammensein mit der Familie, die schützende Hand über auf dem Müllplatz lebenden Verwandten oder das gemeinsame Kochen und Essen, hier sind Menschen unterwegs, wenn auch mit dem falschen Beruf.
Natürlich ist der Streifen ohne jeden Zweifel gewaltverherrlichend, auch wenn nur Blutpatronen zerplatzen, hat er sicherlich die falsche Botschaft: Rache ist Blutwurst, aber was solls.
Hier treffen Killer aufeinander, aus denen Freunde werden und die für einander in den Tod gehen.
Rührend wie sich das chinesische Trio um ihren Auftraggeber bemüht und ihm ihre gesamte Loyalität entgegenbringen. Wie schlimm es um den geistigen Zustand Costellos bestimmt ist, wird klar, als er auf der Flucht nicht hinterherkommt und Fotos braucht um seine "Freunde" wieder zu erkennen und dann auch noch vergisst was sie eigentlich machen, aber der Auftrag steht.
Man mag kritisieren, dass "Vengeance" nichts neues bietet, dennoch imponiert der Streifen neben der durchaus akzeptablen Story mit tollen Kameraeinstellungen und schönen Bildern selbst vom den Schattenseiten einer Großstadt.
Besonders nett auch eine Müllplatzszene, in der sich die verfeindeten Parteien unter dem Schutz von großen gepressten Papierwürfeln aufeinander zu bewegen und sich Duellieren.
Johnnie To drehte einfach einen ganz schön guten Revengethriller mit einem tollen Johnny Hallyday, der zudem an vielen Stellen auch echt schmunzelig ist. Absolut sehenswert.
"Vengeance" lief am Samstag im ARD Nachtprogramm ab 18 Jahre.
Vengeance Directed by Johnnie To Produced by Michèle Pétin Laurent Pétin Johnnie To Wai Ka-Fai John Chong Peter Lam Written by Wai Ka-Fai Starring Johnny Hallyday Anthony Wong Lam Ka-Tung Lam Suet Simon Yam Sylvie Testud Music by Lo Tayu Cinematography Cheng Siu-Keung Editing by David M. Richarson Studio ARP Sélection Media Asia Films Milkyway Image Distributed by ARP Sélection (France) Media Asia (HK) IFC Films (USA) Release date(s) May 2009 (Cannes) 20 May 2009 (France) 20 August 2009 (HK) September 2009 (TIFF) Running time 109 minutes Country Hong Kong France Language English French Cantonese
@ 2011-01-07 – 21:02:07
Nachdem wir festgestellt haben, dass unser StarWars Wandbehang innerhalb von einer Woche inflationär um 300% im Preis gestiegen ist, hier nun eine nette Alternative: Lloyd Stas Filmplakate. Neben der Edgar Wright Gedenkedition, gibt es auf seinem Blog und Flickr noch mehr zu bestaunen.


via: /Film
@ 2011-01-06 – 23:01:50
Ich konnte mich ja bislang zurückhalten, aber heute habe ich dann doch mal reingeschaut und - bin begeistert ![]()
@ 2011-01-05 – 00:04:16
Mürrische Monster von Royce Buckingham
I
nhalt:
In Seattle ist der Teufel los.
Nate Grimlock macht seine Sache als neuer Dämonenhüter wirklich gut, doch dann trifft er auf Lilly, die ähnlich wie er Dämonen "sammelt" , einen Troll auf Abwegen und den unsympathischen und seltsamen Reporter Calamitous. Und zu guter letzt sind Zunder und Kail, der Feuer- und der Erddämon wie wild geworden in der Stadt unterwegs.
Ach ja, es ist etwas in Seattle angekommen, dass viel schlimmer als jeder Dämon ist: ein Wesen, dass Dämonen frisst.
Nicht schlimm?
Oh doch, denn eine Welt ohne Chaos ist einfach stinklangweilig und ohne Freude!
Fazit:
Tja, Buckingham ist ne sichere Bank, wenn es um lustige Jugendunterhaltung geht. Zwar geht es leicht schleimig zur Sache und es gibt auch mal einen Zungenkuss, aber das will die Zielgruppe schließlich lesen.
"Mürrische Monster" schließt sich nahtlos an "Dämliche Dämonen" an.
Nate hat nun selbst einen Auszubildenden, Richie, der natürlich anstatt Dreck wegzumachen und das Tier zu füttern lieber echte Dämonenaction will und das früher als geglaubt bekommt. Ein Dämonenfresser erreicht Seattle und labt sich an den kleinen Plagegeistern, wächst und wird immer gefährlicher. Er folgt der Dämonensammlerin Lilly, die nachdem sie auf Nate trifft, das Monster auch zu Nates Haus führt. Als Hüter ist es natürlich die wichtigste Aufgabe seine Dämonen zu schützen und nicht zu töten. So haben Nate, Richie und Freundin Sally alle Hände voll zu tun herauszubekommen was in der Stadt los ist.
Äußerst spaßig und flüssig schreibt Buckingham seine zweite Geschichte über die Teenager-Dämonenhüter Nate und Richie. Auch wenn das Dämonenhaus mittlerweile bekannt ist, gibt es eine Menge Action, Zickenkrieg und wir erfahren im Verlaufe der Geschichte nun endlich auch mehr über Nates Vergangenheit, den Tod seiner Eltern und die Verantwortlichen.
Eine wirklich kurzweilige anspruchslose Lektüre, die schon ganz schön Spaß macht.
@ 2011-01-02 – 00:27:04
Was ist denn das?
Geniale 2D Animationsfilme am Stück und wo kann ich die sehen?
Das sieht mir nach intensiver Recherche aus.
Hier erstmal zum Anfixen das Headless Studio Reel 2010 und den Teaser für "I'am a Monster".
Headless studio reel 2010 from Headless Productions on Vimeo.
I'm a monster from Headless Productions on Vimeo.
Entdeckt bei DRAWN
@ 2011-01-01 – 23:23:40
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag caihgan und zinderella !
Und ich hoffe doch es sind richtige Geburtstage ![]()
Wenn auch etwas spät und mit nicht ganz so neuem Material, dennoch immer wieder sehenswert:
Codehunters von Ben Hibon
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